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Stimmungs­schwankungen: Ursachen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (12. Februar 2014)

Stimmungsschwankungen können viele Ursachen haben und auch Teil einer hormonellen Umstellung sein, etwa während der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Medizinisch relevant werden sie erst, wenn sie besonders häufig auftreten, unangemessen stark sind oder unpassend erscheinen.

Die Ursachen vieler Stimmungsschwankungen sind psychischer Natur – aber auch organische Ursachen sind möglich.

Stimmungsschwankungen in einer extremen Form treten bei Menschen auf, die an einer sogenannten bipolaren affektiven Störung leiden. Diese psychische Störung nannte man früher auch manisch-depressive Erkrankung. Dabei wechseln sich Phasen von unangemessener Euphorie (manische Phasen) mit Phasen tiefer Depressionen (depressive Phasen) ab. Zwischen zwei solchen Episoden liegen Phasen, in denen die Stimmung der Situation angemessen erscheint. In einer manischen Phase ist die Stimmung des Betroffenen gehoben oder gereizt. Sein Antrieb ist gesteigert und er neigt dazu, sich zu überschätzen. Während der depressiven Episode hingegen hat die Person ihren Antrieb verloren, sie ist niedergeschlagen und hat keine Freude mehr an Dingen, die sie vorher interessiert haben. Die Phasen können unterschiedlich lange anhalten.

Auch Menschen, die an einer Depression ohne Manie leiden, erleben häufig Stimmungsschwankungen, die im Laufe eines Tages auftreten. Typisches, wenngleich auch nicht bei jedem Betroffenen auftretendes Zeichen einer Depression ist das sogenannte Morgentief: Morgens fühlt sich die Person besonders traurig und antriebslos, während sich die Stimmung nachmittags oder abends aufhellt.

Eine nachdenklich aussehende Frau liegt im Bett. © Jupiterimages/iStockphoto

Menschen mit Depressionen fühlen sich morgens häufig besonders schlecht – abends ist ihre Stimmung meist deutlich besser.

Bei der Borderline-Störung sind Stimmungsschwankungen ebenfalls häufig – daher bezeichnen Mediziner sie auch als emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Schon kleinste Ereignisse können die Stimmung des Betroffenen umkehren.

Weitere mögliche Ursachen von Stimmungsschwankungen sind zum Beispiel:

  • Demenzerkrankungen, z.B. Alzheimer
  • starke psychische Belastungen, z.B. Stress oder Konflikte
  • Schilddrüsenerkrankungen, z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Stimmungsschwankungen, Nervosität und Gewichtsverlust sind einige Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion. Dabei bildet die Schilddrüse mehr Hormone, als der Körper benötigt, was den Stoffwechsel beschleunigt.
  • Suchterkrankungen, z.B. Alkoholismus, aber auch Nikotinabhängigkeit: Suchtkranke wirken häufig reizbar und niedergeschlagen, dann wieder plötzlich fröhlich.
  • Drogenkonsum: Auffällige Stimmungsschwankungen und sozialer Rückzug bei Jugendlichen können ein Hinweis auf möglichen Substanzmissbrauch sein.
  • sexueller Missbrauch: Insbesondere bei Kindern kann sich ein sexueller Missbrauch unter anderem in Stimmungsschwankungen, Ängsten und körperlichen Beschwerden äußern.
  • Tumoren im Gehirn: Entsteht ein hoher Druck im Schädelinneren, kann sich das u.a. durch Stimmungsschwankungen äußern.
  • hormonelle Behandlungen: Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille können bei Frauen zu Stimmungsschwankungen führen.


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