Kreislaufprobleme: Ursachen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (16. Juni 2016)

Kreislaufprobleme können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Je nachdem, warum der für die Kreislaufbeschwerden verantwortliche niedrige Blutdruck (Hypotonie) entstanden ist, unterscheidet man:

  • Kreislaufprobleme durch eine primäre Hypotonie: Hierbei ist der Blutdruck dauerhaft erniedrigt, was aber nicht zwangsläufig mit ständigen Kreislaufbeschwerden verbunden ist. Stattdessen verursacht die Hypotonie vor allem beispielsweise nach langer Bettlägerigkeit, bei Überhitzung (z.B. bei heißem Wetter oder langem Baden in zu heißem Wasser), bei stark schwankenden Temperaturen, bei kräftezehrenden Erkrankungen oder bei Jugendlichen während eines Längenwachstumsschubs Kreislaufprobleme. Die genauen Ursachen für die primäre Hypotonie sind unbekannt – vermutlich besteht ein Zusammenhang mit der körperlichen Verfassung oder dem Körperbau (Konstitution).
  • Kreislaufprobleme durch eine sekundäre Hypotonie: In dem Fall ist bekannt, woher die niedrigen Blutdruckwerte und die damit verbundenen Kreislaufprobleme rühren. Zum einen können hinter den Kreislaufbeschwerden Erkrankungen stecken (wie Herz- oder Gefäßkrankheiten, Hormonstörungen, Erkrankungen des Nervensystems), die zum Beispiel die Herzleistung vermindern, den Rückfluss von venösem Blut zum Herzen stören oder zu Blutverlusten führen. Zum anderen können Medikamente, die sich auf den Kreislauf auswirken, sekundäre Hypotonien auslösen.
  • Kreislaufstörungen bei orthostatischer Hypotonie und Ohnmachtsanfälle (Synkopen) infolge eines niedrigen Blutdrucks: Diese Kreislaufprobleme nehmen eine Sonderstellung ein. Normalerweise passt der Körper seinen Blutdruck und somit das Kreislaufsystem an die Lage des Körpers (Stehen, Liegen oder Sitzen) an, damit alle Organe stets ausreichend mit Blut versorgt sind. Ist diese Anpassung allerdings gestört, können zum Beispiel schnelles Aufstehen aus dem Liegen, langes Stehen in der Sonne und üppige Mahlzeiten mit Alkoholgenuss plötzliche Blutdruckabfälle und entsprechende Kreislaufprobleme bis hin zu Ohnmachtsanfällen hervorrufen. Ihre Ursachen hat die orthostatische Dysregulation in einer Störung der Venenfunktion in den Beinen, die durch Nervenerkrankungen oder die Einnahme verschiedener Medikamente entstehen kann.

Das Bild zeigt eine schwangere Frau. Viele Schwangere leiden in der Schwangerschaft unter Kreislaufproblemen infolge eines Blutdruckabfalls. © iStock

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Der Grund: Durch die Hormonumstellung weiten sich die Blutgefäße, sodass bei eingien Schwangeren der Blutdruck abfällt.

Kreislaufbeschwerden treten häufig bei Infektionskrankheiten auf. Aber auch Entzündungen im Körper, Vergiftungen, Verletzungen mit starkem Blutverlust, Drogenmissbrauch oder eine starke Unterkühlung kommen für Kreislaufprobleme als Ursachen infrage. Außerdem können Schockzustände oder psychische Störungen zu einer Kreislaufstörung führen. Und da zum Beispiel Nierenerkrankungen oder Durchfall den Salz- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers beeinflussen, können sie über die so entstehende Funktionsstörung des Stoffwechsels ebenfalls eine Kreislaufschwäche verursachen.

Außerdem können bei verschiedenen Krankheiten begleitend Kreislaufprobleme auftreten. Dazu zählen:

Des Weiteren kann eine Reizung des Nervus vagus (= 10. Hirnnerv) zu Kreislaufproblemen führen: Bei entsprechend veranlagten Menschen erweitern sich die Blutgefäße plötzlich, als Folge sinken Herzfrequenz und Blutdruck.

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft

Darüber hinaus treten Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft häufig auf. Ursache hierfür ist, dass sich das Herz-Kreislauf-System in der Schwangerschaft verändert: Bei Schwangeren steigen das Blutvolumen und die Herzschlagfrequenz; außerdem erweitern sich die Blutgefäße, weil die Hormonumstellung während der Schwangerschaft dazu führt, dass sich die Gefäßmuskulatur entspannt.