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Stand: 22. Januar 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Gelbsucht (Ikterus) hat ihre Ursachen in zu hohen Bilirubin-Werten im Blut und ist demnach Anzeichen eines gestörten Bilirubin-Stoffwechsels. Da die Leber eine zentrale Funktion im Bilirubin-Stoffwechsel einnimmt, teilen Mediziner die Ursachen des Ikterus nach ihrer Lokalisation in Bezug auf die Leber (griech.: Hepar) in prähepatischer (Gelbsucht-Ursachen liegen vor der Leber), hepatischer und posthepatischer (Gelbsucht-Ursachen liegen hinter der Leber) Ikterus ein.
Von einem prähepatischen Ikterus sprechen Mediziner, wenn die Gelbsucht-Ursachen vor der Leber liegen. Beim prähepatischen Ikterus kommen als Ursachen vor allem Blutkrankheiten infrage, bei denen übermäßig viele rote Blutkörperchen (Erythrozyten) zerfallen (sog. Hämolyse). Dadurch entsteht vermehrt Bilirubin, das Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Auch bei Komplikationen im Rahmen einer Bluttransfusion kann ein prähepatischer Ikterus auftreten. Der prähepatische Ikterus wir auch nichthepatische Gelbsucht genannt, weil die Ursachen für den krankhaften Prozess nicht in der Leber sondern im Blut liegen.
Beim hepatischen Ikterus liegen die Gelbsucht-Ursachen in der Leber. Bei dieser Form der Gelbsucht sind Leberentzündungen (Hepatitis) häufige Ursachen. Leberentzündungen können durch Viren (z.B. Hepatitis B), durch Medikamente, Alkohol (bis hin zur Leberzirrhose) und vieles mehr verursacht werden. Eine angeborene Stoffwechselstörung, die zu Gelbsucht führen kann, ist die sogenannte familiäre Hyperbilirubinämie.
Die posthepatische Gelbsucht hat ihre Ursachen in einer Störung nach der Leber. Verschiedene Erkrankungen oder Operationen können einen Gallenstau (sog. Cholestase) hervorrufen und dadurch einen Ikterus auslösen.
Bei der posthepatischen Gelbsucht sind verlegte Gallenwege beziehungsweise Störungen im Gallenfluss die häufigsten Ursachen. Die Leber produziert die Gallenflüssigkeit und gibt sie über die Gallenwege in die Gallenblase und letztlich in den Darm ab. Dort ist die Galle an der Verdauung beteiligt. Die Gallenflüssigkeit enthält den Gallenfarbstoff Bilirubin. Sind die Gallenwege verschlossen, staut sich die Gallenflüssigkeit (Cholestase) und Bilirubin sowie weitere Bestandteile der Gallenflüssigkeit treten ins Blut über. Andere Bezeichnungen für den posthepatischen Ikterus sind Verschlussikterus oder Obstruktionsikterus.
Gallensteine können – ebenso wie Tumoren (z.B. Gallenblasenkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs) oder Verklebungen nach Entzündungen oder Operationen – die Gallenwege verschließen. Da dann wiederum eine Cholestase (Gallenstauung) auftritt, kommen diese Erkrankungen bei Gelbsucht ebenfalls als Ursachen infrage.
Neugeborenengelbsucht (Neugeborenen-Ikterus) hat normalerweise keinen Krankheitswert. Bei gesunden Neugeborenen tritt der Ikterus etwa zwei bis drei Tage nach der Geburt auf und verschwindet in der Regel innerhalb von acht Tagen. Die Neugeborenengelbsucht hat harmlose Ursachen: Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) leben bei Neugeborenen kürzer als bei Erwachsenen. Dadurch gelangt mehr Bilirubin, ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin, ins Blut. Außerdem enthält das Blut von Neugeborenen mehr rote Blutkörperchen. Dadurch steigt die Bilirubinkonzentration weiter und begünstigt, dass die harmlose Neugeborenengelbsucht auftritt. Innerhalb von zwei bis drei Wochen normalisiert sich der Bilirubinspiegel im Blut. Die Gelbfärbung der Haut klingt in der Regel bereits nach spätestens acht Tagen ab.
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