Herzrasen, Herzklopfen: Ursachen & Behandlung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. September 2017)

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Aufregung, Stress und Freude lassen zuweilen das Herz schneller schlagen. Herzrasen und Herzklopfen sind häufig harmlos und gehen nach kurzer Zeit vorüber. Doch mitunter deuten die beiden Symptome auch auf bestimmte Krankheiten hin.

Was sind Herzrasen und Herzklopfen?

Von Herzklopfen (sog. Palpitationen) spricht man, wenn ein Mensch seinen eigenen Herzschlag spürt. Dazu kann es kommen, wenn das Herz schneller oder unregelmäßig schlägt.

Herzrasen (Tachykardie) bedeutet, dass das Herz schneller schlägt, sich also die Herzfrequenz erhöht.

Das menschliche Herz schlägt etwa 60 bis 90 Mal pro Minute. Bei körperlicher Anstrengung kann der Puls auf über 100 Schläge pro Minute steigen. Doch auch psychische Belastung, bestimmte Substanzen und verschiedene Erkrankungen können den Herzschlag aus dem Takt bringen oder beschleunigen.

Häufige Auslöser von Herzrasen und Herzklopfen sind zum Beispiel:

Herzrasen, Herzklopfen: Ursachen

Herzrasen und Herzklopfen müssen kein Grund zur Sorge sein. Oft handelt es sich um eine gesunde Reaktion des Körpers auf Anstrengung oder Stress. Denn wenn das Herz schneller pumpt, werden Organe und Muskeln besser durchblutet und erhalten mehr Sauerstoff. Mithilfe von Sauerstoff kann die Muskulatur aus Fett und Zucker Energie gewinnen.

Bei Angst und Aufregung ist es ebenfalls normal, dass das Herz schneller schlägt. Der Körper stellt sich darauf ein, fliehen oder kämpfen zu müssen – und beides funktioniert besser, wenn die Muskeln gut mit Sauerstoff versorgt sind.

Krankheiten, die Herzrasen und Herzklopfen verursachen

Auch Vorhofflimmern äußert sich durch Herzrasen. Typische Ursachen für diese Form der Herzrhythmusstörung sind:

Weitere mögliche Gründe, warum das Herz pocht und klopft, sind:

Wirkstoffe, die Herzrasen und Herzklopfen auslösen

Viele Substanzen haben einen Einfluss auf den Herzschlag. Coffein zum Beispiel bewirkt, dass die Nebenniere mehr Adrenalin ausschüttet. Dieses Stresshormon beschleunigt den Puls und erhöht (kurzfristig) den Blutdruck.

Manchmal tritt Herzrasen auch als Nebenwirkung bestimmter Wirkstoffe bzw. Medikamente auf, etwa von:

Herzrasen, Herzklopfen: Diagnose

Wer häufig oder langanhaltend Herzklopfen oder Herzrasen verspürt, sollte zum Arzt gehen. Dieser kann feststellen, ob die Beschwerden harmlose Ursachen haben oder es sich dabei um ernstzunehmende, behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen handelt.

Um eine Diagnose zu stellen, stellt der Arzt zunächst ein paar Fragen, zum Beispiel:

  • Wann ist das Herzklopfen erstmals aufgetreten?
  • Gab oder gibt es ein bestimmtes auslösendes Ereignis (wie Stress, Angst, körperliche Anstrengung)?
  • Haben Sie neben dem Herzrasen weitere Beschwerden?
  • Haben Sie Vorerkrankungen?
  • Sind bei Ihnen bereits Herzrhythmusstörungen bekannt?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

An das Gespräch schließen sich verschiedene Untersuchungen an: Der Arzt misst Puls, Blutdruck und Temperatur und hört das Herz mit dem Stethoskop ab. Zudem nimmt er Blut ab. Anhand der Blutwerte kann er zum Beispiel

feststellen.

Wichtige Hinweise auf die Ursachen des Herzrasens kann auch das sogenannte Elektrokardiogramm (EKG) liefern: Der Arzt klebt mehrere Elektroden auf die Haut auf, die die Herzströme messen und aufzeichnen. So kann der Arzt erkennen, ob der Herzrhythmus des Patienten regelmäßig ist oder dieser z.B. Vorhofflimmern hat.

Da viele Patienten nur hin und wieder Herzrhythmusstörungen haben, kann ein Langzeit-EKG über 24 oder 48 Stunden sinnvoll sein. Dazu bekommt der Patient ein kleines EKG-Gerät, das er über ein bis zwei Tage mit sich tragen muss.

Je nachdem, welche Ursachen der Arzt für das Herzklopfen oder Herzrasen vermutet, sind weitere, spezielle Untersuchungen notwendig. Dazu zählen zum Beispiel:

Herzrasen, Herzklopfen: Was tun, wenn das Herz rast?

Wenn Herzrasen und Herzklopfen harmloser Natur sind, ist in der Regel keine Therapie notwendig. Sind Erkrankungen die Ursache, behandelt der Arzt diese: Herzrhythmusstörungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern lassen sich medikamentös mit Antiarrhythmika therapieren.

Auch gegen Bluthochdruck gibt es Medikamente wir ACE-Hemmer und Betablocker. Zudem können Menschen mit Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit selbst dazu beitragen, dass ihre Beschwerden zurückgehen. Sie sollten

Liegt dem Herzklopfen und Herzrasen eine Schilddrüsenüberfunktion zugrunde, ist eine medikamentöse Therapie mit sogenannten Thyreostatika wirksam. Hat eine zu hohe Dosis Levothyroxin das Herzrasen ausgelöst, wird der Arzt die Dosierung anpassen.

Wenn Stress oder psychische Belastung Herzklopfen oder Herzrasen auslösen, können Entspannungsübungen wie progressive Muskelrelaxation helfen.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Herzrasen (Herzklopfen)":


Quellen:

Vorhofflimmern. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 20.09.2017)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Behrends, J. C., et al.: Duale Reihe Physiologie. Thieme, Stuttgart 2016

Baenkler, W.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015

Stand: 22. September 2017

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