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Piercing

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2010)

Risiken und Komplikationen

Ein Piercing zu tragen bedeutet für den Gepiercten immer, dass er ein gewisses Risiko eingeht. Eine große englische Studie mit über 10.000 Teilnehmern ermittelte, dass bei etwa jedem dritten aller Piercings eine Komplikation auftritt. Laut Studie suchte circa die Hälfte der davon Betroffenen Rat oder Hilfe bei ihrem Piercer oder einem Arzt.

Da es sich bei Piercings um eine vorerst offene Wunde handelt, kommen als häufigste Komplikationen Blutungen, Infektionen und Schwellungen vor.

Jedes Piercing birgt die Gefahr einer Infektion, da Keime in die offene Wunde eindringen können. Daher kommt neben der Eignung und Arbeitsweise des Piercers der Hygiene und der sorgfältigen Pflege eine besondere Rolle zu.

Infiziert sich ein Piercing, führt dies zu typischen Zeichen an der gepiercten Stelle:

  • Schmerz
  • Rötung
  • Schwellung
  • starke Erwärmung der Haut / Wunde
  • Überempfindlichkeit der Haut
  • eventuell Eiterbildung

Zudem kann Gewebe ausreißen, wenn das Piercing "hängen bleibt", und der Träger kann allergisch reagieren (z.B. auf in dem Schmuck enthaltenes Nickel). Eitert ein Piercing, kann sich die Infektion über das Blut auf andere Organe ausweiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) oder Entzündung der Herzklappen (Endokarditis) führen. Weitere mögliche Komplikationen von Piercings sind wuchernde Narben und Verletzungen von Nerven. Doch es gibt nicht nur direkt vom dem Piercing ausgehende Komplikationen: Es besteht grundsätzlich das Risiko, sich über nicht sachgemäß sterilisierte Instrumente mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis (Leberentzündung) oder HIV anzustecken. Sauberes Einmalmaterial und funktionstüchtige Geräte beugen dem vor.

Piercings im Genitalbereich können je nach Art und Lage die Harnröhre verletzen (Prinz-Albert-Piercing beim Mann), am Penis können größere Blutgefäße oder Nerven verletzt werden (z.B. bei den Eichelpiercings Ampallang, Apadravya und Dydoe) und bei Männern wie Frauen können sich Infektionen im Genitalbereich auf innere Geschlechtsorgane (z.B. Eileiter bei der Frau, Prostata beim Mann) ausweiten und dort eine Entzündung auslösen, die schwerwiegende Folgen haben kann – bis hin zur Unfruchtbarkeit. Intimpiercings können außerdem zu Verletzungen beim Geschlechtsverkehr führen oder Kondome schädigen.

Weitere Probleme, die nach einem Piercing auftreten können: Die Wunde heilt schlecht, es bilden sich Narben oder es treten – im Falle eines Zungen- oder Lippenpiercings – Schäden an Zähnen und Zahnfleisch auf.

Wie oft bei einem Piercing Komplikationen auftreten, hängt von mehreren Dingen ab:

  • An welcher Stelle des Körpers trägt man das Piercing?
  • Ist der Piercing-Träger gesund?
  • Aus welchem Material besteht das Piercing?
  • Wie erfahren ist der Piercer?
  • Wie sind die hygienischen Bedingungen beim Piercen?
  • Wie gut ist die Nachsorge?

Wer sich piercen lassen möchte, sollte Folgendes beachten: Zungenpiercings, Genitalpiercings und Brustwarzenpiercings scheinen besonders oft Komplikationen mit sich zu bringen. In der Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren sind einer Studie zufolge Piercings im Genitalbereich am komplikationsträchtigsten, gefolgt von Piercings an den Brustwarzen, Zunge, Bauchnabel, Ohr und Nase.

Piercings durch den Knorpel des Ohrs sind anfälliger für Infektionen als Piercings durch das Ohrläppchen. Dies liegt daran, dass Knorpel schlechter mit Blut versorgt wird. Die Behandlung einer Infektion am Ohrknorpel ist zudem schwierig und muss mitunter chirurgisch erfolgen, also mit einer Operation. Im Extremfall nimmt der Arzt einen Teil des Ohres ab, sodass es zu einer bleibenden Verformung kommt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das handwerkliche Können des Piercers. Eine Studie brachte ein klares Ergebnis: Piercings, die von einem Laien gestochen werden, gehen häufiger mit Komplikationen einher als professionell gestochene. Daher raten Fachleute: Lass dich nicht von einem Freund, Verwandten oder nicht spezialisierten Anbieter piercen, der nicht über ausreichend Erfahrung und eine entsprechende Ausrüstung und Hygiene verfügt. Ebenfalls sollte man sich nicht selber piercen.

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