Sputum (Auswurf): Wenn Schleim abgehustet wird

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. Dezember 2017)

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Von weiß bis rot, von wässrig bis schleimig: Sputum (Auswurf) kann ganz unterschiedlich aussehen. Farbe und Beschaffenheit weisen dabei oft schon auf die mögliche Ursache hin.

Was ist Sputum?

Sputum ist der medizinische Begriff für Auswurf. Auswurf besteht aus Sekret, das von den Schleimhäuten der Atemwege gebildet und dann aus dem Atemtrakt abgehustet wird. Das Sputum setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Hierzu zählen

  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten),
  • Gewebezellen (sog. Epithelzellen),
  • Staubteilchen,
  • Rauchpartikel und
  • Mikroorganismen.

Dass sich Sputum bildet, ist zunächst einmal ganz normal: Ein großer Teil unserer Atemwege ist von einer dünnen Schleimschicht bedeckt, die ein Stück weit vor möglichen Schäden schützt. Diese Schleimschicht erneuert sich permanent.

Alte Bestandteile des Schleims werden aus dem Körper transportiert: Feinste Flimmerhärchen in den Bronchien befördern den Schleim wie auf einem Laufband in Richtung Mund. Dort angekommen wird der Schleim entweder heruntergeschluckt oder aber er wird abgehustet. Letzteres passiert in der Regel, wenn zu viel Schleim vorhanden ist.

Wenn ein Mensch übermäßig viel Schleim abhustet, kann dies auf eine Erkrankung hinweisen. Je nach Ursache sieht der Auswurf unterschiedlich aus. Das Sputum ist dann zum Beispiel

  • glasig und schleimig,
  • gelbgrün und eitrig,
  • bräunlich bis schwarz,
  • wässrig, zäh oder bröckelig oder
  • mit Blut durchsetzt bzw. es ist vollkommen blutiger Auswurf zu sehen.

Farbe und Konsistenz können dem Arzt bereits erste Hinweise auf die mögliche Ursache geben.

Wann zum Arzt?

Oft ist Sputum ein harmloses Symptom einer Erkältung oder Allergie. Suchen Sie aber vorsichtshalber den Arzt auf, wenn

  • Husten und Auswurf länger andauern,
  • Sie blutigen Auswurf haben oder wenn das Sputum eitrig gefärbt ist oder
  • Sie weitere Beschwerden haben.

Sputum (Auswurf): Mögliche Ursachen

Übermäßiges oder unnatürlich gefärbtes Sputum (Auswurf) kann auf eine Erkrankung der Atemwege hinweisen.

Wenn zu viel Schleim produziert wird, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Bronchialschleimhaut

  • beschädigt ist, etwa durch Fremdkörper oder inhalierte Schadstoffe, oder dass sie
  • entzündet ist, zum Beispiel, weil Bakterien zu einer Infektion geführt haben.

Mögliche Ursachen von Auswurf sind:

Farbe und Beschaffenheit geben Aufschluss

Farbe und Beschaffenheit des Sputums können oft bereits Hinweise auf die möglichen Ursachen geben:

  • Zäher, glasig-weißlicher, schleimiger Auswurf tritt beispielsweise bei Bronchitis, Asthma bronchiale oder einer Mukoviszidose (cystische Fibrose) auf.
  • Gelbgrüner, schleimig-eitriger Auswurf kann auf Infektionen hinweisen, z.B. auf eine bakterielle Lungenentzündung.  
  • Weißlicher Ausfluss tritt häufig bei Rauchern auf, deren Atemwege chronisch irritiert sind.
  • Sehr große Mengen an voluminösem, oft grün-gelblichem Sputum können auf Bronchiektasen hinweisen.
  • Schaumiger Auswurf kann ein Hinweis auf ein Lungenödem sein.
  • Blutiger Auswurf (Hämoptoe) kommt etwa vor, wenn Schleimhaut der Atemwege entzündet und beschädigt ist. Blutiger Auswurf kann u.a. Zeichen eines schweren Infekts (wie Lungenentzündung), aber auch von bösartigen Tumoren (z.B. Lungenkrebs) sein. Es ist auch möglich, dass das Sputum ausschließlich aus Blut besteht (sog. major Hämoptoe). Dies kann beispielsweise bei Lungenkrebs oder beim Platzen einer Bronchialarterie passieren.

Sputum (Auswurf): So stellt der Arzt die Diagnose

Sputum (Auswurf) ist nicht gleich Sputum: Farbe, Menge und Konsistenz können dem Arzt wichtige Hinweise darauf geben, welche Erkrankung dahintersteckt.

Zunächst wird der Arzt einige Fragen zu den genauen Beschwerden stellen, zum Beispiel:

  • Wann sind Husten und Auswurf das erste Mal aufgetreten?
  • Wie viel Auswurf haben Sie?
  • Welche Farbe und Konsistenz hat das Sputum?
  • Haben Sie noch weitere Symptome wie HalsschmerzenSchnupfenKopfschmerzen und Heiserkeit?
  • Leiden Sie an Vorerkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten?
  • Nehmen Sie derzeit Medikamente ein?
  • Rauchen Sie? Wenn ja: wie viel?

Wenn das Sputum blutig ist, muss der Arzt klären, ob der Auswurf tatsächlich aus den Atemwegen stammt. Es ist auch möglich, dass der Patient das Blut erbrochen hat, das heißt, dass das Blut kommt aus dem Magen.

Gegebenenfalls wird der Arzt Blut abnehmen, das im Labor auf Entzündungswerte oder Krankheitserreger getestet wird. Auch die Zellen, die sich im Sputum befinden, werden genau unter dem Mikroskop untersucht.

Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein. Blutiger Auswurf etwa sollte insbesondere bei Rauchern immer abgeklärt werden.

Zu möglichen weiterführenden Untersuchungen zählen etwa

Dauern Husten und Auswurf länger an, ist das Sputum blutig und/oder eitrig gefärbt oder haben Sie weitere Beschwerden, sollten Sie die Ursache beim Arzt abklären lassen!

Sputum (Auswurf): Welche Therapie ist nötig?

Vermehrtes Sputum (Auswurf) ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Die Therapie richtet sich danach, welche Ursache für den Auswurf verantwortlich ist:  

  • Bei bakteriellen Infekten der Atemwege sind beispielsweise ggf. Antibiotika notwendig.
  • Bei einer akuten Bronchitis hilft es oft, ausreichend zu trinken, sich warm zu halten und sich zu schonen.

Bei produktivem, also mit Auswurf verbundenem Husten können zur Therapie schleimlösende und auswurffördernde Mittel (Sekretolytika, Mukolytika, Expektorantien) als Tabletten, Säfte und Inhalationen zum Einsatz kommen. Diese sogenannten "Hustenlöser" sollen die Zähigkeit (Viskosität) des Schleims vermindern und ihn dadurch flüssiger machen, sodass der Patient das Sputum besser abhusten kann.

In Hustenlösern enthaltene Wirkstoffe sind unter anderem

Um die Schleimhautentzündung im Hals und in den Bronchien zu lindern, können in bestimmten Fällen entzündungshemmende Mittel wirken (z.B. kortisonhaltige Inhalationen).

Wenn Sie Raucher sind: (Nicht nur) bei Husten und Auswurf sollten Sie das Rauchen so gut es geht vermeiden!

Sputum (Auswurf): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Auswurf (Sputum)":


Onmeda-Lesetipps: 

Quellen:

Sputum. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2.11.2017)

Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 20.9.2017)

Neurath, M., Lohse, A.: Checkliste Anamnese und klinische Untersuchung. Thieme, Stuttgart 2015

Boenninghaus, H.G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Berlin Heidelberg 2012

Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten. Vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2012

Aktualisiert am: 14. Dezember 2017

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