Schwitzen, Schweißausbrüche: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2016)

Starkes Schwitzen macht meistens keinen Arztbesuch notwendig, da die Schweißausbrüche in den meisten Fällen nur kurzfristige Symptome mit offensichtlicher Ursache sind.

Bleibt ein übermäßiges Schwitzen aber langfristig bestehen, sind die Schweißausbrüche sehr stark oder ist ihr Grund nicht bekannt, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen. Dies ist auch wichtig, wenn das Schwitzen mit zusätzlichen Beschwerden verbunden ist – wie mit Schmerzen (z.B. in der Herzgegend).

Da es keinen allgemeingültigen Labor- oder Messwert gibt, der anzeigen könnte, wann extremes Schwitzen krankhaft ist, spielt die ausführliche Befragung durch den Arzt (sog. Anamnese) bei der Diagnose eine bedeutende Rolle: So wird der Arzt sich zum Beispiel danach erkundigen, …

  • in welchem Alter die Symptome einsetzten,
  • … ob die Schweißausbrüche unvorhersehbar (also z.B. unabhängig von der Temperatur) auftreten oder
  • … inwieweit man sich im Alltag durch das viele Schwitzen beeinträchtigt fühlt.

Zudem ist es wichtig zu wissen, ob möglicherweise bestimmte Medikamente die Schweißausbrüche auslösen oder ob eine Erkrankung vorliegt, die mit dem Schwitzen in Verbindung stehen könnte.

Je nachdem, welche Ursache der Arzt für das Schwitzen vermutet, können weitere Untersuchungen folgen. Dazu gehören zum Beispiel:

 Man sieht eine Ärztin im Gespräch mit einem Patienten. © Jupiterimages/iStockphoto

Sie leiden unter länger anhaltendem oder sehr starkem Schwitzen? Dann sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen – suchen Sie sicherheitshalber Ihren Arzt auf!

Um festzustellen, welches Ausmaß das Schwitzen hat, können außerdem verschiedene Tests zum Einsatz kommen. Mit dem sogenannten Jod-Stärke-Test nach Minor kann der Arzt den vom Schweißausbruch betroffenen Bereich deutlich abgrenzen: Hierzu tupft er die Haut trocken, bestreicht sie mit sogenannter Lugollösung und streut anschließend Speisestärke darüber. Durch Schweißausbrüche verfärben sich die so behandelten Stellen deutlich blau-violett. Mithilfe der Gravimetrie lässt sich die pro Zeiteinheit gebildete Schweißmenge bestimmen.

Beide Tests können darauf hinweisen, dass der Körper Schweiß in Mengen bildet, die für eine reine Temperaturregulation nicht notwendig wären. Dann ist das Schwitzen Anzeichen für eine sogenannte Hyperhidrose:

  • Leichte Hyperhidrose (Grad I): Die Haut von Achseln, Hand- und Fußflächen ist durch Schwitzen deutlich übermäßig feucht; Schweißflecken in den Achseln haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimetern
  • Mäßig starke Hyperhidrose (Grad II): Auf Haut von Achseln, Hand- und Fußflächen bilden sich Schweißperlen; Schweißflecken in den Achseln haben einen Durchmesser von 10 bis 20 Zentimetern; an Händen und Füßen ist das Schwitzen auf die Handfläche beziehungsweise Fußsohle begrenzt
  • Starke Hyperhidrose (Grad III): Schweißperlen tropfen von Achseln, Hand- und Fußflächen ab; Schweißflecken in den Achseln haben einen Durchmesser von mehr als 20 Zentimetern; die Schweißbildung der Hände und Füße ist nicht auf Innenfläche / Sohle begrenzt, sondern die Betroffenen schwitzen auch an den Seitenrändern von Hand und Fuß sowie an Finger- und Zehenrücken

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