Hühnerauge: Was hilft?

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. Januar 2017)

Wenn Sie eine schmerzhafte und verhornte Stelle unter den Füßen oder an den Zehen entdecken, ist es ratsam, rasch nach der Ursache zu suchen und sie zu beseitigen. Langfristig hilft bei einem Hühnerauge oft nur eines: Man muss die drückenden oder scheuernden Schuhe gegen ein Paar tauschen, das passt – ansonsten wird das Hühnerauge immer wieder kommen. Einen wiederkehrenden Clavus bezeichnen Mediziner auch als rezidivierend.

Viele versuchen, ein Hühnerauge selbst zu entfernen – etwa mit einem scharfen Gegenstand, einem Hühneraugenpflaster, einer speziellen säurehaltigen Tinktur oder mit Hausmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch oder Teebaumöl. Eine solche Eigenbehandlung kann allerdings nur bei kleinen, flachen Hühneraugen – tiefere Verhornungen lassen sich so in der Regel nicht entfernen. 

Das liegt daran, dass sich die eigentliche Ursache für die Schmerzen beim Hühnerauge – der tiefer liegende Hornhautkern – so oft nicht entfernen lässt. Hinzu kommt noch: Wer selbstständig an einem Clavus "herumdoktert", riskiert eine Verletzung der umliegenden, gesunden Haut. Dies wiederum erhöht das Risiko für Infektionen, weil nun jegliche Erreger leichtes Spiel haben, durch die Verletzung in die Haut einzudringen

Darum gilt: Suchen Sie bei schmerzhaften und verhornten Stellen am Fuß einen Arzt auf, um die Hühneraugen entfernen zu lassen – er kann dies schonend und sorgfältig erledigen!

Dazu verpasst der Arzt Ihnen wahrscheinlich zunächst ein 10- bis 20-minütiges Fußbad, um die Hühneraugen zu erweichen. Dann geht's ans Entfernen der überschüssigen Hornhaut: Diese trägt der Arzt mit einem Skalpell oder einem Fräser behutsam ab. Dabei entstehen in der Regel keine Schmerzen.

Um Hühneraugen vollständig zu entfernen, muss der Arzt anschließend die tiefer liegenden Hornhautkerne herauslösen. Dazu erweicht er den Hornhautkern jedes Clavus zunächst mit einer Wasserstoffperoxid-Lösung. Danach kann er das Hühnerauge mit einem Skalpell, einem Hohlmeißel oder einer Hautzange leicht entfernen.

In einigen Fällen ist es notwendig, die Stellen vorbereitend mehrere Tage lang mit der hornhautablösenden Lösung zu behandeln, bevor der Arzt die Hühneraugen entfernen kann. Dies hängt von der Art des jeweiligen Hühnerauges ab und davon, wie groß das Hühnerauge ist und wie tief es reicht.

Nachdem der Arzt Ihre Hühneraugen entfernt hat, ist es wichtig, dass Sie die behandelten Stellen vorübergehend vor Druck und Reibung schützen. In der Regel kommen dazu spezielle Hühneraugenpolster zum Einsatz.

Wenn Sie eine Fuß- oder Zehenfehlstellung haben, reicht es oft nicht aus, die Hühneraugen bloß zu entfernen – denn: Spätestens, wenn Sie das Hühneraugenpolster ablösen, entsteht früher oder später an derselben Stelle ein neues Hühnerauge. Ist eine leichte Fußfehlstellung für das Hühnerauge verantwortlich, können orthopädische Einlagen oder speziell angepasste Schuhe helfen. Bei einer ausgeprägten Deformationen der Füße hilft eine solche Therapie aber meist nicht – dann ist eine Operation nötig. Je nachdem, welche Fuß- oder Zehenfehlstellung vorliegt, stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung.

Das sollten Sie tun, damit Hühneraugen gar nicht erst entstehen:

  • Schuhwerk: Passende Schuhe sind das A und O. Drückende Schuhe können zum Beispiel mithilfe eines Schuhspanners geweitet werden. Vor einer Wanderung sollte man darauf achten, die Schuhe frühzeitig einzulaufen.
  • Socken: Schlecht sitzende Socken bieten eine hohe Reibungsfläche. Daher sollte man bei belastenden Tätigkeiten bequeme Strümpfe wählen. Spezielle Sportsocken aus dem Fachhandel helfen, Hühneraugen zu vermeiden.
  • Hühneraugenpflaster: Ein Hühneraugenpflaster hilft nicht nur dann gegen Hühneraugen, wenn es bereits zu spät ist. Ein gepolstertes Hühneraugenpflaster kann die besonders beanspruchten Stellen an den Füßen vor Druck und Reibung schützen.

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