Hirsutismus und Hypertrichose: Verstärkte Behaarung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Juli 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bis auf wenige Stellen, etwa die Hand- und Fußinnenflächen und die Schleimhäute, ist die Haut des Körpers vollständig behaart. Manchmal geht die Behaarung über ein natürliches Maß hinaus. Je nach Art und Ursache der Behaarung sprechen Ärzte dabei von Hirsutismus oder Hypertrichose.

In Sachen Körperbehaarung gibt es beim Menschen große Unterschiede. Männer haben natürlicherweise einen anderen Behaarungstyp als Frauen: So weist das männliche Geschlecht zum Beispiel eine stärkere und dichtere Körperbehaarung an der Brust, an den Innenseiten der Oberschenkel und im Oberlippen- und Kinnbereich des Gesichts auf. Auch haben beispielsweise Asiaten oder Afrikaner eine andere Körperbehaarung als Europäer. In einzelnen Familien beobachtet man ebenfalls oft ein typisches Behaarungsmuster.

Unterschiedliche Behaarungstypen sind zunächst einmal ganz normal. Unabhängig davon kann die Behaarung aber auch übermäßig stark ausgeprägt sein, sodass der Arzt die Diagnose Hirsutismus beziehungsweise Hypertrichose stellt.

Hirsutismus und Hypertrichose: Was sind die Unterschiede?

Die Hypertrichose kommt im Gegensatz zum Hirsutismus sowohl bei Frauen als auch bei Männern vor. Dabei wachsen über den ganzen Körper verteilt (diffus) oder an bestimmten Stellen (lokalisiert) verstärkt Haare. Diese Behaarung entspricht aber nicht einem typisch männlichen Behaarungsmuster. Ein männliches Behaarungsmuster entspräche einem starken Haarwuchs an Stellen wie

  • dem Kinn,
  • der Oberlippe,
  • der Ohrmuschel,
  • der Brust,
  • dem Bauch,
  • der Vorder- und Innenseite der Oberschenkel und der
  • Schamregion.
Vielmehr sind bei einer Hypertrichose andere Körperregionen vermehrt behaart, so zum Beispiel der Rücken.

Man sieht einen Mann mit Hypertrichose. © Okapia

Beim Hirsutismus wachsen über den ganzen Körper verteilt (diffus) oder an bestimmten Stellen (lokalisiert) verstärkt Haare. © Neufried/OKAPIA

Hirsutismus tritt hingegen nur bei Frauen auf. Die betroffenen Frauen leiden unter einer verstärken Körper- und Sexualbehaarung, die dem männlichen Behaarungsmuster entspricht, das heißt: Sie sind an Bereichen wie Kinn, Oberlippe, Brust, Schamregion und Oberschenkelinnenseite verstärkt behaart.

Es kann auch sein, dass neben der verstärkten Behaarung weitere Symptome einer "Vermännlichung" auftreten, so zum Beispiel eine dunklere Stimme oder typisch männlicher Haarausfall. In diesem Fall spricht man nicht von Hirsutismus, sondern von einer Vermännlichung (auch Androgenisierung oder Virilisierung).


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