Hormonspirale (Intrauterinsystem, IUS): Wirkungsweise

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Die Hormonspirale (Intrauterinsystem, IUS) enthält das Hormon Levonorgestrel. Dieses hemmt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch kann sich eine möglicherweise befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten. Zusätzlich bildet sich ein Schleimpfropf im Gebärmutterhals, der für Spermien nur sehr schwer zu durchdringen ist. Da sich weniger Gebärmutterschleimhaut aufbaut, die während der Regelblutung wieder abgestoßen wird, verläuft die Menstruation schwächer und es treten seltener Schmerzen auf.

Die empfängnisverhütende Wirkung der Hormonspirale beruht auf Hormonen. Diese Hormone, genauer gesagt das Gestagen Levonogestrel, wirken hauptsächlich örtlich begrenzt in der Gebärmutter auf die Gebärmutterschleimhaut ein und beeinträchtigen dadurch nicht den normalen Zyklus – im Gegensatz zur "Pille", die den Eisprung unterdrückt.

Da das Hormon Levonogestrel bei der Hormonspirale überwiegend auf die Gebärmutterschleimhaut einwirkt, ist die Verhütungsmethode auch in der Stillzeit geeignet. Zwar geht das Hormon in geringen Mengen in die Muttermilch über, bislang wurde dadurch aber keine nachteilige Wirkung für gestillte Säuglinge beobachtet. Auch kurz nach der Geburt können Frauen bereits wieder mit der Hormonspirale verhüten – allerdings nicht zu früh nach der Entbindung, um zu vermeiden, dass das Intrauterinsystem verrutscht oder sich die Gebärmutter entzündet. Nach etwa sechs bis acht Wochen hat sich die Gebärmutter wieder soweit zurückgebildet, dass ein Frauenarzt die Hormonspirale einsetzen kann.

Sicherheit

Der Pearl-Index ist ein Maß, mit dem die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode beurteilt werden kann. Der Pearl-Index gibt an, wie viele Frauen schwanger wurden, obwohl sie verhütet haben.

Bei der Hormonspirale hängt der Pearl-Index von dem Hormongehalt der verwendeten Spirale ab. Die neue und wesentlich kleinere Hormonspirale setzt über 3 Jahre hinweg minimale Mengen an Levonorgestrel (Gestagen) frei. Bei ihr beträgt der Pearl-Index 0,33. Die etwas größere Hormonspirale kann bis zu fünf Jahren im Körper bleiben – sie gibt etwas größere Mengen Levonorgestrel in die Gebärmutter ab. Der Pearl-Index der "klassischen" Hormonspirale beträgt 0,16.

Die Hormonspirale verhütet damit etwa so sicher wie die "Pille" (Pearl-Index 0,1 bis 0,9) oder eine Sterilisation (0,1 bis 0,3). Es ist besonders für Frauen geeignet, die eine langfristige Verhütung wünschen.


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