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Portiokappe (Okklusivpessar)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. Juli 2012)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Portiokappe (Okklusivpessar) ist eine halbkugelförmige, elastische Kappe aus Latex oder Silikon. Sie wird auf das äußere Ende des Gebärmutterhalses (Portio) geschoben, in deren Mitte sich der Muttermund befindet. Richtig platziert, saugt sich das Okklusivpessar auf der Portio fest. So soll verhindert werden, dass Spermien zu den Eizellen vordringen. Man zählt die Portiokappe deshalb auch zu den sogenannten Barrieremethoden.

Eine Portiokappe hält im Durchschnitt ein bis zwei Jahre. Je nach Hersteller kostet sie etwa zwischen 30 und 50 Euro.

Das Bild zeigt eine illistrierte Portiokappe. © Jupiterimages/Dorling Kindersley RF

Die Portiokappe (links) ist im Durchmesser etwas kleiner als ein Diaphragma (rechts).

Bevor Sie die Portiokappe anwenden können, ist ein Besuch beim Frauenarzt erforderlich. Er wird austesten, in welcher Größe Sie das Okklusivpessar benötigen. Nach einer Geburt oder Fehlgeburt sollten Sie vom Frauenarzt überprüfen lassen, ob Sie eventuell eine Portiokappe in einer anderen Größe benötigen. Das gilt auch, wenn Sie mehr als drei Kilo zu- oder abgenommen haben.

Später können Sie die Portiokappe selber einführen oder sich von Ihrem Partner helfen lassen. Richtig platziert spüren Sie die Portiokappe später nicht.

Die Portiokappe einführen

Damit das Einführen richtig klappt, sollten Sie vor dem ersten Mal üben, den Muttermund richtig zu ertasten. Waschen Sie sich vorher die Hände. Benutzen Sie dann Mittel- und Zeigefinger zum Tasten. Je nachdem, wo Sie sich in Ihrem Menstruationszyklus befinden, kann der Muttermund unterschiedlich hoch liegen und sich auch unterschiedlich fest anfühlen. Bei Erregung wird der Muttermund zudem generell weicher. Im Allgemeinen fühlt sich der Muttermund wie eine Art Knubbel mit einer kleinen Vertiefung an.

Am einfachsten lässt sich die Portiokappe einführen, wenn Sie in die Hocke gehen oder im Stehen ein Bein aufstellen (z.B. auf den Wannenrand oder einen Stuhl). Spreizen Sie nun mit den Fingern der einen Hand die äußeren Schamlippen und ertasten Sie mit zwei Fingern der anderen Hand Ihren Muttermund. Tasten Sie auch um den Muttermund herum. Das hilft Ihnen später, den korrekten Sitz der Portiokappe zu überprüfen.

Verwenden Sie die Portiokappe immer in Kombination mit Spermiziden, also spermienabtötenden Gels oder Cremes, um die Sicherheit zu erhöhen. Geben Sie dazu das Spermizid in die Portiokappe hinein. Wie viel Spermizid Sie verwenden müssen, kann je nach Hersteller der Portiokappe variieren und sollte in der Anleitung Ihres Produktes genauer beschrieben sein.

Der Pearl-Index der Portiokappe beträgt 6 bis 18. Die Methode ist damit als nicht allzu sicher einzustufen. Kombinieren Sie die Portiokappe immer mit Spermiziden, um die Sicherheit zu erhöhen.

Spreizen Sie mit den Fingern der einen Hand nun erneut die äußeren Schamlippen. Drücken Sie dann mit den Fingern der anderen Hand die Ränder der mit Spermizid befüllten Portiokappe zusammen und schieben Sie sie mit Mittel- und Zeigefinger mit der Öffnung voran (oder der jeweiligen Anleitung entsprechend) in Ihre Scheide in Richtung Gebärmutterhals. Hier sollte sich die Portiokappe von selbst über dem Muttermund festsaugen.

Vor dem Geschlechtsverkehr

Überprüfen Sie vor dem Geschlechtsverkehr unbedingt den korrekten Sitz der Portiokappe. Manchmal saugt sich das Okklusivpessar sofort an, es kann aber auch 10 bis 20 Minuten dauern. Dieser Erfahrungswert bestimmt auch, wie lange vor dem Geschlechtsverkehr Sie die Portiokappe mindestens einführen müssen, um damit Verhüten zu können. Sie können die Portiokappe bereits einige Zeit vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen, jedoch am besten nicht länger als zwei Stunden davor, da sonst die Wirkung des Spermizids nachlässt.

Tasten Sie zum Überprüfen nach der Portiokappe und auch um die Portiokappe herum: Sitzt alles an der richtigen Stelle? Sitzt die Portiokappe fest? Bedeckt Sie den zapfenartig hervorragenden Gebärmutterhals? Bei Erregung kann das Überprüfen etwas schwieriger sein, da der Muttermund dann etwas höher sitzt als sonst. Mit etwas Übung kann aber auch das gelingen.

Kommt es erst zum Geschlechtsverkehr, wenn die Portiokappe bereits länger als zwei Stunden eingesetzt ist (oder zu wiederholtem Geschlechtsverkehr nach einem Ablauf von zwei Stunden), sollten Sie vorher nochmal ein Spermizid einführen (am besten mit einem Applikator).

Nach dem Geschlechtsverkehr

Überprüfen Sie nach dem Geschlechtsverkehr erneut, ob die Portiokappe noch richtig sitzt. Hier besteht kein Zeitdruck, es sollte jedoch spätestens vor dem nächsten Geschlechtsverkehr geschehen beziehungsweise bevor Sie die Kappe entfernen. Falls Sie hierbei bemerken, dass die Portiokappe verrutscht ist, und Sie nicht schwanger werden wollen, besteht die Möglichkeit, die "Pille danach" einzunehmen.

Die Portiokappe entfernen

Entfernen Sie die Portiokappe keinesfalls sofort nach dem Geschlechtsverkehr. Die Portiokappe sollte frühestens 8 Stunden nach dem Verkehr entfernt werden. In dieser Zeit sollten alle Spermien abgestorben sein. Sie kann jedoch problemlos auch bis zu 24 Stunden im Körper der Frau bleiben. Manche Hersteller geben auch längere Liegezeiten an.

Zum Entfernen tasten Sie mit dem Zeigefinger nach dem Rand der Portiokappe und heben diesen ein wenig an. Dadurch löst sich der Unterdruck und Sie können die Portiokappe rausziehen. Je nach Hersteller besitzt die Portiokappe auch eine Art Schlaufe, unter die Sie Ihren Zeigefinger schieben können.

Pflege

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Reinigen Sie die Portiokappe nach Gebrauch mit Wasser und Seife, für etwaige Rillen eignen sich zum Beispiel Wattestäbchen. Spülen Sie die Portiokappe danach gut mit Wasser ab. Zum Trocknen können sie Kappe mit einen Tuch abtupfen, für Rillen bietet sich ein trockenes Wattestäbchen an. Sie können die Kappe aber problemlos auch an der Luft trocknen lassen. Bewahren Sie das Okklusivpessar danach in dem mitgelieferten Behältnis auf.

Nebenwirkungen

Sollte bei Ihnen eine Latexallergie vorliegen, kann es je nach Material der Portiokappe zu allergischen Reaktionen kommen. In diesem Fall sollten Sie Silikon als Material bevorzugen.

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