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Vergesslichkeit

Stand: 3. Januar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Vergesslichkeit: Definition

Vergesslichkeit kennt wohl jeder aus seinem alltäglichen Leben: Mal kann man sich Namen, Termine oder Telefonnummern nicht merken, mal vergisst man seinen Hausschlüssel im Büro oder das Portmonee im Restaurant.

Bei Vergesslichkeit ist der Vorgang, in dem der Mensch Informationen aufnimmt, im Gehirn speichert und abruft, an irgendeiner Stelle (evtl. auch an mehreren gleichzeitig) gestört. Dies kann harmlose Gründe haben: Oft ist Vergesslichkeit auf eine vorübergehende Ablenkung oder auf kurzfristigen Stress zurückzuführen. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist es also vollkommen normal, vergesslich zu sein.

Vergesslichkeit kann aber auch Zeichen für eine schwerwiegendere Störung sein: Bei einer Gedächtnisstörung ist die Fähigkeit, neue Inhalte längerfristig zu speichern und gespeicherte Informationen aus dem Gedächtnis abzurufen, vermindert oder ganz verloren gegangen. Bei Letzterem spricht man von Amnesie (wobei nicht alle Gedächtnisinhalte gleichermaßen betroffen sein müssen). Wenn sich jemand hingegen neue Informationen nicht mehr so gut oder gar nicht mehr merken kann und nach spätestens 10 Minuten alles wieder vergessen hat, liegt eine sogenannte Merkfähigkeitsstörung vor.

Das Gedächtnis setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Wenn der Mensch Informationen aufnimmt, kann er sie vorübergehend im Kurzzeitgedächtnis speichern, das aber nur über eine begrenzte Speicherkapazität verfügt. Von dort gehen die Informationen nach kurzer Zeit entweder wieder verloren (d.h. der Mensch vergisst sie wieder, z.B. weil er sie für unwichtig hält o. abgelenkt ist) oder sie gehen ins Langzeitgedächtnis über, dessen Speicherkapazität unbegrenzt ist. Dort sind die Informationen dauerhaft gespeichert. Eine sich im normalen Rahmen bewegende Vergesslichkeit betrifft oft das Kurzzeitgedächtnis. Wenn jemand Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis scheinbar vergessen hat, dann vermutlich deswegen, weil es ihm nicht mehr gelingt, die noch vorhandenen Erinnerungen abzurufen. Die Informationen sind also nicht aus dem Langzeitspeicher gelöscht, sondern "verschüttet".

Da Vergesslichkeit auch krankhafte Ursachen haben kann, ist in bestimmten Fällen ein Arztbesuch ratsam, um gegebenenfalls eine entsprechende Therapie einleiten zu können. Dies gilt zum Beispiel, wenn sich die Vergesslichkeit häuft oder wenn jemand Lernschwierigkeiten hat, weil er gleichzeitig unkonzentriert und vergesslich ist. Eine Vergesslichkeit bei Kindern kann zum Beispiel ein Symptom für ADHS sein. Aber auch bei psychischen Erkrankungen ist das Gedächtnis oft beeinträchtigt. Darüber hinaus kann Vergesslichkeit vor allem im Alter ein erster Hinweis auf eine Demenz sein. In diesem Fall ist sie häufig kombiniert mit einer Orientierungslosigkeit und einer Einschränkung der Lernfähigkeit und der alltäglichen Aktivitäten.

Weiterlesen: Vergesslichkeit: Ursachen

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