Urinveränderungen: Was ist normal?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Januar 2017)

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Urinveränderungen können harmlos, aber auch ein Symptom für zahlreiche Erkrankungen sein. Der Urin (Harn) ist die von den Nieren ausgeschiedene Flüssigkeit, die über die Harnblase und die Harnröhre abgegeben wird. Er enthält verschiedene Endprodukte des Stoffwechsels, zum Beispiel Eiweiße, sowie Wasser und Mineralsalze.

Urinveränderungen können sich auf unterschiedliche Eigenschaften des Urins beziehen. Dazu gehören die Farbe, der Geruch, die ausgeschiedene Menge, der pH-Wert und einzelne Bestandteile des Harns (z.B. Blutkörperchen, Zucker, Harnstoff).

Die Urinfarbe kann sich je nach Urinkonzentration ändern. Der sogenannte physiologische (normale bzw. gesunde) Urin ist klar, stroh- bis bernsteingelb und besteht zu 95 Prozent aus Wasser. Ein dunkler Urin kann entstehen, wenn die Flüssigkeitszufuhr zu gering ist. Zudem können manche Lebensmittel (wie Rote Bete, Rhabarber) oder Medikamente (wie Nitrofurantoin, Rifampicin, Phenytoin) den Urin verfärben. Bestimmte Erkrankungen können das Aussehen von Urin ebenfalls verändern: So kann ein flockiger oder trüber Urin beispielsweise Anzeichen für eine Harnwegsinfektion sein. Und wenn sich Blut im Urin befindet, sieht Letzterer manchmal rötlich aus.

Der Uringeruch ist normalerweise unauffällig. Je nachdem, was man isst oder trinkt, kann es aber leicht passieren, dass der Urin vorübergehend ungewöhnlich riecht (ein typisches Beispiel ist der Spargel-Geruch). Wenn der Urin komisch riecht oder regelrecht stinkt, können dahinter aber ebenfalls verschiedene Erkrankungen stecken (z.B. ein Diabetes mellitus).

Die tägliche Urinmenge beträgt bei einem gesunden Menschen – je nach Alter und Geschlecht – 800 bis 1.500 Milliliter. Die genaue Menge wird – wie auch die meisten anderen Urinwerte – sowohl durch die Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme als auch durch Flüssigkeitsverluste über Schweiß, Atmung und Stuhlgang beeinflusst. So kann eine sehr geringe Urinmenge zum Beispiel einfach dadurch entstehen, dass man zu wenig getrunken hat. Auch zahlreiche Krankheiten können die Urinmenge verändern.

Urinveränderungen können also, müssen aber nicht immer Anlass zur Sorge sein. Bei ernst zu nehmenden Urinveränderungen (z.B. Blut im Urin) oder Veränderungen in Verbindung mit anderen Symptomen (wie Schmerzen) ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um den Veränderungen auf den Grund zu gehen.

Urinwerte

Harnuntersuchung (Urinstatus) Normalbereich
Spezifisches Gewicht (Dichte) 1,005–1,035 g/ml
Osmolalität 450–600 mosm/kg in 24 h
pH-Wert 5–8
Erythrozyten bis 5 Zellen/µl
Leukozyten bis 10 Zellen/µl
Albumin unter 30 mg/24 h
Glukose bis 70 mg/24 h
Nitrit negativ
Ketone negativ
Urobilinogen unter 1 mg/dl
Bilirubin negativ
Kreatinin 1,2–1,8 g/24 h

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