Bauchnabelpiercing: Risiken und Komplikationen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Mai 2010)

Ein Bauchnabelpiercing geht mit gewissen Risiken einher. Ein Piercing ist nicht einfach nur ein Schmuckstück, sondern ein Fremdkörper, der in einer künstlich gesetzten Wunde "steckt" und bis zur Heilung in direktem Kontakt mit Blut und Gewebe steht.

Beim Bauchnabelpiercing ergeben sich manche Risiken aus den anatomischen Begebenheiten: Der Nabel wird nur schlecht mit Blut versorgt, daher heilt ein Piercing an dieser Stelle tendenziell nicht so gut. Die lange Heilungszeit von wenigen Monaten bis zu einem Jahr erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Bauchnabelpiercing entzündet. Zudem können Körperbewegungen und am Piercing reibende Kleidung die Heilung verzögern. Ähnliches gilt für manche Intimpiercings.

Einer britischen Studie zufolge verursacht etwa jedes sechste Bauchnabelpiercing Komplikationen – in vielen Fällen handelt es sich nur um leichte Probleme, die sich relativ gut beheben lassen.

Wie gut ein Bauchnabelpiercing heilt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Hat der Piercer vernünftig und sauber (steril) gearbeitet?
  • Aus welchem Material besteht das Bauchnabelpiercing?
  • Hat das Piercing eine gute Qualität?
  • Pflegt der Träger es sorgfältig, achtet er auf Hygiene?
  • Reagiert er zeitnah, wenn eine Komplikation auftritt und lässt er sie behandeln?
  • Bestehen Vorerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), die die Heilung verzögern oder gar verhindern können?

Von einer Komplikation zu unterscheiden ist die ganz "normale" Heilung: Haut und Gewebe reagieren auf die Wunde und das Piercing, wehren Schmutz und Keime ab und sorgen dafür, dass sich nichts entzündet. Dabei kann sich das Bauchnabelpiercing etwas verfärben oder eine klare Flüssigkeit aus der Wunde austreten. Manche Symptome sind Zeichen der aktiven Heilung und kein Anlass zur Sorge; letztlich kann aber nur der Arzt oder Piercer beurteilen, ob die Wunde infiziert ist und ob eine Behandlung nötig ist.

Klar ist: Wer sich für ein Bauchnabelpiercing entscheidet, nimmt immer Risiken in Kauf. Diese Tatsache solltest du einbeziehen, wenn du darüber nachdenkst, dir ein Nabelpiercing stechen zu lassen. Als häufigste Komplikationen beim Piercen kommen Blutungen, Infektionen und Schwellungen vor. Wer seine Wunde gut pflegt und sich in einem professionellen Piercingstudio piercen lässt, trägt seinen Teil zu einem reibungslosen Verlauf bei.

Bauchnabelpiercing in Form einer Blume © Jupiterimages/Stockbyte

Risiken lassen sich durch sorgsamen Umgang minimieren.

Eine weitere gängige Komplikation eines Bauchnabelpiercings ist das Granulom. Dieser Begriff steht für neugebildetes, gutartiges Gewebe, das typischerweise auf Wunden wächst und wie ein Knötchen geformt ist. Es entsteht meist als Reaktion auf eine länger andauernde Entzündung oder Reizung, kann sich aber ebenfalls schon allein durch die Anwesenheit eines Piercings entwickeln – nämlich dann, wenn das Gewebe entsprechend auf den Fremdkörper reagiert. Granulome haben oft eine rote bis dunkelrote Farbe und sehen so ähnlich aus wie rohes Fleisch. Die Behandlung eines Granuloms kann schwierig sein, in jedem Falle sollte der Betroffene die Stelle trocken halten und jegliche Reibung und Reizung vermeiden.


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