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Harninkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust)

(Stand: 30. Dezember 2009)

Harnverlust, unwillkürlicher: Definition

Unter Harninkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust) versteht man einen Urinabgang aus der Blase, der nicht willentlich kontrolliert werden kann.

Die Kontrolle der Kontinenz ist eine Fähigkeit, die als eine der ersten im Rahmen der kindlichen Entwicklung erlangt wird und gilt als Indikator der Sozialfähigkeit einer Person. Betroffene leiden daher meist sehr unter der fehlenden Blasenkontrolle und fühlen sich häufig sozial ausgegrenzt und in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt.

Die Harninkontinenz kann in vier Formen unterteilt werden:

  • Dranginkontinenz (sog. Reizblase, überaktive Blase): Der Harnverlust ist begleitet von einem starken Harndrang.
  • Stressinkontinenz (Belastungsinkontinenz): Der Harnverlust tritt ohne vorherigen Harndrang bei körperlicher Anstrengung (z.B. beim Husten, Lachen, Niesen, Heben, Tragen) auf.
  • Reflexinkontinenz: Der Harnverlust tritt aufgrund unwillkürlicher Kontraktionen der Blasenwandmuskulatur auf. Ein Harndrang besteht vorher nicht.
  • Überlaufinkontinenz: Betroffene haben meist Schwierigkeiten, ihre Harnblase willkürlich zu leeren. Es verbleibt nach dem Wasserlassen Restharn in der Blase, der unwillkürlich abgeht.

Eine Sonderform ist die extraurethrale Harninkontinenz. Bei dieser geht der Harn nicht über die Harnröhre, sondern über sogenannte Fisteln ab. Dabei handelt es sich um kleine Gänge, die sich im Körperinneren bilden können.

Häufigkeit

Die Angaben zur Häufigkeit der Harninkontinenz in der Bevölkerung schwanken sehr, wahrscheinlich aufgrund des Tabucharakters. Sie liegen zwischen fünf und 25 Prozent. Die Dranginkontinenz tritt bei Männern in jedem Lebensalter gleich häufig auf, bei Frauen nimmt sie mit zunehmendem Lebensalter zu. Die Stressinkontinenz ist bei Frauen bis etwa 50 Jahren die häufigste Form. Die Überlaufinkontinenz tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen.

Weiterlesen: Harnverlust, unwillkürlicher: Ursachen

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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