Laufende Nase

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. September 2017)

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Jeder kennt eine laufende Nase, etwa wenn sich eine Erkältung mit Schnupfen anbahnt, aber auch bei Kälte oder hin und wieder beim Sport. Die Beschwerden verschwinden meist nach einigen Tagen von alleine wieder. Auch wenn eine laufende Nase oft harmlose Ursachen hat, kann sie den Alltag des Betroffenen stark beeinträchtigen.

Was ist eine laufende Nase?

Eine laufende Nase wird im Fachjargon als Rhinorrhoe oder nasale Hyperaktivität bezeichnet. Wenn die Nase läuft, tritt ungewöhnlich viel Flüssigkeit aus den Nasenlöchern aus. Dieses Sekret wird von den Schleimhäuten der Nase und den Nasennebenhöhlen produziert, wenn sie stärker als gewöhnlich durchblutet sind.

Die leicht sauere bis neutrale Flüssigkeit, die aus der Nase läuft, besteht vorwiegend aus

  • Wasser,
  • Salzen,
  • Schleimstoffen (Muzinen) und
  • Eiweißen (Proteinen).

Das Sekret kann wässrig und klar bis dickflüssig und gelb sein.

Im Laufe einer Erkältung geht die laufende Nase oft in eine verstopfte Nase über.

Laufende Nase: Ursachen

In den meisten Fällen läuft die Nase aufgrund einer Erkältung oder eines Schnupfens. Diese wiederum werden meist von Viren verursacht. Wenn eine Infektion mit Bakterien die Virusinfektion verstärkt, sprechen Fachleute von einer sogenannten Superinfektion.

Eine laufende Nase kann außerdem weitere krankheitsbedingte Ursachen haben:

Ein Sonderfall für eine laufende Nase sind Verletzungen der Schädelbasis, bei denen Hirnwasser (Liquor) aus der Nase austreten kann.

Warum läuft die Nase bei Kälte?

In vielen Fällen läuft die Nase, ohne dass eine Erkrankung dahinter steckt, zum Beispiel:

  • beim Sport
  • beim Essen (scharf, heiß)
  • bei Kälte
  • wenn man weint

Das liegt daran, dass die Nasenschleimhäute in diesen Situationen kurzfristig stärker durchblutet sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die laufende Nase, wenn es draußen besonders kalt ist und im Zimmer sehr warm. Der Wechsel von kalt zu warm lässt die Nase noch stärker laufen.

Aber auch mit zunehmendem Alter erweitern sich die Blutgefäße in der Nase. Infolgedessen können die Nasenschleimhäute anschwellen und die Nase läuft.

Laufende Nase: Diagnose

Wenn die Nase dauerhaft läuft, kann eine Diagnose beim Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) nötig sein. Gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt, wenn zur laufenden Nase Beschwerden hinzukommen wie

Um zu klären, warum die Nase läuft, können für den Arzt folgende Punkte wichtig sein:

  • Leben Tiere in der Umgebung des Betroffenen?
  • Tritt die laufende Nase nur in bestimmten Monaten (saisonal) auf?
  • Ist der Betroffene beruflich Staub oder Chemikalien ausgesetzt?
  • Sind mehrere Personen im Umfeld erkrankt?
  • Gibt es weitere Beschwerden?

Untersuchungen bei laufender Nase

Der Arzt wird überprüfen, ob bestimmte Erkrankungen vorliegen, die dazu führen können, dass die Nase läuft. Dazu gehören beisielsweise:

Je nach vermuteter Ursache für die laufende Nase können weitere Untersuchungen zur Diagnose notwendig sein, beispielweise eine Röntgenuntersuchung der Nase und ihrer Nebenhöhlen, eine Blutuntersuchung oder eine Riechprüfung (Olfaktometrie). Um einen Austritt von Hirnflüssigkeit auszuschließen, testet der Arzt das Sekret auf enthaltenen Zucker.

Laufende Nase: Therapie

Meist ist es nicht nötig, eine laufende Nase zu behandeln. Läuft die Nase wegen eines Schnupfens, lassen die Beschwerden gewöhnlich nach einigen Tagen von selbst nach. Auch bei nicht-krankheitsbedingten Ursachen (wie Kälte, Sport usw.) wird die Nase mit der Zeit von selbst nicht mehr laufen.

Das kann der Arzt tun, wenn die Nase läuft

Liegt gleichzeitig mit der Virusinfektion eine bakterielle Superinfektion vor, kann der Arzt eine Therapie mit Antibiotika verordnen, um die Bakterien abzutöten.

Hängt die laufende Nase mit einem allergischen Schnupfen zusammen, helfen meist sogenannte Degranulationshemmer (z.B. Cromoglicinsäure), etwa in Form von Nasenspray. Langfristig kann eine Hyposensibilisierung helfen.

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung verbessern beispielsweise Acetylcystein und Ambroxol die Schleimlösung. Als pflanzliches Wirkstoffe eigenen sich Myrtol, Anis - oder Eukalyptusöl.

Ist die laufende Nase Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, etwa Polypen oder Tumoren, muss diese gezielt behandelt werden.

Das können Sie gegen eine laufende Nase tun

Wenn die Nase aufgrund eines Schnupfens oder einer Erkältung läuft, können Sie:

  • mit Kamille, ätherischen Ölen oder Mineralsalzen inhalieren.
  • Nasensprays, z.B. mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Naphazolin, verwenden, damit die Nasenschleimhaut abschwillt (Achtung: Nasensprays nicht zu lange anwenden).
  • die Beschwerden mit Spülungen mit Salzlösungen lindern (befeuchten die Nasenschleimhaut).

Laufende Nase: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Laufende Nase":

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 28.9.2017)

Leitlinien der der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.: Rhinosinusitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/049 (HNO) und 053-012 (DEGAM) (Stand: 7.4.2017)

Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011

Aktualisiert am: 28. September 2017

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