Schwitzen, Schweißausbrüche: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2016)

Gegen Schwitzen ist meist keine Therapie nötig – ist jedoch eine Erkrankung die Ursache für die vermehrten Schweißausbrüche, muss der Arzt diese in der Regel behandeln.

Meist reichen bei starkem Schwitzen Eigenmaßnahmen zur Behandlung aus – Sie können einiges tun, um die Schweißproduktion zu verringern!

Was tun gegen Schwitzen?

Wenn Sie stark schwitzen, sind – neben einer angemessenen Körperpflege – desinfizierende Seifen empfehlenswert. Um übermäßige Schweißausbrüche in bestimmten Körperregionen (z.B. Achseln) zu verringern, können Sie ein Antitranspirant verwenden. Antitranspirants stehen als Puder, Cremes oder Lösungen (z.B. mit Aluminiumverbindungen oder Methenamin) zur Verfügung. Diese Mittel helfen gegen starkes Schwitzen, weil sich unter ihrer Wirkung die Schweißdrüsen zusammenziehen.

Desinfizierende Seifen und Deodorants wirken gegen die bakterielle Zersetzung des Schweißes und sorgen so dafür, dass beim Schwitzen kein Schweißgeruch entsteht.

Droht durch ein Antitranspirant gegen Schwitzen Brustkrebs? In den Medien heißt es immer öfter, dass aluminiumhaltige Antitranspirants gesundheitlich bedenklich sind, weil sie die Menge des vom Körper aufgenommenen Aluminiums erhöhen und so womöglich Brustkrebs oder auch Alzheimer begünstigen. Wissenschaftlich ist ein solcher Zusammenhang jedoch nicht belegt.

Eine Tasse Salbeitee, daneben einige Salbeiblätter und -blüten. © Jupiterimages/iStockphoto

Hat eine schweißmindernde Wirkung: Salbeitee.

Außerdem steht mit Salbei (z.B. in Form von Salbeitee) ein wirksames Hausmittel gegen Schwitzen zur Verfügung: Ähnlich wie Antitranspirants führt Salbei dazu, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen, sodass die Schweißausbrüche weniger werden.

Um Schweißausbrüche nicht noch zu fördern, ist es darüber hinaus ratsam, keine synthetische Kleidung zu tragen, sondern lieber Stoffe aus atmungsaktiveren Naturfasern. Meiden Sie Schuhe mit Sohlen aus Gummi, Kunststoff oder Holz – tragen Sie stattdessen Sandalen oder Lederschuhe. Wenn Sie vor allem nachts stark schwitzen, können vielleicht schon ein leichterer Schlafanzug oder eine verringerte Raumtemperatur Abhilfe schaffen.

Bei starkem Schwitzen gilt der weitere allgemeine Tipp: Passen Sie die Ernährung entsprechend an! Das heißt: Verzichten Sie auf scharfe Speisen, Kaffee und Alkohol – denn diese fördern Schweißausbrüche.

Verringern Sie aber nicht Ihre Trinkmenge, weil Sie befürchten, die Flüssigkeit nur wieder auszuschwitzen – im Gegenteil: Wenn Sie stark schwitzen, ist es wichtig, viel zu trinken, um die verloren gegangene Flüssigkeit zu ersetzen!

Sind Ihre Schweißausbrüche nervöser Natur, können Entspannungstechniken wie autogenes Training hilfreich sein, um das Schwitzen unter Kontrolle zu bekommen.

Wenn die Eigenmaßnahmen nicht gegen die übermäßige Schweißbildung helfen und Sie sehr darunter leiden, können Sie eine ärztliche Therapie in Erwägung ziehen. Welche Mittel dabei gegen das Schwitzen zum Einsatz kommen, hängt davon ab, wodurch die Schweißausbrüche entstehen und welche Körperstellen von der Schweißbildung betroffen sind.

Was kann der Arzt tun?

Gegen übermäßiges Schwitzen stehen sowohl nicht-operative (d.h. konservative) als auch operative Behandlungsmethoden zur Verfügung:

  • Die konservative Therapie bei übermäßigem Schwitzen umfasst
    • die Iontophorese, eine Gleichstromanwendung, welche die Aktivität der Schweißdrüsen vermindert,
    • Botulinumtoxin-Spritzen, welche die Nervenleitung zu den Schweißdrüsen blockieren.
  • Die operative Therapie bei vermehrtem Schwitzen kann darin bestehen,
    • die Schweißdrüsen zu entfernen (Exzision),
    • die Schweißdrüsen abzusaugen (Saugkürettage),
    • die Nerven zu blockieren, die das Schwitzen auslösen (Sympathektomie).

Ist eine andere Krankheit (z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion, Parkinson) für das Schwitzen oder die Schweißausbrüche verantwortlich, besteht die Therapie in erster Linie darin, diese Grunderkrankung zu behandeln.

Besonders bei länger anhaltendem und / oder starkem Schwitzen oder wenn Schweißausbrüche ohne erkennbare Ursache auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam.


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