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Vergesslichkeit

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. August 2015)

© Jupiterimages/Stockbyte

Ein gewisses Maß an Vergesslichkeit kennt wohl jeder aus seinem alltäglichen Leben: Mal kann man sich Namen, Termine oder Telefonnummern nicht merken, mal vergisst man seinen Hausschlüssel im Büro oder das Portmonee im Restaurant.

Bei Vergesslichkeit ist der Vorgang, in dem der Mensch Informationen aufnimmt, im Gehirn speichert und abruft, an irgendeiner Stelle (evtl. auch an mehreren gleichzeitig) gestört. Dies kann harmlose Gründe haben: Oft ist Vergesslichkeit auf eine vorübergehende Ablenkung oder auf kurzfristigen Stress zurückzuführen. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist es also vollkommen normal, vergesslich zu sein.

Vergesslichkeit kann aber auch Zeichen für eine schwerwiegendere Störung sein: Bei einer Gedächtnisstörung ist die Fähigkeit, neue Inhalte längerfristig zu speichern und gespeicherte Informationen aus dem Gedächtnis abzurufen, vermindert oder ganz verloren gegangen. Bei Letzterem spricht man von Amnesie (wobei nicht alle Gedächtnisinhalte gleichermaßen betroffen sein müssen). Menschen mit einer Merkfähigkeitsstörung können sich hingegen neue Informationen nicht mehr so gut oder gar nicht mehr merken und vergessen nach wenigen Minuten alles wieder.

Das Gedächtnis setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Wenn der Mensch Informationen aufnimmt, kann er sie vorübergehend im Kurzzeitgedächtnis speichern, das aber nur über eine begrenzte Speicherkapazität verfügt. Von dort gehen die Informationen nach kurzer Zeit entweder wieder verloren (d.h. der Mensch vergisst sie wieder, z.B. weil er sie für unwichtig hält oder abgelenkt ist) oder sie gehen ins Langzeitgedächtnis über, dessen Speicherkapazität unbegrenzt ist. Dort sind die Informationen dauerhaft gespeichert. Eine sich im normalen Rahmen bewegende Vergesslichkeit betrifft oft das Kurzzeitgedächtnis. Wenn jemand Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis scheinbar vergessen hat, dann vermutlich deswegen, weil es ihm nicht mehr gelingt, die noch vorhandenen Erinnerungen abzurufen. Die Informationen sind also nicht aus dem Langzeitspeicher gelöscht, sondern "verschüttet".

Wenn Vergesslichkeit krankhaft bedingt ist, kann vor allem im Alter eine Demenz dahinter stecken (dann sind häufig gleichzeitig eine Orientierungslosigkeit sowie eine Einschränkung der Lernfähigkeit und der alltäglichen Aktivitäten zu beobachten). Auch bei psychischen Erkrankungen ist das Gedächtnis oft beeinträchtigt. Vergesslichkeit bei Kindern kann zum Beispiel auch ein Symptom für ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung) sein.

Um gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten zu können, ist daher bei Vergesslichkeit in bestimmten Fällen ein Arztbesuch ratsam: Dies gilt zum Beispiel, wenn sich die Vergesslichkeit häuft oder wenn jemand Lernschwierigkeiten hat, weil er gleichzeitig unkonzentriert und vergesslich ist.

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