Schnupfen (Rhinitis): Wenn die Nase ständig läuft

Veröffentlicht von: Till von Bracht (09. Oktober 2017)

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Kaum jemand bleibt im Winter vom Schnupfen verschont. An jeder Ecke schnieft und niest es. Meist dauert ein Schnupfen nur etwa eine Woche, doch manchmal geht er einfach nicht weg. Vor allem Babys kann ein solcher Schnupfen ganz schön zu schaffen machen, da ihnen dann das Trinken und Schlafen schwerfällt. Zum Glück gibt es Hausmittel, die helfen können, den Schnupfen schnell wieder loszuwerden.

Ein Schnupfen (fachsprachlich: Rhinitis) kann entstehen, wenn Viren in die Schleimhautzellen der Nase eindringen und sich dort vermehren. Meist handelt es sich dabei um die sogenannten Rhinoviren, aber auch andere Viren kommen infrage. Durch die Virusinfektion wird das Immunsystem aktiviert, was zu verschiedenen Abwehrreaktionen führt.

Neben der ständig laufenden Nase kommt es bei einem Schnupfen zudem häufig zu einem Niesreiz. Dies ist eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers – denn mit dem mit anschließendem Ausniesen von Nasensekret werden auch die Krankheitserreger ausgeschwemmt. Im weiteren Verlauf entzündet sich die Nasenschleimhaut und schwillt an. Diese Entzündung nennt man fachsprachlich Rhinitis – besser bekannt als Schnupfen.

Im Volksmund lautet es: "Ein Schnupfen kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage." Allerdings kann sich die dem Schnupfen zugrunde liegende Infektion im Hals-Nasen-Ohren-Bereich auch ausweiten und zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) verursachen.

"Normaler" Schnupfen oder allergischer Schnupfen? 

Besonders häufig tritt ein Schnupfen im Rahmen einer Erkältung auf. Die verantwortlichen Erkältungsviren gelangen beim Niesen oder Sprechen in die Luft – so kann sich ein Schnupfen leicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Wenn der Schnupfen im Rahmen einer Allergie auftritt, gilt die Devise: Meiden Sie so gut wie möglich den Auslöser. Bei einer Pollenallergie ist das jedoch oft schwierig, da Pollen teilweise kilometerweit fliegen können.

Was tun bei Schnupfen? Die beliebtesten Hausmittel im Überblick

Um einen leichten Schnupfen schnell wieder loszuwerden, müssen Sie nicht gleich einen Arzt aufsuchen: Es gibt viel, was Sie selbst tun können.

Die beliebtesten Hausmittel gegen Schnupfen sind:

  • Dampf: Inhalieren Sie heiße Dämpfe (38 bis 42°C). Dies hilft, die Nase frei zu machen beziehungsweise die Nasenschleimhaut zu befeuchten.
  • Kamille oder ätherische Öle: Ein Dampfbad mit Kamillentee oder ätherischen Ölen (z.B. Teebaum- oder Pfefferminzöl) wirkt wohltuend, entzündungshemmend und hilft, die Nase wieder freizubekommen. Wichtig: Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Sie auf ätherische Öle verzichten. Insbesondere bei Campher, Menthol und bei Eukalyptus ist Vorsicht geboten!
  • Nasenspülung/Nasenspray: Durchspülen Sie Ihre Nase ab und zu mit Salzwasser. So helfen Sie Ihrem Körper dabei, den angesammelten Schleim loszuwerden und die Nase zu befeuchten. Alternativ können Sie auch ein Nasenspray mit einer Salzlösung verwenden. 
  • Frische Luft: Halten Sie sich möglichst nicht in zu trockener oder rauchiger Luft auf.
  • Ingwer: Bei einer Erkältung ist auch Ingwer als Hausmittel beliebt – genauer gesagt Ingwertee mit Zitronensaft und Honig.
  • Zwiebeln: Manch einer schwört darauf, eine in Scheiben geschnittene Zwiebel auf das Nachtschränkchen zu legen, damit die Dämpfe den Schnupfen lindern.

So verschwinden die Erkältung und auch der Schnupfen meist nach rund einer Woche. Bei einem durch eine bakterielle Infektion verursachten Schnupfen sind gegebenenfalls Antibiotika zur Therapie notwendig.

Freiverkäufliche Nasentropfen und Nasensprays aus der Apotheke mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin helfen dabei, dass die Nasenschleimhaut rasch abschwillt und man wieder frei durchatmen kann. Diese Medikamente sind zwar wirksam – nach einiger Zeit kann allerdings eine Art "Gewöhnungseffekt" auftreten. Daher sollte man Nasentropfen oder -sprays gegen Schnupfen nicht länger als eine Woche verwenden.

Viel trinken bringt nicht viel

Immer wieder hört man den Ratschlag, dass man bei Schnupfen viel trinken sollte. Bislang gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme gegen Schnupfen helfen kann. Auch die Wirksamkeit von Akupunktur und Homöopathiekann aufgrund der uneinheitlichen Datenlage nicht abschließend beurteilt werden.

Bei einer allergischen Rhinitis empfiehlt es sich zunächst, das auslösende Allergen (z.B. Pollen, Tierhaare) – wenn möglich – zu meiden. Als vorbeugende Therapie können Personen mit allergischem Schnupfen Mittel mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure einnehmen. Darüber hinaus kommt unter Umständen eine Hyposensibilisierung in Betracht.

Stecken Nasenpolypen und eine Nasenscheidewand-Verkrümmung hinter dem Schnupfen, kommt gegebenenfalls eine Operation infrage.

Das Bild zeigt drei Kinder mit Schnupfen, die ihre Nasen putzen. © iStock

Schnupfen ist meist die Folge einer Virusinfektion. Antibiotika kommen nur dann zum Einsatz, wenn hinter dem Schnupfen eine bakterielle Infektion steckt.

Was tun, wenn das Baby Schnupfen hat?

Schnupfen kann jeden treffen: Schon Säuglinge und Babys leiden häufiger mal unter einem Schnupfen – vor allem, wenn ältere Geschwisterkinder den ein oder anderen Virus aus der Kita oder der Schule mit nach Hause bringen. Da Babys noch überwiegend durch die Nase atmen, macht ihnen eine verstopfte Nase besonders zu schaffen.

Eltern können ihrem Nachwuchs helfen, indem sie

  • salzhaltige Nasentropfen verabreichen,
  • regelmäßig ein paar Tropfen Muttermilch in die Nase träufeln (hierfür eignet sich eine kleine Pipette aus der Apotheke),
  • nachts den Oberkörper erhöht lagern,
  • ein feuchtes Handtuch aufhängen, um trockene Raumluft zu vermeiden und
  • regelmäßig lüften.

Gefäßverengende Nasentropfen mit den Wirkstoffen Oxymetazolin oder Xylometazolin sind in schwächeren Dosierungen auch für Säuglinge und Babys zugelassen. Dennoch gilt: Verwenden Sie abschwellende Nasentropfen nur sparsam und nicht länger als eine Woche!

Schnupfen (Rhinitis): Erkältungsviren und andere Ursachen

Schnupfen ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Diese Reaktion wird ausgelöst, wenn Viren, Bakterien oder andere Stoffe die Nasenschleimhaut reizen. Besonders häufig tritt ein Schnupfen im Rahmen einer Erkältung auf – aber auch der allergische Schnupfen ist weit verbreitet und macht sich vor allem als Heuschnupfen oder im Rahmen einer Tierhaarallergie bemerkbar.

Wissenswertes

Wie die Endung "-itis" bei der Bezeichnung Rhinitis vermuten lässt, handelt es sich bei einem Schnupfen um eine Entzündung der oberen Atemwege. Mediziner unterscheiden dabei zwischen einer akuten Rhinitis und einer chronischen Rhinitis. 

Wenn eine Erkältung die Ursache für den akuten Schnupfen ist, handelt es sich um eine akute Infektion mit verschiedenen Virustypen, zum Beispiel mit

  • Rhinoviren,
  • Adenoviren,
  • Echoviren,
  • aber auch mit dem humanen Bocavirus.

Die Viren gelangen über kleine Tröpfchen (Tröpfcheninfektion) in die Nasenschleimhaut – zum Beispiel wenn man angenießt oder angehustet wurde. Daraufhin entzündet sich die Nasenschleimhaut, was zu einer vermehrten Produktion von wäßrigem, durchsichtigem Schleim führt. Die Folge: Man bekommt Schnupfen. 

Ein chronischer Schnupfen entsteht durch eine dauerhafte Entzündung der Nasenschleimhaut. Die Ursachen für einen chronischen Schnupfen sind zum Beispiel

  • Allergien,
  • Reizstoffe wie Staub, Lösungsmittel oder Zigarettenrauch,
  • eine schiefe Nasenscheidewand oder
  • gutartige Geschwülste der Nasenschleimhaut, sogenannte Nasenpolypen.

Video: Allergischer Schnupfen – wie entsteht er?

Weitere Ursachen, die für einen Schnupfen verantwortlich sein können, sind:

  • Infektionen: Neben eine Erkältung können auch andere Virusinfektionen sowie bakterielle Infektionskrankheiten mit einem Schnupfen einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel Masern, Windpocken, Grippe (Influenza) und Scharlach.
  • Wer länger als 10 bis 15 Tage Nasentropfen oder -spray benutzt, leidet nach einer gewissen Zeit möglichweise unter einer chronisch verstopften Nase und entwickelt eventuell sogar eine Abhängigkeit vom Nasenspray. Als vasomotorischen Schnupfen bezeichnen Mediziner einen Schnupfen, dessen Ursachen erweiterte Blutgefäße in der Nasenschleimhaut sind und der vorwiegend im Alter auftritt.

Schnupfen (Rhinitis): Diagnose beim Arzt

Ein Schnupfen (Rhinitis) lässt sich meist schon anhand der typischen Symptome erkennen:

  • rote, laufende Nase
  • Ausfluss von klarem oder gelblichem Sekret
  • geschwollene und entzündete Nasenschleimhaut
  • verminderter Riech- und Geschmackssinn

Das Allgemeinbefinden und der Zeitpunkt, wann es zu Schnupfen kommt, liefern wichtige Hinweise für eine genauere Diagnose. Eine allergische Rhinitis tritt vor allem zur Pollenflugzeit im Frühjahr auf, und den meisten Betroffenen ist ihr Heuschnupfen bereits aus den vergangenen Jahren bekannt. Bei einem neu aufgetretenen allergischen Schnupfen kann man beim Arzt testen lassen, auf welche Allergene (z.B. Gräserpollen oder Tierhaare) man empfindlich reagiert.

In vielen Fällen tritt Schnupfen als harmloses Symptom im Rahmen einer Erkältung auf – insbesondere in der kalten Jahreszeit ist eine verstopfte Nase keine Seltenheit. Wer erkältet ist, leidet neben dem Schnupfen oft zusätzlich unter:

Um herauszufinden, ob der Schnupfen durch eine Erkältung, eine Allergie oder andere Erkrankungen verursacht ist, stellt der Arzt zunächst ein paar Fragen zu den genauen Beschwerden.

  • Wie äußert sich der Schnupfen (Fließschnupfen, Stockschnupfen)?
  • Wie lange haben Sie den Schnupfen schon?
  • Was haben Sie bereits unternommen, und hat es geholfen?
  • Haben Sie den Schnupfen öfter und wann?
  • Haben Sie nur Schnupfen oder noch andere Beschwerden wie Husten und Halsschmerzen?
  • Sind Vorerkrankungen, Allergien oder Unverträglichkeiten bekannt?

Es folgt eine gründliche Untersuchung von Nase, Hals und Oberkörper. Zur genaueren Diagnose nimmt der Arzt gelegentlich Blut ab.

Je nach vermuteter Ursache des Schnupfens sind weitere Untersuchungen sinnvoll, zum Beispiel HNO-ärztliche Untersuchungen der Nase und der Nasennebenhöhlen, mikrobiologische Tests des Nasensekrets auf Keime, Röntgenuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen und Allergietests.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Schnupfen (Rhinitis)":

Linktipps:

www.faktencheck-antibiotika.de
Der Faktencheck Gesundheit informiert Sie, wann und wie Sie Antibiotika bei Kindern sinnvoll einsetzen.

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Rhinosinusitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/049 (Stand: April 2017)

Gebauer-Sesterhenn, B., Praun, M.: Das große GU Babybuch. Gräfe und Unzer, München 2014

Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

Ruß, A., Endres, S.: Arzneimittel pocket plus 2013. Börm Bruckmeier, München 2012

Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011

Aktualisiert am: 9. Oktober 2017

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