Muskelschmerzen (Myalgie): Untersuchungen beim Arzt

Veröffentlicht von: Till von Bracht (12. August 2016)

Nachdem die Anamnese zu den Muskelschmerzen (Myalgie) abgeschlossen ist, folgen zur weiteren Diagnose verschiedene Untersuchungen: Ihr Zweck besteht darin, die Schmerzen zu beurteilen. Dabei ist zu beachten, dass Muskelschmerzen in seltenen Fällen ein Hinweis auf Erkrankungen der Muskeln sein können: Bei einer Muskelentzündung (Myositis) ist der Muskelschmerz meist ausgebreitet, großflächig und betrifft mehrere Muskelgruppen. Auch lilarötliche Hautverfärbungen im Gesicht deuten auf eine Muskelentzündung hin, bei der die Haut mitbeteiligt ist (sog. Dermatomyositis). Reißende nächtliche Muskelschmerzen im Bereich von Hüfte, Nacken und Schulter finden sich beispielsweise bei der Polymyalgia rheumatica, einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung der Muskeln).

Auch Begleitbeschwerden können bei Muskelschmerzen wichtig für die Diagnose sein. Schmerzhafte Druckpunkte an Sehnenansätzen, Müdigkeit und Schlafstörungen sind zum Beispiel die typischen Anzeichen für eine nicht-entzündliche Erkrankung des Muskels (Fibromyalgie) mit Muskelschmerzen.

In einigen Fällen stecken hinter den Muskelschmerzen Krankheiten, die das Skelett, das Nervensystem oder andere Organe betreffen: Nächtliche Missempfindungen kommen beispielsweise bei Osteoporose (Knochenschwund) und Morbus Bechterew vor (einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, die v.a. Wirbelsäule und Gelenke betrifft). Des Weiteren können Alkohol- und Drogenmissbrauch eine Myalgie auslösen, weshalb der Arzt bei der Diagnose auch auf Anzeichen hierfür achtet.

Um die verschiedenen Gründe für Muskelschmerzen bei der Diagnose abzuklären, können folgende Untersuchungen zum Einsatz kommen:

  • Körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchung: So liefern beispielsweise Differenzialblutbild, Blutsenkungsgeschwindigkeit und CRP-Werte Hinweise auf mögliche Infekte oder autoimmune Ursachen, während bestimmte Leberwerte auf chronischen Alkoholmissbrauch hindeuten können.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Diese bildgebende Untersuchung kann beispielsweise bei Verdacht auf eine Muskelentzündung (Myositis) zur Diagnose hilfreich sein.
  • Schnittbildverfahren wie die Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): Diese bildgebenden Verfahren sind bei sehr großen oder tief liegenden Muskeln besser geeignet als Ultraschall (v.a. wenn die Betroffenen stark übergewichtig sind); ein MRT kann bei Verdacht auf eine entzündliche Muskelerkrankung zur Diagnose beitragen.
  • Elektrophysiologische Untersuchung (Elektromyographie): Ein Elektromyogramm kann beispielsweise Hinweise auf entzündliche oder degenerative Muskelerkrankungen oder auf durch das Nervensystem bedingte Muskelschädigungen liefern.
  • Muskelbiopsien (Gewebeproben aus den Muskeln): Eine Muskelbiopsie erfolgt bei Muskelschmerzen meist als letzter Schritt zur Diagnose – und auch nur dann, wenn deutliche Hinweise auf eine Muskelerkrankung vorliegen.