Intimpiercing: Intimpiercing bei der Frau

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Februar 2011)

Der weibliche Genitalbereich bietet viele Stellen für ein Intimpiercing. Jede Frau ist allerdings anders gebaut – nicht alle Genitalien eignen sich für ein Intimpiercing. Gut erklären lässt sich das am Beispiel der Schamlippen: Während bei manchen Frauen die kleinen (inneren) Schamlippen recht groß sind und nicht vollständig von den großen (äußeren) Schamlippen bedeckt werden, "verstecken" sich bei anderen die kleinen Schamlippen in Gänze hinter den großen. Sie bieten somit schlicht weniger, mitunter zu wenig Fläche für ein Schamlippenpiercing.

Auch an anderer Stelle bestimmt die Anatomie darüber, ob ein Intimpiercing infrage kommt: Es gibt Frauen, bei denen die Klitorisvorhaut so verläuft, dass zum Beispiel ein horizontales Klitorisvorhautpiercing nicht gestochen werden kann (und sollte). Jede Frau sollte sich vorab bewusst machen, dass erst die Beratung beim Piercer Klarheit bringt, ob dieses oder jenes Piercing für sie geeignet ist.

Gebräunte Frau mit Bauchnabelpiercing in weißer Unterwäsche. © Jupiterimages/iStockphoto

Als Frau hat man die Wahl zwischen unterschiedlichsten Intimpiercings.

Übersicht über Intimpiercings bei der Frau (Auswahl):

  • Christina-Piercing: Piercing des Schamhügels (Venushügel, Mons pubis)
  • Klitorisvorhautpiercing, vertikal oder horizontal
  • Klitoris-Piercing (sehr selten)
  • Piercing der großen Schamlippen (lat.: Labia majora)
  • Piercing der kleinen Schamlippen (lat.: Labia minora)
  • Fourchette-Piercing: vertikales Piercing des Perineums (Damm)

Wenn es beim Intimpiercing der Frau zu Komplikationen kommt, handelt es sich vor allem um Entzündungen, Ausrisse des Piercings und Blutungen. Die schlechte Nachricht für Interessierte: Fast jedes zweite Intimpiercing bereitet in irgendeiner Form Probleme.

Christina-Piercing

Grafische Darstellung: Christina-Piercing

Das Christina-Piercing ist auch als

Beim Christina-Piercing handelt es sich um ein oberflächliches Piercing. Es verläuft von der Stelle, wo an der Vulva oben die großen Schamlippen zusammentreffen, bis zum Schamhügel (Venushügel). Ein weiterer Name für das Christina-Piercing lautet daher "Venus-Piercing". Da das Christina-Piercing keinen Kontakt zum Kitzler hat, dient es eher optischen, schmückenden Zwecken. Die sexuelle Erregung steigert es nicht.

Wohl aber kann sich eine Frau, die ein Christina-Piercing trägt, selber attraktiver finden und dies auf ihre Sexualität, Ausstrahlung und Lust übertragen. Wenn auch dem Partner der Schmuck gefällt, kann ein Christina-Piercing das Liebesleben durchaus beflügeln. Dies gilt aber nicht für alle Varianten: Da der Unterleib des Mannes in der Missionarsstellung auf den Schamhügel und somit auf das Piercing drückt, empfinden manche Frauen in dieser Position Schmerzen im Bereich des Piercings – auch nach der Heilung. Frauen beziehungsweise Paare, die gerne in Missionarsstellung Sex haben, sollten das bedenken.

Das Christina-Piercing zählt zu den moderneren Piercings und ist nicht sehr weit verbreitet. Zum einen wegen der fehlenden sexuellen Stimulation, zum anderen, weil es sehr lange braucht, um zu heilen. Aufgrund des vergleichsweise langen Weges, den das Piercing zurücklegt, ist der Schmuck oft länger als 2,5 Zentimeter.

Steckbrief Christina-Piercing:

  • Ort und Verlauf: vom oberen Bereich der Vulva unter der Haut bis zum Schamhügel
  • Heilungszeit: mindestens 6 bis 9 Monate (länger als alle anderen Intimpiercings!)
  • typischer Schmuck: relativ lang (> 2,5 cm), meist kein Metall, sondern Plastikarten, da durch Kleidung und manche Sexstellungen (Missionarsstellung) Druck auf das Piercing ausgeübt wird
  • Stechen: nicht sehr schmerzhaft, Blutungen sind üblich. Eine Rasur vorm Stechen ist empfehlenswert.
  • Risiken: schlechte Wundheilung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Entfernt eine Frau ihr Christina-Piercing, verbleibt ein sichtbares kleines Loch im Bereich des Schamhügels. Frauen, die sich an dieser Stelle rasieren, sollten das bedenken.

Klitorisvorhautpiercing

Grafische Darstellung: Vertikales Piercing der Klitorisvorhaut.

Vertikales Klitorisvorhautpiercing

Das Klitorisvorhautpiercing zählt zu den gängigsten Intimpiercings – viele Frauen schmücken ihren Intimbereich gerne an dieser Stelle. Sie können zwischen zwei verschiedenen Typen wählen: dem vertikalen und dem horizontalen Klitorisvorhautpiercing. Die Betonung liegt hierbei auf "Vorhautpiercing", da nicht der Kitzler selbst durchstochen wird, sondern lediglich die ihn zum Teil bedeckende Hautfalte.

Neben ihrem Verlauf und ihren Anforderungen an die weibliche Anatomie unterscheiden sich die beiden Arten in einem entscheidenden Punkt: ihrem Einfluss auf das sexuelle Empfinden. Denn nur das vertikale Klitorisvorhautpiercing stimuliert den Kitzler und steigert somit im Idealfall die Intensität der Erregung und die Lust. Aber: Für Frauen mit sehr empfindlichem Kitzler kann der Reiz durch das vertikale Piercing zu stark sein und eher gegenteilig wirken, nämlich schmerzhaft. Das horizontale Klitorisvorhautpiercing reizt den Kitzler nicht oder kaum, es dient also eher optischen Zwecken.

Steckbrief vertikales Klitorisvorhautpiercing:

  • Ort und Verlauf: von unten nach oben durch die Vorhaut des Kitzlers
  • Heilungszeit: 4 bis 8 Wochen
  • typischer Schmuck: Stab (Straight Barbell oder Curved Barbell = Bananabell) oder Ring
  • Stechen: Es sollte nicht mithilfe einer Zange gestochen werden, sondern mit einem speziellen Röhrchen (needle receiving tube)
  • englische Bezeichnung: Vertical Clitoral Hood (VCH) Piercing
  • Risiken: Verletzung der Klitoris beim Stechen

Wie muss eine Frau gebaut sein, die ein vertikales Klitorisvorhautpiercing tragen will? Wichtig ist, dass die Hautfalte, die bei den meisten Frauen den Kitzler (fast) vollständig bedeckt, groß genug ist. Denn durch diese Kitzlervorhaut wird das Piercing gestochen. Der größere Teil des Schmucks kommt zwischen der Hautfalte und dem Kitzler zu liegen. Beim Sex reibt der Schmuck unmittelbar am Kitzler und stimuliert die Frau somit.

Steckbrief horizontales Klitorisvorhautpiercing:

  • Ort und Verlauf: horizontal durch die Klitorisvorhaut
  • Heilungszeit: 6 bis 8 Wochen
  • typischer Schmuck: Ring
  • Stechen: Im Gegensatz zum vertikalen Piercing der Klitorisvorhaut eignet sich hier eine Zange.
  • englische Bezeichnung: Horizontal Clitoral Hood (HCH) Piercing
  • Risiken: schlechte Heilung, weil der Schmuck sich "verdreht"

Frauen, die gerne ein horizontales Klitorisvorhautpiercing tragen möchten, müssen eine geeignete Vorhaut haben, die sich zum Stechen des Piercings ausreichend vom Kitzler abheben lässt. Andernfalls könnte der Piercer aus Versehen den Kitzler durchstoßen. Zudem hält das Piercing nur gut, wenn genug Haut vorhanden ist.

Grafische Darstellung: Horizontales Intimpiercing an der Klitorisvorhaut

Horizontales Klitorisvorhautpiercing

Klitoris-Piercing

Lautet das Thema "weibliche Intimpiercings", kommt manchem zuerst ein Klitoris-Piercing in den Sinn. Viele wissen nicht, dass nur sehr wenige Frauen ein richtiges Klitoris-Piercing tragen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum es eher unbeliebt ist: Das Klitoris-Piercing läuft durch den Kitzler, den empfindlichsten Teil des weiblichen Körpers. Die meisten Frauen empfinden das Piercing schon ohne äußeren Reiz oder Druck als sehr unangenehm – und starke Stimulation bei Berührung mitunter als schmerzhaft.

Grafische Darstellung: Klitoris-Piercing

Klitoris-Piercing (Kitzlerpiercing)

Zudem geht ein Klitoris-Piercing mit einem sehr großen Risiko einher. Läuft beim Stechen des Schmucks etwas schief, kann der Kitzler verletzt werden und in der Folge die sexuelle Empfindung schweren Schaden nehmen. Piercer, die ein Klitoris-Piercing stechen, sollten sehr geübt sein und sich mit der Technik bestens auskennen.

Die Frauen, die sich für ein Klitoris-Piercing entscheiden, schätzen es in der Regel als Quell zusätzlicher sexueller Stimulation.

Steckbrief Klitoris-Piercing:

  • Ort und Verlauf: meist horizontal durch die Klitoris (Kitzler)
  • Heilungszeit: 4 bis 8 Wochen
  • typischer Schmuck: Ring oder Stab (Curved Bar, Curved Barbell), wenn es horizontal durch den Kitzler läuft, ein Stab, wenn es vertikal durch den Kitzler läuft.
  • Stechen: Schon fürs Stechen muss die Frau etwas aushalten können, da das Fassen der Klitoris mit der Piercingklemme schmerzhaft sein kann.
  • englische Bezeichnung: Clitoris Piercing
  • Risiken: stärkere Blutung (der Kitzler ist sehr gut durchblutet), anhaltende Schmerzen, Vernarbung und abnehmendes Lustempfinden

Verursacht ein Klitoris-Piercing in irgendeiner Form ein schmerzendes, unangenehmes Gefühl, sollte die Frau ihren Piercer aufsuchen und ihn um Rat fragen. Heilt das Piercing schlecht, empfiehlt es sich, es zu entfernen, da sich sonst Narben bilden können. Mitunter tritt eine anhaltende Überempfindlichkeit auf, die sich oft nur dadurch beseitigen lässt, dass der Schmuck wieder entfernt wird.

Schamlippenpiercing

Grafische Darstellung: Intimpiercing an der äußeren Schamlippe

Schamlippenpiercing der äußeren Schamlippen

Das Schamlippenpiercing zählt zu den Intimpiercings, die Frauen vorwiegend aus optischen Gründen tragen. Die Lust und das sexuelle Empfinden steigern sie in aller Regel nicht, da sie den Kitzler weder direkt noch indirekt reizen. Eine Ausnahme sind sehr weit oben – also zum Kitzler hin – gestochene Schamlippenpiercings.

Da es innere und äußere Schamlippen (Labien) gibt, gibt es auch zwei Arten des Schamlippenpiercings. Ein wichtiger Unterschied: Piercings der inneren Schamlippen heilen meist schneller und problemloser als solche der äußeren Schamlippen.

Steckbrief Schamlippenpiercing der äußeren Schamlippen (Labia majora):

  • Ort und Verlauf: durch die äußeren Schamlippen, ein- oder beidseitig
  • Heilungszeit: 3 bis 4 Monate
  • typischer Schmuck: Ring oder Stab (Curved Bar, Curved Barbell)
  • englische Bezeichnung: Outer Labia Piercing
  • Risiken: Neben den üblichen Risiken wie Infektion oder Blutung kann das Piercing ausreißen.
Grafische Darstellung: Piercing der inneren Schamlippe

Schamlippenpiercing der inneren Schamlippen

Es kann sein, dass die Stelle, an der Sie das Schamlippenpiercing tragen, nach dem Stechen für etwa eine Woche blutet. Eine Schwellung besteht mitunter für noch längere Zeit. Tragen Sie währenddessen keine zu enge, einschnürende Unterwäsche, sondern lockere.

Ein Piercing der inneren Schamlippen ähnelt in gewisser Weise dem der Klitorisvorhaut: Auch die inneren Schamlippen bestehen aus gut durchblutetem, feinem Gewebe, das recht schnell heilt. Es kommt vor, dass die inneren Schamlippen zu klein sind, um gepierct zu werden – in solchen Fällen eignet sich eventuell ein Schamlippenpiercing der äußeren Labien als "Ersatz".

Oft lassen sich Frauen je einen gegenüberliegenden Ring in beiden inneren Schamlippen stechen.

Steckbrief Schamlippenpiercing der inneren Schamlippen (Labia minora):

  • Ort und Verlauf: durch die inneren Schamlippen, ein- oder beidseitig
  • Heilungszeit: 4 bis 8 Wochen
  • typischer Schmuck: Ring oder Stab (Curved Bar, Curved Barbell)
  • englische Bezeichnung: Inner Labia Piercing
  • Risiken: neben den üblichen Risiken Ausreißen des Piercings

Wenn Sie Ihr Schamlippenpiercing entfernen, bleibt in der Regel ein kleines Loch in der Schamlippe zurück. Es wird zwar mit der Zeit etwas kleiner, verschwindet aber nicht vollständig.

Fourchette-Piercing

Das eher seltene Fourchette-Piercing tragen Frauen am Übergang von der Scheide zum Damm (Perineum) – der Region, die zwischen Scheide und Anus liegt. Das Fourchette-Piercing wird meist vertikal gestochen.

Steckbrief Fourchette-Piercing:

  • Ort und Verlauf: vertikal durch das Perineum
  • Heilungszeit: 6 bis 8 Wochen
  • typischer Schmuck: Stab (Curved Bar, Curved Barbell)
  • Stechen: Da das Piercing beinahe in der Scheide liegt, erfordert es viel Geschick und Kenntnis.
  • englische Bezeichnung: Fourchette Piercing
  • Risiken: aufgrund der Nähe zum Anus Verschmutzung und Infektion durch Darmbakterien oder unsaubere Sitzflächen

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