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Schwere Beine

Kompressionsstrümpfe

Stand: 10. Februar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Kompressionsstrümpfe können sowohl bei bereits bestehendem Venenleiden als auch vorbeugend angewendet werden. Mit Kompressionsstrümpfen vorbeugen sollten Personen, bei denen bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Hierzu zählen vor allem genetische Belastung, eine vorwiegend sitzende oder stehende Tätigkeit, erhöhte Blutgerinnungsneigung, Schwangerschaft, lange Reisen mit Flugzeug, Auto oder Bahn (Reisethrombose) sowie Bettlägerigkeit. Ein weiterer Einsatzbereich von Kompressionsstrümpfen sind lymphatische Erkrankungen.

Entstehung von Krampfadern
Erkrankte Verbindungsvene zw. oberflächlichen und tiefen Venen

Bei erkrankten Venen schließen die Venenklappen, die normalerweise wie kleine Ventile einen Rückstrom des zum Herzen fließenden Bluts verhindern, nicht mehr richtig. Die Folge davon: Das Blut versackt sozusagen in den Beinen. Die dadurch fortschreitenden Erweiterungen der Venen führen wiederum dazu, dass die Klappen noch schlechter schließen.

Schematische Darstellung von Venen
Gesunde Verbindungsvene zw. oberflächlichen und tiefen Venen

Medizinische Kompressionsstrümpfe üben von außen Druck auf die erweiterten Venen aus, der ihren Durchmesser einengen soll. Durch den verengten Venenquerschnitt können die Venenklappen wieder besser schließen.

Darüber hinaus erhöhen Kompressionsstrümpfe die Fließgeschwindigkeit des Bluts und unterstützen die Muskelpumpe, wodurch Stauungen vermieden und die Venen vor weiterer Überdehnung geschützt werden.

Der bessere Rückfluss des Bluts zum Herzen senkt die Thrombose- und folglich auch die Emboliegefahr. Die Stoffwechselvorgänge im Bein werden günstig beeinflusst und das Risiko für offene Beine sinkt. Der kontinuierliche Druck von außen wirkt zudem einem Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe und damit einer Wasseransammlung (Ödembildung) entgegen.

Kompressionsstrümpfe sind zu unterscheiden von sogenannten Stützstrümpfen, die in Bezug auf die Höhe des Drucks, die Beständigkeit des Drucks und die Druckverteilung insgesamt nicht bei den genannten Anwendungsgebieten ausreichen. Weiterhin abzugrenzen sind sogenannte Thromboseprophylaxestrümpfe, die zum Beispiel im Krankenhaus angewendet werden.

Weiterlesen: Schwere Beine: Therapie – Verschreibung, Anpassung und Kompressionsklassen

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