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Schnupfen (Rhinitis): Was wirklich gegen Schnupfen hilft

Veröffentlicht von: Till von Bracht (10. August 2016)

© Jupiterimages/Pixland

Gerade in der nasskalten Jahreszeit bleibt kaum jemand verschont: Ständig läuft die Nase, sie juckt oder brennt. Dann ist ein Schnupfen (Rhinitis) oft nicht mehr weit.

Ein Schnupfen entsteht, wenn Viren in die Schleimhautzellen der Nase eindringen und sich dort vermehren. Meist handelt es sich dabei um die sogenannten Rhinoviren. Durch die Virusinfektion wird das Immunsystem aktiviert, was zu verschiedenen Abwehrreaktionen führt. 

Neben der ständig laufenden Nase kommt es bei einem Schnupfen zudem häufig zu einem Niesreiz. Dies ist eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers – denn mit dem mit anschließendem Ausniesen von Nasensekret werden auch die Krankheitserreger ausgeschwemmt. Im weiteren Verlauf entzündet sich die Nasenschleimhaut und schwillt an. Diese Entzündung nennt man fachsprachlich Rhinitis – besser bekannt als Schnupfen.

Betroffenen fällt es dann immer schwerer, durch die Nase zu atmen. Außerdem führt ein Schnupfen häufig dazu, dass man schlecht riechen und schmecken kann. Unter Umständen tritt gleichzeitig ein Reizhusten auf. Auch die Augen sind manchmal gerötet und tränen. 

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist Schnupfen harmlos und klingt nach einiger Zeit von alleine wieder ab.

Normalerweise dauert ein einfacher Schnupfen etwa eine Woche. Im Volksmund lautet es: "Ein Schnupfen kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage."  Allerdings kann sich die dem Schnupfen zugrunde liegende Infektion im Hals-Nasen-Ohren-Bereich auch ausweiten und zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) verursachen.

Neben Viren und Bakterien kann die Nasenschleimhaut auch durch andere Stoffe gereizt werden und unter anderem zu Schnupfen führen. Dazu zählen zum Beispiel

  • Hausstaub,
  • Tierhaare,
  • Daunenfedern oder
  • Blütenstaub (Pollen).

Diese Form des Schnupfens nennt man auch allergischen Schnupfen beziehungsweise allergische Rhinitis. Allergiker leiden vor allem zur Pollenflugzeit unter allergischen Schnupfen und weiteren allergischen Beschwerden.

Video: Allergischer Schnupfen – wie entsteht er?

Der Arzt erkennt einen Schnupfen meist schon an den sichtbaren Beschwerden. Um aber die genaue Ursache herauszufinden, untersucht er den Patient genau und stellt einige Fragen. Vermutet der Arzt hinter dem Schnupfen eine Allergie, ist eine gezielte Diagnose mit einem Allergietest möglich. Der Allergietest erlaubt, das genaue Allergen, also den Auslöser der Allergie zu ermitteln.

Wissenswertes

Wie die Endung "-itis" bei der Bezeichnung Rhinitis vermuten lässt, handelt es sich bei einem Schnupfen um eine Entzündung der oberen Atemwege. Besonders häufig tritt ein Schnupfen im Rahmen einer Erkältung auf.

Hinter einer meist harmlos verlaufenden Erkältung stecken verschiedene Virustypen, die die Nasenschleimhaut reizen und einen Schnupfen auslösen können. Beim Niesen oder Sprechen gelangen die Schnupfenviren in die Luft – so kann sich ein Schnupfen von Mensch zu Mensch übertragen.

Wenn der Schnupfen im Rahmen einer Allergie auftritt, gilt die Devise: Meiden Sie so gut wie möglich den Auslöser. Bei einer Pollenallergie ist das jedoch oft schwierig, da Pollen teilweise kilometerweit fliegen können.

Schnupfen: Was hilft?

Vor einem Schnupfen kann man sich nicht sicher schützen. Gegen die Grippe zum Beispiel kann man sich impfen lassen, gegen einen Schnupfen jedoch noch. Jeden Erwachsenen trifft es zwei- bis drei Mal im Jahr – und jedes Jahr fragen sich die Betroffenen: "Wie werde ich den Schnupfen schnell wieder los?"

Je nachdem, welche Ursache dem Schnupfen zugrunde liegt, lassen sich die Symptome einer Rhinitis mit unterschiedlichen Maßnahmen und Mitteln lindern. Haben Sie sich zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung einen Schnupfen eingefangen, helfen oft schon Hausmittel wie

  • ein Dampfbad mit Kamille,
  • Inhalieren von Dampf mit ätherischen Ölen
  • Ingwertee mit Zitronensaft und Honig
  • oder Salzwasser-Nasenspray.

Freiverkäufliche Nasentropfen und Nasensprays aus der Apotheke mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin helfen dabei, dass die Nasenschleimhaut rasch abschwillt und man wieder frei durchatmen kann. Diese Medikamente sind zwar wirksam – nach einiger Zeit kann allerdings eine Art "Gewöhnungseffekt" auftreten. Daher sollte man Nasentropfen oder -sprays gegen Schnupfen nicht länger als eine Woche verwenden.

Bei einem allergischen Schnupfen empfehlen sich – je nach Allergieform – Antihistaminika als Tabletten, Spray oder Tropfen, um die Symptome zu lindern. Wenn bekannt ist, welche Pollen den Heuschnupfen auslösen, lässt sich im Rahmen der Therapie eine sogenannte Hyposensibilisierung durchführen.

Das Bild zeigt drei Kinder mit Schnupfen, die ihre Nasen putzen. © iStock

Schnupfen ist meist die Folge einer Virusinfektion. Antibiotika kommen nur dann zum Einsatz, wenn hinter dem Schnupfen eine bakterielle Infektion steckt.

Was tun, wenn das Baby Schnupfen hat?

Schnupfen kann jeden treffen: Schon Säuglinge und Babys leiden häufiger mal unter einem Schnupfen – vor allem, wenn ältere Geschwisterkinder den ein oder anderen Virus aus der Kita oder der Schule mit nach Hause bringen. Da Babys noch überwiegend durch die Nase atmen, macht ihnen eine verstopfte Nase besonders zu schaffen. 

Eltern können ihrem Nachwuchs helfen, indem sie

  • Nasentropfen mit einer Salzlösungen verabreichen, 
  • den Oberkörper erhöht lagern,
  • im Schlafzimmer trockene Heizungsluft vermeiden
  • und regelmäßig lüften. 

Gefäßverengende Nasentropfen mit den Wirkstoffen Oxymetazolin oder Xylometazolin sind in schwächeren Dosierungen auch für Säuglinge und Babys zugelassen. Dennoch gilt: Verwenden Sie abschwellende Nasentropfen nur sparsam und nicht länger als eine Woche!



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