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Zittern (Tremor)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. April 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Zittern, medizinisch als Tremor bezeichnet, beschreibt eine unwillkürliche, rhythmisch schwingende Bewegung eines oder mehrerer Körperteile. Wenn zum Beispiel die Beine oder die Hände zittern, ist das meist eine normale körperliche Reaktion auf Kälte, Angst oder Schmerz. Aber auch verschiedene Erkrankungen, Medikamente und Entzugserscheinungen können ein Zittern auslösen.

Zittern entsteht, wenn sich entgegengesetzt wirkende (antagonistische) Muskelgruppen immer wieder zusammenziehen (kontrahieren). In den meisten Fällen zittern Hände, Füße, Kiefer, Kopf oder die Stimme, manchmal auch der ganze Körper.

Zittern kann in verschiedenen Formen auftreten, die sich beispielsweise in ihrer Frequenz, das heißt der Anzahl der Zitterbewegung in einer bestimmten Zeiteinheit, unterscheiden. Auch die Bedingungen, unter denen der Tremor ausgelöst wird – in Ruhe, in Aktion, beim Halten oder bei zielgerichteten Bewegungen – sind sehr unterschiedlich.

Wenn Kiefer, Beine oder Hände zittern, kann dies auf eine Erkrankung oder auch eine Empfindung zurückgehen. So ist zum Beispiel das Kältezittern oder Angstzittern meist mit einer offensichtlichen Ursache verbunden, wobei ein Tremor durch eine andere innere oder neurologische Erkrankung oft durch einen Arzt diagnostiziert werden muss.

Die verschiedenen Formen des Zitterns sind:

  • Haltetremor: beim Hochhalten des betroffenen Körperteils
  • Bewegungstremor: bei jeder Bewegung des betroffenen Körperteils
  • Intentionstremor: bei der Annäherung eines Körperteils an ein Ziel
  • aufgabenspezifischer Tremor: bei bestimmten Tätigkeiten, zum Beispiel bei professionellen Musikern oder Sportlern
  • Ruhetremor: beim Ruhighalten des betroffenen Körperteils; geht beim Bewegen zurück
  • seniler Tremor: tritt im hohen Alter auf und äußert sich meist als Ruhetremor
  • Aktionstremor: kommt bei nicht gezielten Bewegung vor, zum Beispiel bei einer Parkinson-Erkrankung
  • hereditärer essenzieller Tremor: erbliches Zittern, Mischform aus Halte-, Ruhe- und Aktionstremor
  • rubraler Tremor (Myorhythmie): besondere Mischform von Halte-, Ruhe- und Aktionstremor
  • Rabitt-Syndrom: bei älteren Menschen oder bedingt durch bestimmte Medikamente
  • psychogener Tremor: kann sich in verschiedenen anderen Zitter-Typen äußern

Beim Zittern hängt die Therapie individuell von der jeweiligen Ursache ab. Der nicht krankhafte (physiologische) Tremor lässt sich, wenn der Betroffene ihn als störend empfindet, oft mit Medikamenten behandeln. Häufig kann bei einem aufgabenspezifischen Tremor – etwa wenn nur beim Schreiben oder Rasieren die Hände zittern – auch ein speziell entwickeltes motorisches Training helfen.

Ist das Zittern Begleitsymptom einer Grunderkrankung, beispielweise der multiplen Sklerose, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig.



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