Intimpiercing: Risiken und Komplikationen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Februar 2011)

Ein Intimpiercing verursacht öfter Komplikationen als beispielsweise ein Nasen- oder Bauchnabelpiercing. Generell können Piercings zu Blutungen und Infektionen führen. Dieses Risiko lässt sich minimieren, wenn der Piercer sein Handwerk versteht und verantwortungsvoll mit dem Körper seines Kunden umgeht. Grundvoraussetzungen für das Stechen eines Intimpiercings sind

  • Erfahrung,
  • einwandfreie Hygiene und
  • professionelles Arbeiten.

Sich ein Intimpiercing stechen zu lassen, geht immer mit Risiken einher. Wichtig zu wissen: Piercings an den Genitalien führen verhältnismäßig häufig zu Komplikationen. Bei fast jedem Zweiten (45%), der ein Intimpiercing trägt, kommt es zu ungewollten Begleiterscheinungen. Ähnlich komplikationsträchtig sind Lippenpiercings (50%) und Brustwarzenpiercings (38%). Personen mit Intimpiercing suchen allerdings in der Regel eher Hilfe auf, wenn ihr Schmuckstück Ärger macht.

Ein wichtiges Ziel des Piercers muss sein, dass keine Keime in die Wunde gelangen. Neben seiner Erfahrung und Arbeitsweise kommen der Hygiene und später dann der sorgfältigen Pflege durch den Träger des Intimpiercings eine besondere Rolle zu.

Die typischen Komplikationen ergeben sich aus der Tatsache, dass ein frisches Intimpiercing – wie alle Piercings – eine offene Wunde ist. Die gepiercte Stelle kann

  • bluten,
  • schwellen,
  • sich infizieren und sich entzünden.

Die charakteristischen Zeichen einer Infektion sind:

  • Rötung, Schwellung und starke Erwärmung der Wunde / Haut
  • Schmerzen
  • Überempfindlichkeit der Haut
  • eventuell Eiterbildung

Ein Intimpiercing am Penis kann größere Blutgefäße oder Nerven verletzen, bei Männern wie Frauen kann eine Infektion des Piercings auf die inneren Geschlechtsorgane (z.B. Eileiter bei der Frau, Prostata beim Mann) übergehen und mitunter schwere Komplikationen nach sich ziehen – bis hin zur Unfruchtbarkeit. Von einem eiternden Piercing können sich Keime lösen und in die Blutbahn gelangen und so zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen oder sich an den Herzklappen festsetzen und eine Entzündung (bakterielle Endokarditis) auslösen.

Ein weiteres Problem, das besonders an den Genitalien schwerwiegende Folgen haben kann, ist das "Ausreißen" des Intimpiercings. Bleibt das Piercing irgendwo hängen oder zieht man zu stark an ihm, kann es aus dem umliegenden Gewebe ausreißen, etwa aus der Klitorisvorhaut, der Klitoris, der Schamlippe oder dem Vorhautbändchen (Frenulum) beim Mann. Mitunter verliert der Betroffene seine Sensibilität und Reizbarkeit an dieser Stelle. Bei Männern kann es außerdem zu Verletzungen der Harnröhre kommen, etwa wenn ein Prinz-Albert-Piercing – ein Piercing, das durch das dünne Stück Gewebe, das die Harnröhre nach außen abgrenzt, durchstochen wird – seine Position ändert.

In ihrem Alltags- und Sexleben sollten Träger eines Intimpiercings daher immer bedenken, dass sie und ihre Sexualpartner den Schmuck vorsichtig und angemessen behandeln, sodass es nicht zu Verletzungen kommt. Auch wichtig: Kondome können zerreißen, wenn sie ein spitzes, raues, scharfes oder kantiges Intimpiercing berühren.

Allergische Reaktionen können Personen mit Intimpiercing den Spaß verderben, zum Beispiel eine Allergie gegen Nickel, das in dem Schmuck enthalten sein kann. Weitere mögliche Komplikationen von Piercings sind eine schlechte Wundheilung und wuchernde Narben.

Grundsätzlich besteht das Risiko, sich beim Stechen eines Intimpiercings über nicht sachgemäß sterilisierte Instrumente mit Infektionskrankheiten wie HIV (der Erreger von AIDS) oder Hepatitis (Leberentzündung) anzustecken. Fachleute raten: Legen Sie Ihre Gesundheit nur in die Hände von professionellen Piercern, die mit sauberem Einmalmaterial und funktionstüchtigen Geräten arbeiten! Freunde, Verwandte oder Anbieter, die nicht über genug Erfahrung und eine entsprechende Ausrüstung und Hygiene verfügen, sind keine Alternative zu einem Profi. Und: Piercen Sie sich nicht selber!


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