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Sensibilitäts­störungen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. Juli 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Sensibilitätsstörungen liegen vor, wenn jemand Reize wie Berührung, Temperatur oder Schmerzen nicht richtig wahrnehmen kann. Sensibilitätsstörungen werden oftmals auch als "Missempfindungen" bezeichnet.

Eine häufige Form der Sensibilitätsstörung ist die sogenannte Parästhesie, die sich durch Kribbeln ("Ameisenlaufen") und Taubheitsgefühl in der betroffenen Körperregion äußert. Einige Menschen verwenden deshalb auch den Begriff "Gefühlsstörungen".

Zahlreiche Nervenendigungen, Rezeptoren und Sensoren auf der Haut und im ganzen Körper sowie die Sinnesorgane des Menschen, beispielsweise Augen, Ohren und Nase, nehmen Reize wahr und leiten sie über die Nerven ans Gehirn weiter. Das Gehirn verarbeitet die Informationen der Sinnesorgane und Sensoren zu Eindrücken und Empfindungen. Man unterscheidet unter anderem

  • mechanische Reize (z.B. Druck, Vibration),
  • Temperaturempfindung (Thermorezeption),
  • Schmerzempfindung (Nozizeption) sowie
  • Bewegungs- und Lageempfinden (Propriozeption).

Sensibilitätsstörungen äußern sich zum Beispiel in unangenehmen Missempfindungen oder in einer veränderten Reizwahrnehmung. So können Menschen mit einer Sensibilitätsstörung Reize entweder gesteigert, abgeschwächt oder auch gar nicht mehr wahrnehmen. Typische Sensibilitätsstörungen sind

Manchmal treten auch sogenannte Wärme- oder Kältemissempfindungen auf. Dabei haben die Betroffenen das Gefühl, dass eine bestimmte Körperstelle ungewöhnlich warm oder kalt ist – bei Berührung fühlt sich diese Körperstelle jedoch normal an. Auch ein gesteigertes Schmerzempfinden gehört zu den Sensibilitätsstörungen. Mediziner verwenden dafür den Fachbegriff "Hyperalgesie".

In manchen Fällen äußern sich Sensibilitätsstörungen als Taubheitsgefühle: Die betroffene Körperstelle fühlt sich an, als ob sie – wie bei einem chirurgischen Eingriff – örtlich betäubt ist. Im Gegensatz zur Hyperalgesie ist die Schmerzempfindung eingeschränkt oder ausgeschaltet. Manche Patienten mit Sensibilitätsstörungen an den Füßen merken deshalb zum Beispiel nicht, wenn sich kleine Risse in der Haut bilden oder sie sich am Fuß verletzen. Besonders bei Diabetikern, deren Füße schlecht durchblutet sind, kann das mitunter zu schweren Infektionen führen. Ärzte sprechen bei fortgeschrittener Erkrankung auch vom sogenannten diabetischen Fuß.

Hinter Sensibilitätsstörungen können sich harmlose, vorübergehende Ursachen verbergen, zum Beispiel ein Kribbeln in den Fingern, wenn man sich am Ellenbogen stößt oder ein Nerv durch eine ungünstige Körperhaltung etwas eingeklemmt oder schlechter durchblutet war. Störungen der Sensibilität treten aber auch bei zahlreichen Erkrankungen oder Schädigungen des Nervensystems auf – beispielsweise bei

Eine weitere, häufige Ursache für Sensibilitätsstörungen im Bereich der Beine und Füße ist ein Bandscheibenvorfall, bei dem hervorgetretenes Bandscheibengewebe auf umliegende Nerven drückt und so Sensibilitätsstörungen auslösen kann.

Je nach Art der Missempfindung, dem Alter, den Vorerkrankungen und eventuell zusätzlich auftretenden Symptomen sollte der Betroffene die Sensibilitätsstörungen umgehend von einem Arzt abklären lassen – etwa bei Verdacht auf einen Schlaganfall. Wenn bei einer Person über längere Zeit Sensibilitätsstörungen bestehen, sollte sie sie in jedem Fall ärztlich untersuchen lassen, um die Ursachen zu klären.



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