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Kopfschmerzen (Cephalgie): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Juli 2016)

Bei Kopfschmerzen (Cephalgie) ist nicht in jedem Fall eine Therapie notwendig. Viele Kopfschmerzen verschwinden nach kurzer Zeit von selbst. Insbesondere wenn die Kopfschmerzen durch vorübergehende Überanstrengung, Schlafmangel oder übermäßigen Alkoholkonsum bedingt sind oder zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung auftreten, klingen sie meist ohne Behandlung wieder ab.

Anders verhält es sich bei Kopfschmerzen wie der Migräne: Bei dieser Erkrankung treten die Kopfschmerzen bei den meisten Betroffenen attackenweise immer wieder auf, was oft eine langfristige Kopfschmerz-Therapie erfordert. Auch wenn eine ernste Erkrankung wie ein Hirntumor hinter den Beschwerden steckt, ist eine gezielte Therapie nötig. Eine solche Erkrankung ist allerdings in den seltensten Fällen der Auslöser; meist haben Kopfschmerzen eine harmlose Ursache.

Eine Frau hat die Augen geschlossen und den Zeigefinger an ihre Schläfe gelegt. © Banana Stock Ltd.

Für Kopfschmerzen kommen unterschiedlichste Ursachen infrage.

Bei Kopfschmerzen richtet sich die Therapie nach der Ursache der Schmerzen. Anfallsweise auftretende Kopfschmerzen wie die Migräne sowie potenziell lebensgefährliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis), ein Schlaganfall (Apoplex) oder Hirntumoren gehören unbedingt in ärztliche Behandlung.

Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen und Kombinationspräparate (z.B. Acetylsalicylsäure + Paracetamol + Coffein ) sind in der Selbstmedikation zwar sehr beliebt – sie sollten aber mit Bedacht angewendet werden.

Bei freiverkäuflichen Schmerzmitteln gilt die Regel, dass diese keinesfalls häufiger als an zehn Tagen im Monat und nicht häufiger als an drei aufeinander folgenden Tagen eingenommen werden sollten. Andernfalls sind Kopfschmerzen durch Schmerzmittel möglich (sog. medikamenteninduzierter Kopfschmerz).

Vorsicht ist auch geboten bei der Therapie von Kopfschmerzen in der Schwangerschaft. Für werdende Mütter ist es ratsam, auch bei frei verkäuflichen Medikamenten vor der Einnahme immer beim Arzt oder Apotheker nachzufragen. In der Regel gilt Paracetamol in der Schwangerschaft als Mittel der ersten Wahl. Andere Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen gelten nur in bestimmten Abschnitten der Schwangerschaft als unbedenklich für Mutter und Kind. Auch für die Stillzeit gelten spezielle Regeln, da sich viele Wirkstoffe über die Muttermilch auch auf das Baby auswirken.

Neben der medikamentösen Behandlung sind bei Kopfschmerzen oft auch weitere Therapie-Maßnahmen hilfreich. Dies können zum Beispiel Massagen, Akupunktur, autogenes Training oder physikalische Therapie (z.B. Wärmebehandlungen am Nacken) sein. Nicht alle dieser Verfahren sind in der Behandlung von Kopfschmerzen auch wissenschaftlich gesichert und finden sich im Leistungskatalog der Krankenkassen. Welches Verfahren im Einzelfall geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Darüber hinaus können Sie mit einigen Verhaltensweisen die Kopfschmerzen lindern oder ihnen vorbeugen:


  • Vermeiden Sie Stress.
  • Bewegen Sie sich ausreichend an der frischen Luft und treiben Sie Sport.
  • Erlernen Sie Entspannungsübungen (z.B. Atemtechniken oder progressive Muskelentspannung).
  • Legen Sie bei der Arbeit regelmäßig Pausen ein.
  • Wirken Sie durch Dehnübungen der Nacken- und Schultermuskulatur und regelmäßiges Aufstehen Muskelverspannungen entgegen, wenn Sie viele Stunden am Tag sitzend verbringen.
  • Nehmen Sie geregelte Mahlzeiten zu sich.
  • Ernähren Sie sich gesund und vollwertig.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser, Saftschorle oder Kräutertee.
  • Sorgen Sie für ausreichend erholsamen Schlaf.
  • Meiden Sie möglichst Alkohol und Nikotin.

Handelt es sich bei den Kopfschmerzen nicht um die Folge einer ernstzunehmenden Erkrankung, können Hausmittel die Beschwerden lindern. Bekannte Hausmittel gegen Kopfschmerzen sind zum Beispiel:

  • feuchte Stirnkompressen mit Obstessig, Lavendel- oder Rosmarinmilch
  • Breiauflagen mit Quark, Kümmel oder Wachholderbeeren
  • Einreiben der Schläfen und Stirn mit Pfefferminzöl
  • Nackenkompressen mit Meerrettich

Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Bei Kopfschmerzen können Hausmittel vor allem entspannend und belebend wirken. Insbesondere bei Kindern sollten sie aber mit Vorsicht angewendet werden. Bei empfindlicher Haut können verschiedene Hausmittel gegen Kopfschmerzen – insbesondere Pfefferminzöl und Meerrettich – Hautreizungen hervorrufen.



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