Anatomie des Mannes: Männliche Geschlechtsorgane: Die inneren Geschlechtsorgane

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. August 2011)

Zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen zählen Hoden und Nebenhoden, die Samenleiter sowie die Prostata, die Bläschen- und die Cowper-Drüsen.

© LifeART/Super Anatomie

Schematische Darstellung der äußeren und inneren männlichen Geschlechtsorgane

Hoden (Testis, Orchis)

Die beiden Hoden (Testis, Orchis) liegen im Hodensack: links und rechts je ein Hoden mit dazugehörigem Nebenhoden. Die Hoden sind oval geformt, bei Erwachsenen etwa 4 Zentimeter lang und jeweils etwa so groß wie eine Pflaume. Hoden und Nebenhoden wiegen zusammen etwa 20 bis 30 Gramm. Die Konsistenz der Hoden ist prall-elastisch – allerdings ändert sich dies im Verlauf des Tages etwas, ebenso wie die Größe der Hoden. Der linke Hoden hängt bei den meisten Männern etwas tiefer als der rechte. Die Hoden werden in der Bauchhöhle des heranwachsenden männlichen Fötus gebildet und wandern in der Regel kurz vor der Geburt des Jungen in den Hodensack.

Zum Schutz sind die Hoden von einer derben, undehnbaren Hülle aus Bindegewebe umgeben (Tunica albuginea). Dieser Schutz ist unter anderem deshalb wichtig, da in den Hoden im sogenannten Keimepithel der Hodenkanälchen (Samenkanälchen, Tubuli seminiferi) die Spermien (Samenzellen) gebildet und von dort in die beiden Nebenhoden transportiert werden. Durch die vielfach gewundenen Hodenkanälchen wird beim Mann eine enorme Vergrößerung der Hodenoberfläche erreicht. Die Länge aller Kanälchen im Hoden beträgt circa 300 bis 350 Meter. Pro Stunde machen sich etwa drei bis vier Millionen Spermien auf den Weg in Richtung Nebenhoden – pro Sekunde sind das circa 1.000 Stück.

Die Hodenkanälchen bilden ein Netz, das in circa einem Dutzend Ausführungsgängen mündet und den Kopf des Nebenhodens bildet. Aus diesen Ausführungsgängen geht der Nebenhodengang hervor, der sich verschlungen zum Nebenhoden aufknäult. Im Nebenhoden machen die Spermien einen Reifungsprozess durch und erlangen ihre Beweglichkeit.

Doch die Hoden sind nicht nur für die männliche Fruchtbarkeit als Keimdrüsen wichtig, sie produzieren auch die männlichen Sexualhormone (v.a. Testosteron). Diese Hormonproduktion erfolgt über die sogenannten Leydig-Zwischenzellen, die eingebettet in dem Bindegewebe liegen, das die Hodenkanälchen umgibt.

Spermien (Samenzellen)

Die Spermien (Samenzellen) sind die Keimzellen des Mannes und werden in den Hodenkanälchen gebildet und in den Nebenhoden gespeichert. Bis aus einer Urkeimzelle ein reifes Spermium entsteht, vergehen durchschnittlich drei Monate.

Ein Spermium besteht aus einem Kopf-, Hals- und Schwanzteil. Im Kopf des Spermiums ist das Erbgut des Mannes in Form von DNA enthalten – genauer gesagt nur der halbe Chromosomensatz. Befruchtet das Spermium eine Eizelle, trifft es auf den dort enthaltenen halben Chromosomensatz der Frau. Zusammen entsteht daraus der komplette Chromosomensatz eines neuen Menschen.

Der Schwanzteil der Spermien kann peitschenartige Bewegungen machen und ermöglicht ihnen so, sich schwimmend fortzubewegen. Ihre Schwimmfähigkeit erreichen die Spermien jedoch erst in den Nebenhoden.

Ein einzelnes Spermium ist circa 60 Mikrometer lang, das entspricht 0,06 Millimeter. Im Verhältnis zu einer Eizelle sind Spermien deutlich kleiner: Eine Eizelle hat einen Durchmesser von circa 0,11 bis 0,14 Millimetern.

Sperma

Unter Sperma versteht man die Flüssigkeit, die während des Samenergusses (Ejakulation) abgegeben wird. Die weißlich-graue Flüssigkeit hat eine leicht klebrige Konsistenz und einen typischen Geruch, der jedoch auch dadurch beeinflusst wird, welche Nahrungsmittel der Mann zu sich genommen hat. Durchschnittlich gibt der Mann während einer Ejakulation 2 bis 6 Milliliter Sperma ab.

Verzichtet ein Mann drei Tage lang auf Geschlechtsverkehr oder Selbstbefriedigung, findet man pro Milliliter Sperma etwa 80 bis 100 Millionen Spermien. Als normal gilt ein Ejakulat, das mehr als 20 Millionen Spermien pro Milliliter hat. Etwa 20 Prozent der Spermien im Sperma sind in der Regel noch unreif. Bei häufigen Samenergüssen sinkt die Spermienzahl im Sperma.

Befinden sich weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter im Ejakulat, bezeichnet man dies als Oligospermie. Bei einer Azoospermie finden sich hingegen gar keine Spermien im Ejakulat.

Neben den Spermien besteht Sperma außerdem aus verschiedenen Sekreten. Auf das Volumen des Ejakulats bezogen machen die Spermien mit 3 bis 5 Prozent nur einen geringen Teil aus. Weitere Bestandteile des Spermas sind Sekrete aus der Bläschendrüse (60 bis 70 %), der Prostata (15 bis 30 %) und ein wenig Nebenhoden-Sekret. Diese verschiedenen Sekrete werden den Spermien auf ihrem Weg durch den Samenleiter während der Ejakulation beigemischt. Der pH-Wert des Spermas liegt bei circa 7,2 bis 7,8 und ist also leicht alkalisch. Die Sekrete bieten den Spermien Schutz vor dem eher sauren Milieu in der Vagina und fördern ihre Beweglichkeit.

Während der Ejakulation wird das Sperma mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 17 Kilometern pro Stunde abgegeben. In der Vagina der Frau machen sich die Spermien zielstrebig mit etwa 3 bis 4 Millimetern pro Minute auf den Weg in Richtung Eizelle. Etwa ein Prozent der Spermien schafft es bis in die Gebärmutter – jedoch nur an den fruchtbaren Tagen der Frau, wenn der Gebärmutterhals nicht durch einen Schleimpfropf verschlossen ist. Von der Gebärmutter aus folgen sie den Eileitern bis zu ihrem Ende. Bis zum Ende des Eileiters gelangen allerdings nicht alle Spermien, sondern nur ein paar Hundert. Für diesen Weg benötigen die Spermien circa ein bis drei Stunden, einige auch ein paar Tage.

Man geht davon aus, dass in die Vagina gelangte Spermien bis zu fünf Tage lang befruchtungsfähig sind oder drei Tage, wenn sie bereits bis ins hintere Eileiterdrittel gelangt sind.


Wie viel Freizeit verbringen Sie pro Tag im Internet?