Trockener Mund (Mundtrockenheit, Xerostomie)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (20. Mai 2016)

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Ein trockener Mund (Mundtrockenheit, Xerostomie) macht sich durch eine subjektiv empfundene Trockenheit der Mundschleimhaut bemerkbar. Meist entsteht die Mundtrockenheit durch eine verminderte Produktion von Speichel (weniger als 0,1 ml/min) oder eine veränderte Zusammensetzung des Speichels.

Speichel wird von den Speicheldrüsen gebildet – insbesondere in der Unterkieferdrüse (Glandula submandibularis). Speichel erfüllt wichtige Funktionen: Durch seine besondere Zusammensetzung schützt und reinigt er die Mundhöhle. Er enthält zum Beispiel wichtige Enzyme, die bereits im Mundraum Erreger wie Bakterien abwehren können und die den Zucker (Polysaccharide) aus der Nahrung in kleinere Teile spalten, damit dieser im Magen weiter verdaut werden kann. Die im Speichel vorkommenden Substanzen spielen außerdem bei der Vermittlung von Geschmacksempfindungen eine Rolle.

Mundtrockenheit: Eine lächelnde ältere Frau. © iStock

Je älter eine Person ist, desto eher tritt Mundtrockenheit auf. Bei den über 60-Jährigen sind Schätzungen zufolge etwa 40 Prozent betroffen. Das liegt jedoch vor allem daran, dass ältere Menschen meist regelmäßig Medikamente einnehmen – und nicht an einer sinkenden Speichelproduktion im Alter.

Ein trockener Mund kann zu Problemen führen: Wird zu wenig Speichel produziert, kann das unter anderem den Enzymschutz in der Mundhöhle beeinträchtigen. Als Folge kann es zum Beispiel zu Zahnproblemen (wie Karies), Mundgeruch oder Entzündungen kommen.

Die Zusammensetzung und die Menge des gebildeten Speichels hängen unter anderem davon ab, welche Nahrungsmittel man zu sich nimmt. Aber auch unabhängig von der Nahrungsaufnahme entsteht immer ein wenig Speichel.

Der gesunde Mensch produziert täglich bis zu 1,5 Liter Speichel – das entspricht etwa einem Milliliter pro Minute.

In den meisten Fällen hält die Mundtrockenheit nur kurz an und lässt sich durch einfache Maßnahmen wie ausreichendes Trinken beseitigen. Wenn das nicht hilft oder ein trockener Mund in Verbindung mit anderen Beschwerden wie Problemen oder Schmerzen beim Kauen, Schlucken oder Sprechen auftreten, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen der Mundtrockenheit abzuklären.

Wortherkunft:
Der Begriff "Xerostomie" setzt sich zusammen aus dem griechischen Wortteil "xeros" (= trocken) und "-stomie" (= Öffnung, Mund).


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