Husten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Oktober 2017)

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Husten kann als Reaktion auf einen äußeren Reiz oder als Symptom von Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei einer Erkältung, bei Asthma oder einer Bronchitis. Bessert er sich nach zwei Wochen nicht, sollte man den Ursachen nachgehen. Lesen Sie außerdem, was gegen Reizhusten hilft und wie gut Hustenstiller, Hustensaft und Hausmittel wirken. 

Husten ist eine Schutzreaktion des Körpers, um die Atemwege frei zu halten. Atmet man etwa Staubpartikel, Rauch oder Brotkrümel versehentlich ein, reizt dies die Sensoren (Rezeptoren) an den Schleimhäuten der Luftröhre und Bronchien. Durch diesen Hustenreiz kommt es zum Hustenreflex. Neben dieser unwillkürlichen Hustenreaktion kann man auch bewusst husten.

Daneben ist Husten ein typisches Symptom für Erkrankungen, bei denen die Atemwege gereizt sind oder sich – wie bei einer Erkältung – Schleim in den Atemwegen ansammelt. Vor allem Atemwegsinfekte sowie einige Lungenerkrankungen führen häufig zu Husten. Hier dient der Hustenreiz meist dazu, Krankheitserreger, Schleim oder andere Sekrete aus den Atemwegen zu befördern. Um Husten ursächlich behandeln zu können, ist es erforderlich, den genauen Auslöser für den Hustenreiz zu kennen. Andernfalls lassen sich nur die auftretenden Beschwerden lindern.

Verschiedene Arten von Husten:

Akuter Husten: Begleiterscheingung z.B. einer Virusinfektion, verschwindet meistens von allein wieder

Chronischer Husten: wenn der Husten länger als acht Wochen anhält

Produktiver Husten: Husten mit Auswurf, der übermäßigen Schleim befördert, der sich bei einer Virusinfektion bilden kann

Trockener Husten: ohne Auswurf, häufig als Reaktion auf einen äußeren Reiz

Schleimig-eitriger Auswurf beispielsweise kommt typischerweise bei bakteriellen Infekten der Atemwege vor. Ist der Auswurf blutig oder wird reines Blut ausgehustet, sprechen Mediziner von Bluthusten (Hämoptoe). Starker und ständiger Husten (z.B. chronischer Husten) kann außerdem – zum Beispiel durch die körperliche Anstrengung – andere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen oder vorübergehende Harninkontinenz verursachen.

Hustenstiller und Hausmittel: Was gegen Husten hilft

Bei Husten steht an vorderster Stelle, die zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln. Ein akuter Husten bei einer Erkältung heilt in der Regel ohne Medikamente innerhalb von zwei bis drei Wochen folgenlos aus. Um den akuten Hustenreiz zu lindern, kommen einige Arzneimittel sowie bewährte Hausmittel in Frage.

Freiverkäufliche Medikamente (Hustenlöser und Hustenstiller) sollte man allerdings nicht allzu leichtfertig einnehmen. Der Nutzen von schleimlösenden Medikamenten und Hustenstillern ist nicht nachgewiesen. So sollte ein akuter Husten im Rahmen eines Infektes nur in Ausnahmefällen medikamentös behandelt werden.

 Andere Hustenmittel hingegen sind verschreibungspflichtig. Hustenmittel gibt es vor allem als Hustensaft und Hustentabletten oder zum Inhalieren.

Schleimlösende Medikamente machen die Atemwege frei. Wie das funktioniert, veranschaulicht Ihnen unser Video.

Hustenlöser

Unter Hustenlösern versteht man schleimlösende Mittel (auch Sekretolytika, Mukolytika oder Expektorantien genannt). Sie machen den Schleim flüssiger, sodass er sich besser abhusten lässt. In Hustenlösern enthaltene Wirkstoffe sind zum Beispiel:

Hustenstiller

Hustenstiller sind hustenreizstillende Mittel (Antitussiva), die den Hustenreflex im sogenannten Hustenzentrum des Gehirns unterdrücken. Sie werden gegen trockenen Reizhusten eingesetzt. Ihre Wirksamkeit hinsichtlich des Hustenreizes ist nicht nachgewiesen, allerdings helfen sie, entspannt zu schlafen.

Gängige Wirkstoffe in Hustenstillern sind zum Beispiel:

  • Hydrocodon
  • Dextromethorphan
  • Codein: nur in Ausnahmefällen, da Atemdepression und Abhängigkeit möglich. Nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet, für Kinder und Jugendliche über 12 Jahren nur eingeschränkt geeignet

Um die Schleimhautentzündung im Hals und in den Bronchien zu lindern, können bei Husten eventuell entzündungshemmende Mittel hilfreich sein – zum Beispiel kortisonhaltige Inhalationen.

Hausmittel gegen Husten

Hausmittel gegen Husten haben eine lange Tradition, vor allem dann, wenn eine Erkältung die Beschwerden auslöst. Allerdings ist ihre Wirksamkeit in Studien in der Regel nicht geklärt. Die Selbsttherapie mit Hausmitteln sollte nicht dazu führen, dass man eine eventuell hinter den Beschwerden steckende ernsthafte Krankheit übersieht.

Vor allem ist es gerade während einer Erkrankung wichtig, ausreichend zu trinken. Dazu eignen sich einfaches Mineralwasser oder Tee, zum Beispiel mit

Weiter ist es wichtig, sich warm zu halten und zu schonen. Das Rauchen sollte man bei Husten erst sein lassen. Um Reizhusten zu mildern und die Atemwege zu schonen, ist es ratsam, sich nicht in verrauchter, staubiger und trockener Luft aufzuhalten.

Als hustenlösendes Hausmittel sind Husten- und Brusttees bekannt, die bei Erkältungen wohl tun. Ein weiteres Hausmittel gegen Husten und Erkältung sind Inhalationen mit Kräuteressenzen. Sie beruhigen die Schleimhäute und lösen den Schleim.

Bewährte Hausmittel gegen Husten:

  • Trinken Sie ausreichend, möglichst mehr als 2 Liter pro Tag. (Diese Empfehlung gilt für ansonsten gesunde Erwachsene. Herz- und Nierenkranke sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten).
  • Sie können mit Wasserdampf inhalieren (etwa 20 Minuten bei 43°C Wassertemperatur). Beachten Sie dabei, sich nicht zu verbrühen!
  • Verzichten Sie aufs Rauchen (aktiv wie passiv): Bei Rauchern dauert es länger, bis sie sich von einer Erkältung erholen.
  • Wenn Sie neben dem Husten auch Fieber und dabei warme Beine bzw. Waden haben, können Sie versuchen, die Körpertemperatur mit feuchten Wadenwickeln zu senken.
  • Wenn Ihnen eine verstopfte Nase zu schaffen macht, können Sie während des Schlafens das Kopfteil Ihres Bettes etwas erhöhen. Dies lindert die Beschwerden.
  • Sie können Ihren Nasenraum mit einer warmen Kochsalzlösung spülen. Es ist ratsam, sogenannte isotonische Lösungen zu verwenden: Die Spülung reinigt und wirkt abschwellend auf die Schleimhäute. Dies führt wiederum zu einer besseren Belüftung der Nasennebenhöhlen, wordurch das Sekret besser abfließen kann. Spezielle Nasenduschen oder Plastikspritzen erleichtern das Spülen der Nase.
  • Ein weiteres Hausmittel gegen Husten ist die Hydrotherapie. Zu Beginn der Erkältung lassen Sie sich ein ansteigendes Fußbad: Baden Sie beide Füße und Unterschenkel in einem großen Gefäß mit ansteigender Wassertemperatur von etwa 35 auf zuletzt 40 °C über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten. Dabei sollten Sie eine merkliche Überwärmung spüren und auf der Stirn zu schwitzen beginnen.
  • Abschwellende Nasentropfen oder -sprays sollten Sie nicht länger als fünf bis sieben Tage lang anwenden. Die Präparate sollten frei von Benzalkoniumchlorid sein. Dieser Wirkstoff kann die Schleimhäute angreifen und schädigen.

Sollte es Ihnen nach Anwendung der Hausmittel gegen Husten nicht besser gehen oder sollten sich die Beschwerden verschlimmern, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Husten: Vielfalt an Ursachen

Husten kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Neben dem normalen Hustenreflex auf einen Hustenreiz durch Fremdkörper oder dem bewussten Husten kommen je nach Art des Hustens (akut oder chronisch, mit oder ohne schleimigen, zähen, blutigen oder eitrigen Auswurf) eine ganze Reihe von Erkrankungen als Husten-Ursachen infrage.

Vermehrter Hustenreiz tritt zum Beispiel auf bei:

Hinter Husten können verschiedene Ursachen stecken. © iStock

Hinter Husten können verschiedene Ursachen stecken.

Husten: Diagnose beim Arzt

Plötzlicher Husten tritt meist als harmloses Symptom im Rahmen einer Erkältung auf. Jedoch sollte ein Arzt jeden Husten abklären, der länger als der ursächliche Atemwegsinfekt anhält oder mit blutigem oder ähnlich auffälligem Auswurf einhergeht.

Dahinter steckt dann eventuell eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie zum Beispiel eine beginnende Lungenentzündung. In solchen Fällen sucht der Arzt intensiver danach, welche Krankheit die Beschwerden verursachen könnte und stellt eine entsprechende Diagnose.

In sehr seltenen Fällen handelt es sich bei Hustenanfällen um einen Notfall. Anzeichen dafür sind akute, stechende Schmerzen im Brustkorb, starke Atemnot und Herzrasen. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig, ebenso wenn Fremdkörper eingeatmet oder verschluckt wurden, die sich nicht abhusten lassen.

Um die Ursache des Hustens besser ermitteln zu können, stellt der Arzt zunächst ein paar Fragen zu den genauen Beschwerden:

  • Wann ist der Husten erstmals aufgetreten?
  • Geht der Husten mit oder ohne Auswurf einher?
  • Wie sieht der Auswurf genau aus?
  • Zu welcher Tageszeit ist der Husten am stärksten (morgens, nachts)?
  • Haben Sie sonstige Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Heiserkeit oder Atembeschwerden bemerkt?

Dann fragt der Arzt in der Regel nach möglichen Vorerkrankungen wie Allergien und Unverträglichkeiten, aktuell eingenommenen Medikamenten, dem allgemeinen Wohlbefinden und den Lebensgewohnheiten – und natürlich ob und wie viel man raucht.

Danach sollte der Arzt Hals, Rachen und Oberkörper gründlich untersuchen. Er hört Lunge und Herz mit einem Stethoskop ab. Gelegentlich nimmt er auch Blut ab und lässt es auf Entzündungswerte oder Erreger einer Infektion untersuchen. Ist der Husten von Auswurf begleitet, kann dieser als Probe im Labor mikrobiologisch auf Keime untersucht werden.

Dauert der Husten länger als drei Wochen an, benötigt der Arzt für eine genaue Diagnose oft eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (sog. Röntgen-Thorax).

Je nach Ergebnis der vorangegangenen Diagnostik sind bei Husten zusätzliche Untersuchungen sinnvoll. Dazu zählen unter anderem:

Bei einfachen Infekten wie einer Erkältung sind diese Untersuchungen jedoch nicht notwendig.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Husten":

Onmeda-Lesetipps:

Geeignete Arzneimittel bei Erkältungskrankheiten
Themen-Überblick Erkältung

Linktipps:

www.faktencheck-antibiotika.de
Der Faktencheck Gesundheit informiert Sie, wann und wie Sie Antibiotika bei Kindern sinnvoll einsetzen.

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015

Online-Informationen des Pschyrembel: www. pschyrembel.de (Stand: 2015)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Husten. AWMF-Leitlinienregister Nr. 053/013 (Stand: 28.2.2014)

Bierbach, E., Herzog, M.: Handbuch für die Naturheilpraxis. Urban & Fischer, München 2011

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Akuter und chronischer Husten, Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/003 (Stand: 1.2.2010)

Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

Aktualisiert am: 6. Oktober 2017

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