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Juckreiz im Genitalbereich

Stand: 16. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Juckreiz im Genitalbereich: Definition

Wenn die äußere Scheide (Vagina), der Penis oder die Eichel juckt, ist dies zwar lästig – ein kurzfristiger Juckreiz im Genitalbereich (Pruritus genitalis) ist aber meist harmlos. Wie andere Empfindungen der Haut – zum Beispiel Schmerz, Berührung, Kälte oder Hitze – dient das Jucken als Schutzmechanismus:

Juckreiz löst ein unangenehmes Missempfinden aus, das sich durch Wärme verstärkt. Zahlreiche Botenstoffe des Körpers, wie Histamin, Zytokine und Opioide, können einen Juckreiz bewirken; langsam leitende Nervenfasern sorgen für seine Weiterleitung. Das Jucken bringt die Betroffenen dazu, die Haut zu kratzen, zu scheuern oder zu reiben – dies entfernt eventuelle Parasiten oder andere Fremdkörper von der Hautoberfläche. Wenn ein Juckreiz nur an einer bestimmten Stelle (z.B. im Genitalbereich) auftritt und so örtlich leicht einzugrenzen ist, liegt ein sogenannter epikritischer Pruritus vor. Ein brennendes, schlecht örtlich einzugrenzendes Jucken ist ein protopathischer Pruritus. Treten gleichzeitig zum Juckreiz auch Veränderungen der Haut auf, spricht man von einem Prurigo.

Anders als ein kurzfristiger, akuter Juckreiz im Genitalbereich ist ein lang anhaltendes, chronisches Jucken als Warnsymptom zu betrachten. Ein solches chronisches Jucken kann man in drei Gruppen einteilen:

  1. Pruritus auf ursprünglich nicht-entzündeter Haut (anfangs liegen also noch keine Hautveränderungen vor)
  2. Pruritus auf ursprünglich entzündeter Haut (bei Hauterkrankungen)
  3. Pruritus mit chronischen Hautverletzungen durch Kratzen (das Hautbild ist durch diese Kratzverletzungen geprägt)

Wenn das Jucken im Genitalbereich lange anhält, kann dies zum einen ein Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Erkrankung sein. Zum anderen kann ein starker Juckreiz im Genitalbereich eine Art Teufelskreis in Gang setzen: Starkes Kratzen verringert kurzfristig das Jucken und fördert damit weiteres Kratzen. Wer sich lange oder stark kratzt, schädigt die Haut, was die Entzündungsvorgänge aufrechterhält beziehungsweise verstärkt, die ihrerseits den Juckreiz fördern. So verschlimmert sich der Hautzustand immer mehr.

Ein länger anhaltender Juckreiz im Genitalbereich tritt am häufigsten bei der Frau als sogenannter Pruritus vulvae auf – der Schambereich (bzw. Vulva) juckt dabei überwiegend infolge von Pilzinfektionen. Ein Juckreiz im Genitalbereich beim Mannist seltener.

Weiterlesen: Juckreiz im Genitalbereich: Ursachen

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