Liebe: Die Chemie muss stimmen!

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Juli 2011)

Verliebte Menschen sind von ihren Gefühlen zum anderen nahezu überwältigt. Früher oder später "normalisiert" sich alles wieder: Die rosarote Brille ist verschwunden und nach und nach kehrt Alltag ein.

Wenn man die Beziehung trotz schwindender Euphorie weiterführt, dem Partner immer mehr vertraut und zunehmend eine Bindung verspürt, sprechen viele Menschen nicht mehr von Verliebtheit, sondern von Liebe. Die anfänglichen Glücksgefühle sind abgeklungen – und im Idealfall entsteht jetzt eher ein Gefühl von Zufriedenheit, Entspannung und Zusammengehörigkeit.

Eine gewisse "Schuld" an den sich wandelnden Empfindungen tragen eine Reihe komplexer biochemischer Prozesse, die längst nicht alle bekannt sind. Verliebtheit und Liebe mögen zwar eine Herzensangelegenheit sein – medizinisch gesehen liegt ihre Quelle jedoch im Gehirn!

Liebe und Sex gehören auch aus biochemischer Sicht nicht zusammen: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Sex andere Hirnareale aktiviert werden als beim Gefühl romantischer Liebe.

Sind Verliebte verrückt?

Ein junges Paar. © Jupiterimages/Stockbyte

Frisch Verliebte schweben auf Wolke sieben.

Wer verliebt ist, benimmt sich für Außenstehende bisweilen recht merkwürdig: Verliebte scheinen auf einer unsichtbaren Wolke zu schweben. Plötzlich handeln sie ganz anders als gewohnt. Gestern noch Fußball-Gegner, sitzt der oder die Verliebte plötzlich voller Spannung vor dem Fernseher – dem Partner gefällt es ja auch! An der frisch entdeckten besseren Hälfte scheint alles perfekt zu sein. Makel oder negative Eigenschaften des Gegenübers sieht der Verliebte erst einmal nicht.

Manche Handlungen eines schwer verliebten Menschen mögen schon fast etwas verrückt anmuten. Der Gedanke ist nicht ganz unberechtigt – denn der Körper befindet sich in einem biochemischen Ausnahmezustand! So ist beispielsweise der Spiegel des Botenstoffs (Neurotransmitter) Serotonin im Blut bei Verliebten erniedrigt. Diese Veränderung führt unter anderem dazu, dass sich Verliebte nur noch auf den (potenziellen) Partner konzentrieren.

Die enormen Glücksgefühle, die schon beim Gedanken an den anderen auftreten, entstehen in einer bestimmten Gehirnregion: im limbischen System, das unter anderem bei der Verarbeitung und Empfindung von Gefühlen eine große Rolle spielt. Der Neurotransmitter Phenylethylamin sorgt, gemeinsam mit anderen Botenstoffen, für den ultimativen Kick, wenn wir bestimmten Reizen ausgesetzt sind und uns dem möglichen Partner annähern. Die Substanz ist chemisch gesehen mit aufputschenden Drogen wie Amphetamin und Kokain verwandt und ähnelt zudem dem Adrenalin. Verlieben wir uns, wird das Gehirn geradezu von Phenylethylamin überschwemmt – ein rauschartiger Zustand ist die Folge. Alles potenziell Negative am Partner wird vorläufig ausgeblendet.


Wie viel Freizeit verbringen Sie pro Tag im Internet?