Die Pille: Anwendung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. September 2014)

Die Pille gibt es in vielen verschiedenen Arten und mit unterschiedlichen Wirkungsweisen. Frage deshalb zuerst deinen Frauenarzt, was du beachten solltest, wenn du die Pille nehmen willst. Lese außerdem den Beipackzettel einmal in Ruhe durch. Ganz allgemein lässt sich Folgendes zur Anwendung der Pille sagen:

Wer erstmals mit der "klassischen" Pille (Gestagen-Östrogen-Präparat) verhütet, nimmt sie normalerweise am ersten Tag der Regelblutung ein. Ein Empfängnisschutz ist hierbei vom ersten Tag an gegeben. Je nach Präparat wird die Pille dann insgesamt 21, 22, oder 28 Tage eingenommen.

Bei 21er- und 22er-Präparaten folgt nach der Einnahme der letzten Pille eine sechs- beziehungsweise siebentägige Pause. Danach beginnt die Frau mit einem neuen Pillenblister und nimmt die Pille wieder 21 bis 22 Tage ein. Pillen, deren Blister 28 Tabletten enthalten, werden ohne Pause durchgenommen. Diese "lückenlosen" Blister enthalten zusätzlich eine bestimmte Anzahl Tabletten, die keinen Wirkstoff enthalten. Da die Pause entfällt, sind sie leicht anzuwenden.

Während der Pause oder wenn die wirkstofffreien Tabletten an der Reihe sind, kommt es zu einer regelähnlichen Blutung, die aber kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft als die normale Regelblutung ist. Die empfängnisverhütende Wirkung bleibt auch während der Pause oder der Einnahme der wirkstofffreien Tabletten bestehen.

Minipille

Ein Blister mit Pillen © Jupiterimages/Stockbyte

Minipillen müssen besonders regelmäßig eingenommen werden.

Sogenannte Minipillen, also Pille, die als Wirkstoff ein schwach dosiertes Gestagen (dem Wirkstoff Levornogestrel) enthalten, werden grundsätzlich durchgängig eingenommen. Die Minipille sollte stets zur gleichen Zeit, im Ausnahmefall mit maximal drei Stunden Verspätung eingenommen werden.

Im Unterschied zur "klassischen" Pille verhindert diese Pille nicht den Eisprung, sondern bewirkt, dass der Weg für die Spermien erschwert wird beziehungsweise sich eine eventuell befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

Östrogenfreie Pille

Eine Variante der Minipille ist die neuere sogenannte "östrogenfreie Pille". Wie die erste Minipille enthält sie kein Östrogen, sondern ausschließlich Gestagen – dies jedoch in Form eines anderen Gestagen-Vertreters, dem Wirkstoff Desogestrel. Die "östrogenfreie Pille" schützt vor Schwangerschaften, indem sie den Eisprung verhindert. Dies macht sie so sicher wie die Kombinationspillen, also die "klassische" Pille. Durch ihre niedrige Dosierung ist sie zudem so verträglich wie herkömmliche Minipillen.

Wird ihre Einnahme versäumt, kann sie innerhalb von zwölf Stunden nachgenommen werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt. Das Zeitfenster ist also größer als bei der herkömmlichen Minipille.


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