Schmierblutung: Ursachen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (25. August 2016)

Eine Schmierblutung kann grundsätzlich drei verschiedene Ursachen haben. Sie kann:

  • hormonell,
  • organisch oder
  • mechanisch

bedingt sein. In vielen Fällen gibt es einen hormonellen Auslöser für die Schmierblutung, häufig in Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus.

Zyklische Schmierblutungen

Zyklische Schmierblutungen, also Schmierblutungen, die in Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus stehen und regelmäßig zum gleichen Zeitpunkt auftreten, können unterschiedliche Ursachen haben:

Vorblutungen (prämenstruelle Blutungen), also Blutungen, die zwei bis drei Tage vor der erwarteten Menstruation auftreten, sind meist Folge einer sogenannten Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz). Der Gelbkörper (Corpus luteum) spielt eine wichtige Rolle im weiblichen Zyklus. Unter anderem produziert er das Gelbkörperhormon (Progesteron). Bei einer Gelbkörperschwäche ist die Konzentration des Progesterons zu niedrig. Das kann dazu führen, dass der Zyklus verkürzt ist (Polymenorrhoe) und Schmierblutungen auftreten. Eine Gelbkörperschwäche kann Folge einer Schilddrüsenerkrankung sein und ist die häufigste Ursache für weibliche Unfruchtbarkeit.

Seltener resultieren Vorblutungen aus einem Östrogenmangel in der zweiten Zyklushälfte.

Auch die sogenannte Ovulationsblutung oder Mittelblutung kann Folge einer Gelbkörperschwäche sein. Sie tritt mit dem Eisprung (Ovulation) auf und kann von einem ziehenden Schmerz begleitet sein, dem Mittelschmerz.

Nachblutungen (postmenstruelle Schmierblutungen) sind Zusatzblutungen zwei bis drei Tage nach der Menstruation. Mögliche hormonelle Ursachen für eine Nachblutung können sein:

  • zu niedrige Östrogenkonzentration bei Zyklusbeginn (z.B. durch eine Gelbkörperschwäche)
  • verzögerte Regeneration der Gebärmutterschleimhaut

Hat sich etwa 24 Stunden nach dem Eisprung keine befruchtete Eizelle eingenistet, beginnt der Gelbkörper, sich zurückzubilden. Der Progesteronspiegel im Blut sinkt, die Gebärmutterschleimhaut wird wieder abgebaut und große Teile davon werden mit der anschließenden Regelblutung ausgeschieden. Ist dieser Vorgang gestört, kann es zu einer postmenstruellen Schmierblutung kommen.

Organische Ursachen für Nachblutungen können beispielsweise sein:

  • Myome (Gebärmuttergeschwulst)
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)
  • Endometriose
  • Polypen
  • Gebärmutterhypoplasie (Hierbei ist die Gebärmutter verkleinert, der Muskel ist geschwächt und die Blutstillung beeinträchtigt.)

Außerdem können zyklusabhängige Schmierblutungen als Nebenwirkung hormoneller Verhütung auftreten oder durch eine Hormonbehandlung ausgelöst werden. Auch nach einer Geburt sowie während und nach der Stillzeit kann der Hormonhaushalt vorübergehend aus dem Gleichgewicht geraten und Schmierblutungen zur Folge haben.

In seltenen Fällen kann auch eine Krebserkrankung Ursache für eine zyklusabhängige Schmierblutung sein, wie beispielsweise:

Zyklusunabhängige Schmierblutungen

Zyklusunabhängige Schmierblutungen sind nicht an den weiblichen Zyklus gekoppelt. Sie können beispielsweise

auftreten.

Werden die Gebärmutterschleimhaut oder die Scheidenschleimhaut mechanisch gereizt, können kleinste Gefäße (Kapillaren) verletzt werden und eine einmalige leichte Schmierblutung auslösen. Das kann beispielsweise passieren, wenn die betroffene Frau sich vom Frauenarzt eine Spirale einsetzen oder entfernen lässt. Auch Geschlechtsverkehr kann eine leichte Blutung durch mechanische Reizung auslösen (sog. Kontaktblutung).

Des Weiteren kann eine unvollständige Ausschabung dazu führen, dass die Gebärmutterschleimhaut sich nicht richtig regenerieren kann. Auch das kann Schmierblutungen zur Folge haben.

Schmierblutungen nach den Wechseljahren können ein Anzeichen für Gebärmutterkrebs sein und sollten daher beim Arzt abgeklärt werden. Aber auch eine Hormonbehandlung während der Wechseljahre sowie verschiedene medikamentöse Behandlungen können Schmierblutungen auslösen.

Weitere Ursachen für zyklusunabhängige Schmierblutungen können sein:

Schmierblutung in der Schwangerschaft

Einige Frauen beobachten zum Zeitpunkt der gewohnten Menstruation eine leichte Schmierblutung in der Schwangerschaft. In vielen Fällen ist diese harmlos. Sie sollte dennoch vom Frauenarzt abgeklärt werden, da sie auch Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft sein kann.

Zu Beginn der Schwangerschaft kann sich die Einnistung der Eizelle als leichte Schmierblutung äußern (Einnistungsblutung).

Eine Schmierblutung in der späteren Schwangerschaft kann beispielsweise Folge der stärkeren Durchblutung und des erhöhten Drucks auf den Beckenboden sein. Dadurch können unter Belastung kleinste Blutgefäße (Kapillaren) platzen und zu einer Schmierblutung führen. Lassen Sie dennoch abklären, ob der Muttermund geschlossen ist und keine anderen Ursachen für die Schmierblutung vorliegen.

Bei Blutungen in der Schwangerschaft handelt es sich niemals um Menstruationsblutungen. Eine Periode in der Schwangerschaft ist nicht möglich!