Scheidentrockenheit: Ursachen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. Juli 2016)

Scheidentrockenheit kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, sowohl auf körperlicher, als auch auf psychischer Ebene. Nicht nur ältere Frauen in oder nach den Wechseljahren können eine trockene Scheide haben – auch junge Frauen sind davon betroffen.

Östrogenmangel

Insbesondere in den Wechseljahren haben viele Frauen mit Scheidentrockenheit zu kämpfen. Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel. Ist zu wenig Östrogen vorhanden, werden Haut und Schleimhäute der Vagina dünner und verletzlicher (sog. vaginale Atrophie) und begünstigen eine trockene Scheide. Zudem ist die Schleimhaut der Vagina mit zunehmendem Alter schlechter durchblutet, was ebenfalls eine Scheidentrockenheit fördert.

Nicht nur in der natürlichen Phase der Wechseljahre kann der Östrogenspiegel sinken. Östrogenmangel kann auch andere Ursachen haben. So sinkt der Östrogenspiegel zum Beispiel:

  • durch manche Medikamente, etwa im Rahmen einer antihormonellen Therapie zur Behandlung von Brustkrebs; durch die Therapie gerät die behandelte Frau in künstlich herbeigeführte Wechseljahre
  • nach einer Entfernung der Eierstöcke
  • als Nebenwirkung nach einer Chemotherapie
  • nach einer Bestrahlung im Bereich des Beckens
  • nach der Geburt / während der Stillzeit

In den Wechseljahren leiden viele Frauen unter Scheidentrockenheit. © iStock

In den Wechseljahren leiden viele Frauen unter Scheidentrockenheit.


Erkrankungen

Eine trockene Scheide kann auch im Rahmen mancher Erkrankungen auftreten, so zum Beispiel bei

Psychische Ursachen

Wenn beim Geschlechtsverkehr zu wenig Vaginalsekret gebildet wird, kann dies auch psychische Ursachen haben. Hierzu zählen etwa mangelnde Libido, Schamgefühle oder die fehlende Einstimmung vor dem Sex, aber auch sexuelle Funktionsstörungen, die zum Beispiel aufgrund traumatischer Erfahrungen entstanden sind. Ebenso können Stress und Depressionen den Östrogenspiegel beeinflussen und so eine trockene Scheide begünstigen.

Weitere Ursachen

Scheidentrockenheit kann durch viele weitere äußere Einflüsse ausgelöst beziehungsweise verstärkt werden. Hierzu zählen etwa bestimmte Medikamente und Verhütungsmittel, übermäßiger Alkoholgenuss oder das Rauchen, aber auch übertriebene Pflege. Aggressive Seifen, Parfüms oder Lotionen verändern den pH-Wert des Scheidenmilieus und die Schleimhäute trocknen aus. Krankheitserreger, die vorher kaum eine Chance hatten, haben nun leichtes Spiel.


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