Anzeige

Anzeige

Pearl-Index

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. August 2012)

© Jupiterimages/Stockbyte

Der Pearl-Index steht für die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die jeweilige Methode. Es handelt sich um eine Formel, die angibt, wie viele Frauen trotz korrekter Anwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger werden.

Der Pearl-Index entspricht der Zahl ungewollter Schwangerschaften pro 100 Frauenjahre, in denen ein Verhütungsmittel zum Einsatz kommt. Er bezieht sich auf 1.200 Anwendungsmonate, also auf 100 Frauen, die eine Methode zwölf Monate lang anwenden.

Bezogen auf die Zahl der Monatszyklen (13 pro Jahr) lässt sich der Pearl-Index statt auf 1.200 Anwendungsmonate ebenso auf 1.300 Zyklen, bei denen eine Verhütungsmethode eingesetzt wird, beziehen.

Ein Pearl-Index von 1 bedeutet, dass pro 100 Frauen, die 1 Jahr lang verhüten, 1 ungewollte Schwangerschaft auftritt.

Der Pearl-Index liegt je nach Art des Verhütungsmittel zwischen etwa 0,05 (sehr sicher) und 20 (unsicher). Häufig ergeben sich in der Literatur oder auch im Internet merkbare Schwankungen in den Zahlenangaben des Pearl-Index für eine bestimmte Verhütungsmethode. Das kann zum Beispiel daher rühren, dass viele Hersteller die reine Methodensicherheit angeben, ohne bestimmte und oft typische Anwendungsfehler zu berücksichtigen.

So ist der Pearl-Index bei der sehr überlegten und sachgerechten Anwendung eines Kondoms ohne Zweifel um einiges kleiner als bei einer weniger sorgfältigen Verwendung.

Für den Pearl-Index gibt es daher oft zwei Werte für eine Methode:

  • Ein Wert bezieht sich auf die korrekte Anwendung.
  • Der andere steht für die Sicherheit bei typischer Anwendung.

Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Methode. Bei Einnahmefehlern steigt der Pearl-Index.

Beispiel Pille: Etwa die Hälfte aller Frauen, die mit der Pille verhüten, vergisst pro Einnahmezyklus mindestens eine Pille – fast jede vierte sogar zwei Pillen (sog. typische Anwendung). Der korrigierte Pearl-Index berücksichtigt diese Fehlerquelle. Von einer korrekten Anwendung lässt sich nur dann sprechen, wenn die Frau keine Pille vergisst.

VerhütungsmethodePearl-Index (korrekte Anwendung)Pearl-Index (typische Anwendung)
keine8585
Kondom215
Kondom für die Frau521
Pille (Kombinationspräparat)0,32,2 - 8
Minipille0,38
Depotpräparat0,33
Spirale (Intrauterinpessar)0,60,8
Hormonspirale0,20,2
Verhütungspflaster0,31,2 - 8
Verhütungsring (Vaginalring)0,31,2 - 8
Gestagenimplantat0,050,05
Coitus interruptus427
Sterilisation der Frau0,50,5
Sterilisation des Mannes0,10,15
Spermizid1829

Benannt wurde der Pearl-Index nach dem US-amerikanischen Biologen und Genetiker Raymond Pearl.

Mit folgender Formel lässt sich der Pearl-Index berechnen:

Beispiel:

Hundert Frauen wenden ein Jahr (= 12 Monate oder 13 Zyklen) lang eine bestimmte Verhütungsmethode an. In diesen zwölf Monaten werden zwei von ihnen schwanger. Es folgt dann für diese Verhütungsmethode ein Pearl-Index (P) von:

Daraus folgt: P = 2,2

Um ein Gefühl für diese mathematische Größe zu bekommen, ist die Kenntnis des Pearl-Index bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, also ohne die Anwendung jeglicher Verhütungsmethoden, von Interesse. Er besitzt für diesen Fall einen Wert von: P = 85

Glänzt Ihre Gesichtshaut?



Apotheken-Notdienst

Anzeige