Hodenveränderungen: Was Mann wissen muss

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. Dezember 2016)

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Bei einer Hodenveränderung sind ein oder beide Hoden in ihrer Form, Größe oder Lage verändert. Je nachdem, wie sich die Hoden genau anfühlen, können unterschiedliche Erkrankungen dahinterstecken.

Bei einer Hodenentzündung zum Beispiel kann das Gewebe zusätzlich erwärmt und gerötet sein – sollte sich Flüssigkeit im Hodensack gesammelt haben (sog. Hydrozele oder Wasserbruch), schwillt meist einer der beiden Hoden an. 

Zu möglichen Ursachen von Hodenveränderungen zählen zum Beispiel Entwicklungsstörungen und angeborene Fehlbildungen, Verletzungen und Erkrankungen des Hodens. Aber auch Haut- und Geschlechtskrankheiten können den Hoden verändern und zum Beispiel zu einem Ausschlag am Hodensack führen.

Hoden: Was ist das?

Der Hoden ist ein pflaumenförmiges, paariges Geschlechtsorgan des Mannes, in dem die Samenzellen (Spermien) und Geschlechtshormone – vor allem Testosteron) – gebildet werden. Mit den Hoden sind die beiden Nebenhoden verwachsen, in denen die Spermien reifen.

Für die Ausbildung der Spermien ist eine Temperatur von etwa 34 Grad Celsius nötig. Deshalb liegen die beiden ovalen Hoden in einer extra für sie ausgebildeten Tasche außerhalb des Körpers, dem sogenannten Hodensack (Skrotum). Hier ist die Temperatur etwa 3 Grad Celsius niedriger als die Körperkerntemperatur. 

In aufrechter Position hängt der linke Hoden üblicherweise etwas tiefer als der rechte. 

Geschlechtsorgane des Mannes, wie zum Beispiel Hoden, Nebenhoden und Prostata. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Trotz ihrer Lage gehören die Hoden und der Hodensack zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes.

Die Hoden liegen während der Embryonalentwicklung in der Bauchhöhle und wandern im weiteren Verlauf in den Hodensack. Bereits bei diesem Vorgang kann es zu Störungen im sogenannten Hodenabstieg kommen. Manchmal wandert ein Hoden nicht wie vorgesehen aus der Bauchhöhle in den Hodensack, sondern verbleibt an seinem Ursprungsort. Ärzte nennen dies Kryptorchismus. Die Hoden sind dann bei der Geburt nicht tastbar. Der Hoden nimmt also eine falsche Lage ein, genau wie beim Leistenhoden, wo der Hoden im Leistenkanal bleibt.

Ein Gleithoden liegt ebenfalls im Leistenkanal, lässt sich aber durch leichten Druck in den Hodensack verlagern. Danach nimmt er aufgrund eines zu kurzen Samenstrangs wieder seine Position in der Leiste ein. Im Gegensatz hierzu liegt der sogenannte Pendelhoden oder auch Wanderhoden normal im Hodensack, kann aber durch bestimmte Reflexe oder Reize, wie zum Beispiel sexuelle Erregung, in den Leistenkanal rutschen.

Hodenveränderungen können sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Oft bemerken Betroffene sie erst überhaupt nicht, es sei denn, sie leiden unter Hodenschmerzen. Männer sollten deshalb regelmäßig ihre Hoden abtasten – am besten nach einer warmen Dusche, wenn der Hodensack entspannt ist. 

Bei Hodenveränderungen wie einer Hodenentzündung (Orchitis) oder Hodendrehung (Hodentorsion) ist der Hoden oft angeschwollen und der Hodensack gerötet. Hierbei können starke Schmerzen im Bereich des Hoden, aber auch in der Leiste und im Bauch auftreten. Häufige Ursachen einer Hodenentzündung sind Infektionen mit Bakterien oder Viren – häufig Mumpsviren. In manchen Fällen ist auch der Nebenhoden (Epididymis) entzündet.

Bei einer starken Hodenentzündung kann der Hoden in einigen Fällen auch schrumpfen – Ärzte sprechen von einer Hodenatrophie.

Bei einer Hodentorsion – einer Drehung des Hodens beziehungsweise Hodenstiels – treten aber meist äußerliche Veränderungen auf. Der Hodensack ist an der betroffenen Stelle gerötet und der Hoden angeschwollen. Hinzu kommen sehr starke Hodenschmerzen, die auch in die Leistengegend oder den Bauch ausstrahlen können.

Im Fall eines Hodenhochstands sind die Hoden nicht im Hodensack tastbar oder nur durch Druck auf die Leiste (Leistenhoden). 

Bei einem Hodentumor ist der betroffene Hoden meist leicht angeschwollen und eventuell verhärtet.

Gerade im Säuglingsalter bleiben viele Hodenveränderungen unentdeckt und die Situation normalisiert sich meist von selbst. Treten allerdings auch Symptome wie starke Hodenschmerzen auf, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.