Zahnschmerzen – was tun?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Dezember 2017)

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Fast jeder kennt sie: Zahnschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzarten und können quälend sein. Meist ist es nötig, sie von einem Zahnarzt behandeln zu lassen.

Was sind Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen sind Schmerzen, die von den Zähnen ausgehen.

Zahnschmerzen können sich langsam steigern oder plötzlich und stark auftreten. Viele Menschen leiden aber auch dauerhaft oder immer wieder unter schmerzenden und empfindlichen Zähnen. Die Schmerzqualität kann dabei ganz unterschiedlich sein – manche Zahnschmerzen sind pulsierend, andere dumpf, stechend oder brennend. 

In der Regel werden Zahnschmerzen nicht besser, wenn man einfach abwartet, sondern verschlimmern sich oft sogar. Deshalb ist es ratsam, möglichst früh zum Zahnarzt zu gehen. Der Zahnarzt fragt dann nach den genauen Beschwerden und ermittelt den Grund für die Zahnschmerzen. Mit einer frühzeitigen Behandlung lassen sich zudem Komplikationen häufig vermeiden.

Zahnschmerzen: Mögliche Ursachen

Zahnschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Meist sind Entzündungen der Zahnnerven, des Zahnfleischs oder des Zahnhalteapparats für die Schmerzen verantwortlich. Mögliche Ursachen für Zahnschmerzen sind zum Beispiel:

Darüber hinaus können Zahnschmerzen auch von einer anderen Stelle im Körper her ausstrahlen, etwa bei einer Mittelohrentzündung, bei einer Nasennebenhöhlenentzündung, bei Kopfschmerzen oder sogar vom Brustkorb ausgehend bei Herzerkrankungen.

Auch Behandlungen beim Zahnarzt, wie eine Füllung oder Wurzelbehandlung, können Ursache für Zahnschmerzen sein. Hierbei sind Zähne und Zahnfleisch meist vorübergehend durch die Behandlung gereizt. Sobald die Reizung abklingt, gehen die Zahnschmerzen in der Regel von alleine zurück.

Bei Menschen mit empfindlichen Zähnen können die Zähne zudem unangenehm wehtun, wenn sie mit bestimmten Substanzen oder Umwelteinflüssen in Kontakt kommen. Das ist vor allem bei Wärme oder Kälte, aber auch bei sehr süßen Speisen der Fall. Ebenso können freiliegende Zahnhälse das Zähneputzen zu einer schmerzhaften Sache machen.

Diagnose: Wie geht der Arzt bei Zahnschmerzen vor?

Bei Zahnschmerzen ist eine Diagnose durch den Zahnarzt wichtig. Er geht der Ursache der Schmerzen auf den Grund. Dafür sollten Sie ihm sagen, wo genau es weh tut, ob der Schmerz zum Beispiel stechend, pulsierend oder dumpf ist, und seit wann die Schmerzen bestehen. Auch eventuelle Vorerkrankungen der Zähne, Zahnimplantate oder ein Zahnersatz spielen bei Zahnschmerzen für die Diagnose eine wichtige Rolle.

Nach dem Gespräch wird der Zahnarzt einen Blick in Ihren Mund werfen und die Zähne und das Zahnfleisch zum Beispiel mit einem kleinen Spiegel, Sonden oder weiteren zahnärztlichen Instrumenten gründlich untersuchen. So kann er meist schon feststellen, ob Entzündungen, Verletzungen oder Zahndefekte die Zahnschmerzen verursachen. Je nach Situation kann es außerdem sinnvoll sein, Röntgenaufnahmen einzelner Zähne oder des gesamten Gebisses anzufertigen.

Therapie: Was tun bei Zahnschmerzen?

Wenn Sie Zahnschmerzen haben, sollten Sie einen Termin bei ihrem Zahnarzt vereinbaren. Dieser kann feststellen, woher die Schmerzen kommen und möglicherweise bestehende Zahnschäden behandeln.

Welche Therapie die richtige ist, hängt dabei vor allem von der jeweiligen Ursache der Schmerzen ab – hier können deshalb nur einige Beispiele aufgeführt werden. Zur Behandlung stehen viele verschiedene Methoden zur Auswahl, die von zahnerhaltenden Maßnahmen bis hin zur Zahnentfernung reichen. Welche Behandlung bei Zahnschmerzen jeweils notwendig ist, entscheidet der Zahnarzt anhand des Befunds.

In den meisten Fällen erfordern Zahnschmerzen eine zeitnahe Therapie durch den Zahnarzt. Gerade bei starken Zahnschmerzen fragen sich jedoch viele Menschen, was sie tun können, um die Schmerzen erst einmal zu lindern. Um die Zeit bis zum Zahnarzt-Termin zu überbrücken, eignen sich vorübergehend rezeptfreie Schmerzmittel (z.B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen). Schmerzmittel bekämpfen jedoch nicht die Ursache der Zahnschmerzen. Eine längere Einnahme sollten Sie immer mit dem Arzt absprechen.

Leichte Zahnschmerzen können zum Beispiel auf empfindliche Zähne oder Schäden im Zahnschmelz zurückgehen. Bei Genuss von kalten, heißen, harten oder süßen Speisen treten dann Schmerzen auf. Eventuell empfiehlt der Zahnarzt bei leichten Zahnschmerzen die Verwendung von fluoridhaltigen Präparaten, um den Zahnschmelz zu stärken und zu schützen. Diese müssen Sie regelmäßig anwenden. Möglicherweise trägt er auch einen speziellen Schutzlack auf die Zähne auf. Bei empfindlichen Zähnen sollten Sie Produkte zur Zahnaufhellung oder ein Zahn-Bleaching nur nach Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt anwenden. 

Zahnschmerzen können auch eine Folge von nächtlichem Zähneknirschen oder Zähnepressen sein. In solchen Fällen hilft meist eine Aufbissschiene (sog. Knirscherschiene), die nachts getragen wird und den Druck gleichmäßig auf die Zahnreihen verteilt. Da viele Betroffene vor allem bei Stress vermehrt mit den Zähnen knirschen, empfiehlt sich außerdem das Erlernen einer Entspannungstechnik (z.B. autogenes Training, progressive Muskelentspannung). Regelmäßig praktiziert, senkt diese den Stresslevel und das Zähneknirschen nimmt ab.

Entstehen die Zahnschmerzen durch Karies, entfernt der Zahnarzt den Kariesherd mit dem Bohrer und versorgt das entstandene "Loch" mit einer Zahnfüllung.

Eine Wurzelbehandlung kann erforderlich sein, wenn das Zahnmark entzündet (Pulpitis) ist. Diese Entzündung des Zahnmarks entsteht, wenn durch fortgeschrittene Karies Bakterien ins Zahninnere gelangen. Während der Wurzelbehandlung entfernt der Zahnarzt das entzündete Gewebe aus dem Inneren des Zahns, reinigt den Innenraum und versiegelt ihn. Ist auch die Umgebung der Wurzelspitze geschädigt, muss mit einer sogenannte Wurzelspitzenresektion die gesamte Wurzelspitze entfernt werden, damit sich die Entzündung nicht in den Kieferknochen ausbreitet. Bevor der Zahnarzt mit einer Wurzelbehandlung beginnt, betäubt er die umliegenden Nerven und das Gewebe mit einer örtlichen Betäubung, die er ins Zahnfleisch spritzt. So kann er die Behandlung schmerzfrei vornehmen. Gleichzeitig beseitigt er mit der Wurzelbehandlung die Ursachen der Pulpitis (z.B. Karies) und der dadurch eventuell auftretenden Zahnschmerzen.

Zahnschmerzen: Welche Hausmittel können Beschwerden lindern?

Bei Zahnschmerzen können Hausmittel einen Zahnarzt-Besuch zwar nicht ersetzen, aber die Schmerzen bis zum Arzttermin eventuell lindern. Grundsätzlich ist es wichtig, die Ursache von Zahnschmerzen durch den Zahnarzt abklären zu lassen.

Schmerzlindernd und abschwellend wirkt oft das Kühlen der betroffenen Wange, etwa mit Kühlpads oder auch einfach einem kühlen, feuchten Waschlappen. Warme Getränke, koffeinhaltige Getränke (wie Kaffee, Cola, Energydrinks), Alkohol und Nikotin (Rauchen) hingegen verstärken die Zahnschmerzen.

Ein beliebtes Hausmittel gegen Zahnschmerzen ist auch Nelkenöl, das man auf das Zahnfleisch aufträgt, oder das Zerkauen von Gewürznelken. Je nach Ursache der Zahnschmerzen kann das Zerkauen von Gewürznelken die Schmerzen jedoch unter Umständen nicht lindern, sondern verstärken. Manchen Betroffenen hilft das Spülen mit Myrrhentinktur gegen Zahnschmerzen.

Zahnschmerzen: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Zahnschmerzen":

Onmeda-Lesetipps:

Forum Zahnmedizin (mit Expertenrat)

Quellen:

Vorbeugen ist besser als Bohren – Effektive Mundhygiene und Kariesprophylaxe. Online-Information der Bundeszahnärztekammer: www.bzaek.de (Abrufdatum: 6.12.2017)

Gegen Zahnschmerzen ist ein Kraut gewachsen. Online-Informationen der Deutschen Apothekerzeitung: www.deutsche-apotheker-zeitung.de (Stand: 22.1.2015)

Wurzelspitzenresektion. Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de (Stand: 12.5.2014)

Müller, H.-P.: Checkliste Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2012

Aktualisiert am: 6. Dezember 2017

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