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Sensibilitätsstörungen
SensibilitätsstörungenStand: 30. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Sensibilitätsstörungen: DefinitionDer Begriff Sensibilitätsstörungen beschreibt Störungen in der Wahrnehmung von Reizen wie Berührung, Temperatur oder Schmerzen. Sensibilitätsstörungen werden oftmals auch als "Missempfindungen" bezeichnet. Eine häufige Form der Sensibilitätsstörung ist die sogenannte Parästhesie, die sich durch Kribbeln ("Ameisenlaufen") und Taubheitsgefühle in der betroffenen Körperregion äußert. Einige Menschen verwenden deshalb auch den Begriff "Gefühlsstörungen". Zahlreiche Nervenendigungen, Rezeptoren und Sensoren im ganzen Körper sowie Sinnesorgane, beispielsweise Augen, Ohren, Nase und Haut, nehmen Reize (Stimuli) wahr und leiten sie über die Nerven ans Gehirn weiter. Das Gehirn verarbeitet die Informationen der Sinnesorgane und Sensoren zu Eindrücken und Empfindungen. Man unterscheidet unter anderem mechanische Reize (z.B. Druck, Vibration), Temperaturempfindung (Thermorezeption), Schmerzempfindung (Nozizeption) sowie Bewegungs- und Lageempfinden. Sensibilitätsstörungen äußern sich zum Beispiel in unangenehmen Missempfindungen oder in einer gesteigerten, abgeschwächten oder auch vollständig aufgehobenen Reizwahrnehmung. Typische Sensibilitätsstörungen sind Kribbeln, Brennen und Jucken. Manchmal treten auch sogenannte Wärme- oder Kältemissempfindungen auf. Dabei haben die Betroffenen das Gefühl, dass eine bestimmte Körperstelle ungewöhnlich warm oder kalt ist – bei Berührung fühlt sich diese Körperstelle jedoch normal an. Aber auch ein gesteigertes Schmerzempfinden gehört zu den Sensibilitätsstörungen. Mediziner verwenden dafür den Fachbegriff "Hyperalgesie". In manchen Fällen äußern sich Sensibilitätsstörungen auch als Taubheitsgefühle: Die betroffene Körperstelle fühlt sich an, als ob sie – wie bei einem chirurgischen Eingriff – örtlich betäubt ist. Im Gegensatz zur Hyperalgesie kann die Schmerzempfindung nun ausgeschaltet sein. Manche Patienten mit Sensibilitätsstörungen an den Füßen merken deshalb zum Beispiel nicht, wenn sie in spitze Gegenstände (z.B. eine Reißzwecke) treten. Besonders bei Diabetikern kann das dazu führen, dass sich die Patienten unbemerkt an den Fußsohlen verletzen – und die Wunde folglich nicht versorgen. Das kann zu schweren Infektionen führen (sog. Diabetischer Fuß). Hinter Sensibilitätsstörungen können sich harmlose, vorübergehende Ursachen verbergen, zum Beispiel ein Kribbeln in den Fingern, wenn man sich am Ellenbogen stößt. Störungen der Sensibilität treten aber auch bei zahlreichen Erkrankungen oder Schädigungen des Nervensystems auf – beispielsweise bei Polyneuropathien, infolge von Infektionskrankheiten wie Gürtelrose (Herpes zoster) und Meningitis (Hirnhautentzündung) oder auch einem Schlaganfall. Eine weitere, häufige Ursache für Sensibilitätsstörungen ist ein Bandscheibenvorfall, bei dem hervorgetretenes Bandscheibengewebe auf umliegende Nerven drückt und so Sensibilitätsstörungen auslösen kann. Langanhaltende Sensibilitätsstörungen erfordern in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung und eine individuelle Therapie. Weiterlesen: Sensibilitätsstörungen: Ursachen Das könnte Sie auch interessieren
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