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Schwitzen, Schweißausbrüche

Schwitzen, Schweißausbrüche: Diagnose

Stand: 6. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Vermehrtes Schwitzen oder Schweißausbrüche machen meistens keine ärztliche Diagnose notwendig, da sie in den meisten Fällen nur kurzfristige Symptome mit einer offensichtlichen Ursache sind. Bleiben die Beschwerden aber langfristig bestehen, sind sie sehr stark oder ist der Grund für das Schwitzen nicht bekannt, lassen sich die Betroffenen am besten ärztlich untersuchen. Dies ist auch wichtig, wenn neben dem starken Schwitzen zusätzlich Schmerzen – zum Beispiel in der Herzgegend – oder andere Beschwerden auftreten.

Da es keinen allgemeingültigen Labor- oder Messwert gibt, der ein krankhaftes extremes Schwitzen anzeigt, ist zur Diagnose eine ausführliche Befragung durch den Arzt sehr wichtig. Dabei ist zu klären, in welchem Alter die Symptome auftraten und ob das Schwitzen von der Temperatur unabhängig und unvorhersehbar auftritt. Sehr wichtig für die spätere Behandlung ist auch, ob sich die Betroffenen im Alltag beeinträchtigt fühlen, weil sie so viel schwitzen.

Um festzustellen, welches Ausmaß das Schwitzen hat, können zur Diagnose außerdem verschiedene Tests zum Einsatz kommen. Mit dem sogenannten Jod-Stärke-Test nach Minor kann man den vom Schweißausbruch betroffenen Bereich deutlich abgrenzen: Hierzu tupft man die Haut trocken, bestreicht sie mit Lugollösung und streut anschließend Speisestärke darüber. Durch Schweißausbrüche verfärben sich die so behandelten Stellen deutliche blau-violett. Die pro Zeiteinheit gebildete Schweißmenge ist mithilfe der Gravimetrie bestimmbar. Beide Tests können darauf hinweisen, ob es sich beim vermehrten Schwitzen um die als Hyperhidrose bezeichnete Fehlfunktion handelt (d.h. ob der Körper Schweiß in Mengen bildet, die für eine reine Temperaturregulation nicht notwendig wären):

  • Leichte Hyperhidrose (Grad I): Haut von Achseln, Hand- und Fußflächen ist durch Schwitzen deutlich übermäßig feucht; Schwitzflecke in den Achseln haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimetern
  • Mäßig starke Hyperhidrose (Grad II): Auf Haut von Achseln, Hand- und Fußflächen bilden sich Schweißperlen; Schwitzflecke in den Achseln haben einen Durchmesser von 10 bis 20 Zentimetern; an Händen und Füßen ist das Schwitzen auf die Handfläche beziehungsweise Fußsohle begrenzt
  • Starke Hyperhidrose (Grad III): Schweißperlen tropfen von Achseln, Hand- und Fußflächen ab; Schwitzflecke in den Achseln haben einen Durchmesser von mehr als 20 Zentimetern; die Schweißbildung der Hände und Füße ist nicht auf Innenfläche/Sohle begrenzt, sondern die Betroffenen schwitzen auch an den Seitenrändern von Hand und Fuß sowie an Finger- und Zehenrücken

Je nach für das Schwitzen oder die Schweißausbrüche vermuteter Ursache können zur Diagnose weitere Untersuchungen folgen. Dazu gehören eine Blutuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung oder bei Verdacht auf Krebs eine Biopsie beziehungsweise Knochenmarkspunktion.

Weiterlesen: Schwitzen, Schweißausbrüche: Therapie

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