Kreislaufprobleme: Welche Therapie hilft

Veröffentlicht von: Till von Bracht (16. Juni 2016)

Die gegen Kreislaufprobleme eingesetzte Therapie zielt vor allem darauf ab, den verminderten Blutdruck wieder auszugleichen und den Kreislauf zu stabilisieren. Wie die Behandlung im Einzelfall aussieht, richtet sich nach den jeweiligen Ursachen für die Kreislaufbeschwerden. Es können folgende Maßnahmen zum Einsatz kommen:

  • Ursächliche Therapie: Vor allem wenn die Ärzte die Ursache für Ihren niedrigen Blutdruck kennen, besteht die Therapie in erster Linie darin, diese Ursache gezielt anzugehen. Die Behandlung kann zum Beispiel (je nach Grunderkrankung) darin bestehen, Stützstrümpfe anzupassen, Krampfadern zu operieren oder einen Herzschrittmacher einzusetzen.
  • Allgemeinmaßnahmen: Gegen Kreislaufprobleme können Sie einiges selbst tun: Um Ihren Kreislauf zu stärken, ist es zum Beispiel ratsam, auf Nikotin zu verzichten. Durch heiß-kalte Wechselduschen und Bürstenmassagen können Sie Ihren Kreislauf anregen – ebenso wie durch regelmäßige Bewegung. Um Kreislaufprobleme zu vermeiden, ist es außerdem sinnvoll, nicht lange zu stehen oder schnell aufzustehen und den ganzen Tag (unter Umständen auch nachts) genug zu trinken. Und wenn Sie baden, achten Sie darauf, dass das Wasser nicht heißer als 37 Grad Celsius ist und Sie höchstens 10 Minuten in der Wanne bleiben. Darüber hinaus kann es bei Kreislaufschwäche hilfreich sein, zu üppiges Essen und Alkoholkonsum zu meiden.
  • Medikamente: Falls nötig, kann gegen Kreislaufprobleme auch eine kurzfristige Therapie durch blutdrucksteigernde Medikamente (sog. Antihypotonika) zum Einsatz kommen. Bei Kindern und Schwangeren sind diese Mittel allerdings nicht oder nur eingeschränkt geeignet, um Kreislaufstörungen zu behandeln.

Wenn akute Kreislaufprobleme auftreten, lautet die erste Therapie-Maßnahme: Beine hochlagern. Wenn die Probleme länger anhalten, der Betroffene einen Krampf bekommt oder ohnmächtig wird, liegt ein Notfall vor – dann heißt es: Schnell einen Arzt verständigen oder ins Krankenhaus fahren! Wenn ein Kreislauf-Stillstand eintritt, erfordert dies eine sofortige Wiederbelebung.

Wenn Sie jüngeren oder mittleren Alters sind und einen dauerhaft leicht niedrigen Blutdruck haben, können gelegentliche Kreislaufprobleme harmlos sein. Eine besondere Therapie ist in dem Fall nicht nötig – womöglich können Sie Ihre Kreislaufbeschwerden schon in den Griff bekommen, indem Sie mehr trinken (Sie können den Kreislauf auch durch Kaffee ankurbeln), für ausreichend Bewegung sorgen oder auch mehr Kochsalz verwenden.

Wenn Ihr niedriger Blutdruck aber eine mangelnde Versorgung von Organen mit Blut bedingt und dadurch massive Kreislaufprobleme verursacht oder Folgeschäden zu erwarten sind, ist eine umfassendere Behandlung ratsam. Verringern sich Ihre Kreislaufprobleme, gilt dies auch bei wenig gestiegenen Blutdruckwerten als Zeichen für eine erfolgreiche Therapie.