Elektronische Gesundheitskarte (eGK): Funktionen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (10. August 2011)

Neben den Daten, die auch die bisherige Krankenversicherungskarte enthält, soll die elektronische Gesundheitskarte in Zukunft weitere Funktionen erfüllen. Dabei entscheidet der Versicherte selbst, welche Funktionen er in Anspruch nehmen möchte beziehungsweise welche Daten er für Mediziner freigeben möchte.

So ist beispielsweise geplant, dass die elektronische Gesundheitskarte Notfalldaten speichern kann – zum Beispiel Informationen zu möglichen Allergien oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Die Einsicht in diese Daten ermöglicht es Ärzten, den Patienten optimal und mit Berücksichtigung seiner medizinischen Vorgeschichte zu behandeln.

Eine weitere geplante Funktion der eGK ist die elektronische Arzt-zu-Arzt-Kommunikation. Ärzte sollen sich besser austauschen können, etwa indem sie auf elektronische Arztbriefe, die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert sind, zugreifen können. Dies erspart nicht nur das Versenden von Faxen oder Briefen, sondern verringert auch die Gefahr, dass Fremde vertrauliche Dokumente einsehen können.

Mithilfe einer Arzneimitteldokumentation sollen Ärzte einen Einblick darüber bekommen, welche Medikamente der Patient bekommt – so können sie mögliche Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln vermeiden.

Sensible Daten der eGK – wie etwa Angaben über den Zuzahlungsstatus – sollen sich nach der Einführung in einem speziell geschützten Bereich der Karte befinden. Auf diese Informationen können Mediziner und ihr Personal nur nach einem Zwei-Schlüssel-Schloss-Prinzip zugreifen: Der Arzt benötigt dabei einen speziellen Ausweis (Heilberufeausweis). Arzt und Patient müssen ihre Karten gleichzeitig in ein Lesegerät stecken und sich mit ihrer jeweiligen PIN-Nummer ausweisen.

Die elektronische Gesundheitskarte kann auch jetzt schon auf der Rückseite mit einer europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) ausgestattet werden. So kann der Versicherte auch in den Ländern der EU medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.