Cellulite (Orangenhaut)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. Juni 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Cellulite (Orangenhaut) ist der Albtraum vieler Frauen. Wer sie hat, versucht häufig mit vielen Mittelchen und Methoden, sie wieder loszuwerden. Dabei ist die Cellulite im Grunde kein medizinisches, sondern vor allem ein kosmetisches Problem.

Jahrhundertelang scherte sich niemand um Cellulite, sie gehörte einfach zur Frau dazu. Erst etwa seit den 1960ern Jahren gerieten die weiblichen Beine immer mehr in den Blickpunkt, ausgelöst durch immer kürzer werdende Beinkleider, wie zum Beispiel den Minirock. Seitdem avancierten die delligen Stellen an den Oberschenkeln bei vielen immer mehr zum ästhetischen Störfaktor. Dabei ist Cellulite eigentlich nur ein ganz normales Attribut des weiblichen Körpers.

Anders bei Männern: Sie sind mehr oder weniger cellulitefrei. Ursache hierfür sind bestimmte anatomische Faktoren, die sich bei Männern und Frauen unterscheiden. Im Vergleich zu Männern ist die Haut bei Frauen messbar dünner, während gleichzeitig das Bindegewebe lockerer verbunden ist. Der weibliche Körper lagert Fettdepots vor allem an Gesäß, Hüfte, Oberschenkel und Bauch an. Durch das lockere Bindegewebe können sich die (oft auch vergrößerten) Fettzellen bei Frauen leichter durch das Bindegewebe nach oben schieben – diese sind in der Folge als dellige Erhebungen der Haut sichtbar.

Da Männer eine dickere Haut und ein festeres Bindegewebe haben, können die Fettzellen bei ihnen nicht so leicht nach oben gedrückt werden. Die Haut wirkt deshalb bei Männern glatter. Dennoch können sie ebenfalls Cellulite bekommen, wenn auch deutlich seltener als Frauen.

Man sieht Cellulite und normale Haut im Vergleich.

Ist das Bindegewebe locker, können sich Fettzellen leichter nach oben schieben – und zeichnen sich als dellige Erhebungen auf der Haut ab.

Bei Frauen mit Cellulite drücken die vergrößerten Fettzellen oft auch die feinen Blutgefäße im Gewebe ab, die für die Mikrozirkulation wichtig sind. Das führt in den betroffenen Bereichen zu:

  • einer schlechteren Durchblutung des Gewebes,
  • einem langsameren Stoffwechsel und
  • einem verringerten Lymphabfluss.

Da das Gewebe schlecht durchblutet wird, ist die Körpertemperatur in den Cellulite-Bereichen oft spürbar niedriger: Die Haut fühlt sich hier viel kühler an.

Begünstigende Faktoren

Verschiedene Faktoren können die die Entstehung einer Cellulite begünstigen, wie zum Beispiel:

Für Cellulite muss man jedoch nicht zwangsläufig ein paar Pfunde mehr auf den Hüften haben: Auch schlanke Frauen sind von Cellulite betroffen.

Grundpfeiler der Cellulite-Behandlung

Aus medizinischer Sicht sind bei der Cellulite-Behandlung vor allem folgende Punkte wichtig:

  • die Fettschicht unter der Haut verringern und das Bindegewebe zur Neubildung anregen
  • die Lederhaut (Dermis) stärken und elastischer machen
  • den Lymphabfluss und die Durchblutung des Gewebes (Mikrozirkulation) verbessern
  • bei sehr starker Cellulite: die Bindegewebsstränge unter der Haut chirurgisch lösen (z.B. mithilfe der Subzision).

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