Herzschmerzen: Was hilft?

Veröffentlicht von: Till von Bracht (14. Dezember 2016)

Was gegen Herzschmerzen hilft, hängt in erster Linie davon ab, welche Ursachen für die Beschwerden verantwortlich sind. 

Wenn etwa der Herzbeutel entzündet ist, verschreibt der Arzt meist bestimmte Medikamente – zum Beispiel nicht-steroidale Antiphlogistika und, falls diese nicht ausreichend wirken, Glukokortikoide. Manchmal kommen auch Antibiotika zum Einsatz. 

Herzschmerzen, verursacht durch einen Angina pectoris-Anfall bei koronarer Herzkrankheit, bessern sich in der Regel nach wenigen Minuten durch Nitroglycerin ("Nitro") als Spray oder Zerbeißkapseln. Wer wegen seiner Angina pectoris bereits in Behandlung ist, hat solche Medikamente in der Regel von seinem Arzt verschrieben bekommen. Es ist wichtig, diese immer bei sich tragen.

Sollten sich die Herzschmerzen trotz der Nitropräparate nicht bessern, sprechen Mediziner von einer "instabilen Angina pectoris". Sie kann auf einen akuten Herzinfarkt hinweisen.

Ein Herzinfarkt ist ein Notfall – rufen Sie sofort den Notarzt! Dieser behandelt den Betroffenen schon auf dem Weg ins Krankenhaus.

Warnzeichen, die auf eine instabile Angina pectoris oder einen Herzinfarkt hinweisen, sind:

  • Herzschmerzen und Atemnot bei Belastung treten erstmals auf
  • Herzschmerzen werden schlimmer oder häufiger
  • Beschwerden sind anders als sonst (z.B. an anderer Stelle, stärker, länger)
  • Schmerzen in der Brust treten bei geringerer Belastung auf als gewohnt
  • Herzschmerzen verschwinden nicht durch Ausruhen
  • Beschwerden verschwinden nicht durch Verwendung von Nitroglycerin

Die ursächliche Behandlung der Herzschmerzen richtet sich dann nach der zugrunde liegenden Erkrankung (z.B. Therapie eines Herzinfarkts). Die langfristige Therapie von Herzschmerzen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit reicht von der Änderung der Lebensgewohnheiten (gesündere Ernährung, mehr Bewegung, nicht mehr rauchen) über Medikamente bis hin zu operativen Eingriffen (z.B. Bypass-Operation).

Andere Herzerkrankungen als Ursache der Herzschmerzen, beispielsweise die bakterielle Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut), müssen unter anderem mit Antibiotika behandelt werden.