Muskelschmerzen (Myalgie): Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (12. August 2016)

Bei Muskelschmerzen (Myalgie) hängt die Therapie von der Ursache für die Beschwerden ab. Deswegen ist es ratsam, die möglichen Auslöser der Schmerzen von einem Arzt abklären zu lassen: Er kann eine genaue Diagnose stellen und entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten.

Ein Beispiel: Ist die Myalgie nicht auf eine der häufigsten Ursachen (wie Muskelverspannung oder Muskelverletzung) zurückführen, sondern sind die Muskelschmerzen krankheitsbedingt, zielt die Therapie in der Regel darauf ab, die zugrunde liegenden Krankheit zu heilen.

Wenn bestimmte Medikamente (z.B. Statine gegen zu hohe Blutfettwerte oder das Antibiotikum Penicillin) als Nebenwirkung Muskelschmerzen verursachen, sollte man unter Umständen die Medikamente nach Rücksprache mit dem Arzt absetzen: Wenn Sie die für Ihre Schmerzen verantwortlichen Präparate nicht mehr nehmen, ist die Chance hoch, dass die durch sie entstandenen Schäden zurückgehen – und die Myalgie verschwindet.

Medikamente

Generell gilt: Gegen die Muskelschmerzen selbst – also als symptomatische Therapie – können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen: Geeignet sind Schmerzmittel wie zum Beispiel nichtsteroidale Antirheumatika.

Je nachdem, ob Sie unter

können verschiedene Maßnahmen helfen.

Was gegen akute Muskelschmerzen hilft

Gegen akute Muskelschmerzen, wie sie zum Beispiel bei Muskelverletzungen auftreten, hilft eine sofortige Therapie durch Kälteanwendungen: Wickeln Sie hierzu einen Eisbeutel in ein Tuch und legen sie ihn auf die betroffene Stelle.

Wenn Sie akute Muskelschmerzen haben, sind zur Therapie außerdem Ruhe und Schonung wichtig: Geben Sie Muskelverletzungen ausreichend Zeit zur Heilung! Wer einen verletzten Muskel zu früh wieder belastet, riskiert dessen erneute Verletzung mit Myalgie. Zusätzliche Vernarbungen und – in schweren Fällen – Verknöcherungen (Myositis ossificans) des Muskelgewebes können die Folge sein und den Heilungsprozess verlängern sowie die Beweglichkeit des Muskels erheblich einschränken.

Treten beim Sport akute Muskelschmerzen auf, ist es zur Therapie also ratsam, die sportliche Tätigkeit sofort zu unterbrechen. Setzen Sie bei einem Muskelkater das Training ein bis zwei Tage aus und steigern Sie es erst dann langsam wieder, wenn Sie schmerzfrei sind. Bei einer Muskelzerrung ist das nach zwei bis vier Wochen, bei Muskelrissen erst nach zwölf Wochen möglich.

Chronische Muskelschmerzen: Das können Sie tun

Wenn Sie ständige (d.h. chronische) Muskelschmerzen haben, zum Beispiel durch Muskelverspannungen, ist zur Therapie Wärme empfehlenswert. Gegen chronische Muskelschmerzen helfen:

  • Bäder mit Kräuterzusätzen
  • Sauna (allerdings ist es bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, einer Überfunktion der Schilddrüse oder akuten Infektionen besser, dies vorher mit Ihrem Hausarzt abzuklären oder auf Saunagänge zur Behandlung von Muskelschmerzen zu verzichten)
  • warme Güsse (etwa 10 bis 15 Minuten lang mit einem harten Wasserstrahl auf die Hauptschmerzpunkte zielen)
  • Wärmepackungen (Fango, Paraffin und Moorschlamm)
  • feuchtwarme Kompressen, Heizkissen und Wärmestrahler
  • Wärmeumschläge
  • Wärmepflaster (enthalten z.B. den Wirkstoff Capsaicin, der die Haut reizt, die Durchblutung anregt und hierüber die Therapie von Muskelschmerzen fördert)

Neben der Wärmebehandlung können auch andere Verfahren dazu beitragen, chronische Muskelschmerzen zu lindern. Zu diesen Therapie-Verfahren zählen:

Ist ein Schulter-Nacken-Syndrom für chronische Muskelschmerzen verantwortlich, hilft zur Therapie ein stetiges Training der Halsmuskulatur, das auch am Arbeitsplatz jederzeit möglich ist. Wichtig sind dabei Lockerungsübungen, bei denen Sie zum Beispiel den Hals aktiv dehnen und strecken. Allgemein ist es empfehlenswert, die Ursachen für eine innere Anspannung selbst herauszufinden und daraus Konsequenzen zu ziehen (z.B. für eine veränderte Sitzhaltung am Arbeitsplatz sorgen). Nackenmuskeln können Sie auch gut selbst massieren, am besten mit etwas Öl.

Die gegen chronische Muskelschmerzen im Rücken und Kreuz empfehlenswerte Therapie entspricht im Wesentlichen den Maßnahmen bei Schulter-Nacken-Schmerzen. Als Erstmaßnahme beim Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall kann schon die ruhige Rückenlage mit hoch gelegten Beinen die Rückenschmerzen und Kreuzschmerzen ein wenig lindern.

Regelmäßiges Rückentraining und Sport sind langfristige Maßnahmen zur Behandlung von Rücken- und Kreuzschmerzen. Doch nicht alle Sportarten sind für Menschen, die chronische Muskelschmerzen im Rückenbereich haben, zur Therapie empfehlenswert – vor allem, wenn sie dabei schnelle, reißende Beugung mit Drehung kombinieren. Dazu zählen Tennis, Golf, Reitsport, Ballspiele und Aerobic. Rückenfreundlichere Sportarten sind:

Ständige Rückenschmerzen sind häufig auch stressbedingt: Stress äußert sich oft indirekt als Rückenverspannung, die zu Muskelschmerzen führen. Zur Therapie ist es ratsam, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen: Dies fördert die Durchblutung sowie einen guten Schlaf und somit Ihr Wohlbefinden. Allgemein steigert auch eine ausgewogene Ernährung das Wohlbefinden. Wenn Sie seelisch bedingt chronische Muskelschmerzen haben, eignen sich zur Therapie zusätzlich Verfahren wie autogenes Training oder Yoga. Ist Übergewicht dafür verantwortlich, dass Sie ständig Muskelschmerzen im Rückenbereich haben, sind Sport und eine gesunde Ernährung beziehungsweise eine Diät ebenfalls hilfreich.