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Fußschmerzen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Januar 2017)

© Jupiterimages/iStockphoto

Fußschmerzen können im Prinzip überall im Fuß auftreten, zum Beispiel an der Innenseite, auf dem Spann oder beim Auftreten an der Ferse. Häufig entstehen Fußschmerzen durch Überlastung – etwa, weil man den ganzen Tag auf engen High Heels gelaufen ist und sich dabei eine Blase gebildet hat. Hier hilft es, die Füße abends so gut es geht zu entlasten und sie hin und wieder mit einer Massage oder einer Salbe zu verwöhnen. Dann verschwinden die Fußschmerzen in der Regel nach kurzer Zeit von ganz alleine. 

Auch nach dem Sport, etwa nach dem Joggen, Tanzen oder Fußballspielen, klagen einige über unerklärliche Schmerzen im Fuß. Der Grund ist auch hier meist eine Über- beziehungsweise Fehlbelastung, ausgelöst durch falsche (oder abgenutzte) Schuhe oder durch ein zu intensives Training. 

Gerade bei Sportlern, die zur Überpronation neigen (d.h. beim Abrollen knickt der Fuß zu stark nach innen), kann ein Übertraining eine Entzündung der Sehne an der Fußsohle zur Folge haben – fachsprachlich Plantarfasziitis. Erstes Anzeichen dafür sind Fußschmerzen an der Ferse oder der Fußsohle, die vor allem morgens nach dem Aufstehen und bei Belastung auftreten. Bei geringen Beschwerden reicht es eventuell aus, das Training vorübergehend zu unterbrechen, die betroffene Sohle zu kühlen und die Wadenmuskulatur zu dehnen. Verschwinden die Fußschmerzen nach einigen Tagen nicht von selbst, sollten Betroffene einen Orthopäden aufsuchen – er kann feststellen, ob sich bereits ein Fersensporn gebildet hat und gegebenenfalls orthopädische Einlagen verschreiben. 

Neben Fehlbelastungen durch das falsche Schuhwerk oder durch Fußfehlstellungen können Fußschmerzen auch als Folge einer Verletzung auftreten – zum Beispiel, wenn man mit dem Fuß umknickt. 

Fußschmerzen: Inhaltsverzeichnis

Woher kommen Fußschmerzen?

Der Fuß besteht aus den Fußwurzelknochen, dem Mittelfuß und den Fußzehen. Viele kleine und größere Gelenke – zum Beispiel das obere und untere Sprunggelenk sowie die Zwischenzehengelenke – halten ihn beweglich. Am Fuß befinden sich außerdem zahlreiche Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße. Erkrankungen und Verletzungen dieser Strukturen können zu Fußschmerzen führen, zum Beispiel beim Auftreten.

Ursachen

Bei leichteren Fußschmerzen gehört häufig falsches und zu enges Schuhwerk zu den Ursachen. Dadurch können Fehl- und Überbelastung sowie Druckstellen und Blasen entstehen. Oft führt dies zu einem Hühnerauge oder gar einem Druckgeschwür an den Füßen. Auch ein zunächst harmloser eingewachsener Zehennagel oder eine Hautinfektion wie Fußpilz können sehr unangenehm werden und Fußschmerzen hervorrufen.

Fußschmerzen können außerdem folgende Ursachen haben:

Verletzungen:

Entzündungen:

Fußdeformitäten:

Bei Fußschmerzen kommen aber noch weitere Ursachen infrage, die zum Beispiel Nerven, Haut und Gelenke betreffen:

Diagnose

Bei Fußschmerzen ist es wichtig, eine sichere Diagnose zu stellen. Zwar verschwinden Fußschmerzen in manchen Fällen – vor allem, wenn sie nach kurzer ungewohnter Belastung aufgetreten sind – nach einiger Zeit von ganz alleine, aber wenn die Schmerzen im Fuß länger anhalten, ist ein Arztbesuch ratsam. Gerade wenn das Fußgelenk nach einem Unfall entzündlich geschwollen und überwärmt ist, ist bei Fußschmerzen eine genaue Diagnose wichtig.

Wenn Sie sich aufgrund Ihrer Fußschmerzen in ärztliche Behandlung begeben, stellt Ihnen der untersuchende Arzt zunächst ein paar Fragen, um erste Hinweise auf die Ursachen der Fußschmerzen zu erhalten und die Diagnose eingrenzen zu können. Dabei bittet Sie der Arzt, die Schmerzen im Fuß genauer zu beschreiben, und er fragt, ob Sie neben den Fußschmerzen noch andere Beschwerden haben. Versuchen Sie zu zeigen, wo genau der Schmerz sitzt, berichten Sie über eventuelle Vorerkrankungen (bekannte Arthrose) und geben Sie Informationen dazu, seit wann und in welchen Situationen die Schmerzen bestehen, ob Sie Ihren Fuß möglicherweise falsch belastet haben oder ob Sie einen Unfall (z.B. Umknicken) hatten.

Anschließend untersucht der Arzt Ihren Fuß und die Gelenke gründlich und führt verschiedene Bewegungstests durch. Er prüft zum Beispiel, ob das Gelenk geschwollen ist und ob sich Flüssigkeit in seinem Innern gesammelt hat (Gelenkerguss). Wichtig ist vor allem, ob die Beweglichkeit des Fußes eingeschränkt ist oder ob beispielsweise bestimmte Muskeln verkürzt sind.

Häufig ist bei Fußschmerzen eine Röntgenaufnahme hilfreich, bei welcher der Fuß gegebenenfalls in eine spezielle Halterung eingespannt wird (sog. gehaltene Röntgenaufnahme). So kann der Arzt zum Beispiel bei Verdacht auf einen Bänderriss Gewissheit schaffen.

Je nach vermuteter Ursache der Fußschmerzen können weitere Untersuchungen notwendig sein, um die Diagnose zu sichern:

Therapie

Was bei Fußschmerzen hilft, hängt in erster Linie von der zugrunde liegenden Ursache ab. Akute Fußschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ganz von alleine. Hierbei ist es empfehlenswert, den Füßen – wenn möglich – auch tagsüber immer wieder eine Auszeit zu gönnen. Wenn zum Beispiel langes Stehen in hohen Schuhen zu Fußschmerzen führt, sollte man immer mal wieder die unbequemen High Heels ausziehen und seine Füße massieren. 

Unter Umständen sind verschiedene Hilfsmittel notwendig, um den Fuß ruhig zu stellen und zu stützen, zum Beispiel:

  • Bandagen
  • Orthesen
  • Salbenverbände
  • Gipsschienen
  • Gipsverbände

Entzündungshemmende Schmerzmittel (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac), die es vorwiegend als Tabletten oder Salben gibt, können die Fußschmerzen lindern. Bei Schmerzen im Fußgelenk helfen mitunter Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit lokalen Betäubungsmitteln oder Kortison.

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Hinter Fußschmerzen stecken manchmal allerdings auch Ursachen, bei denen eine konservative Therapie nicht wirksam ist – dann ist eine Operation notwendig. Beispielsweise bei einem Engpass-Syndrom versucht der Chirurg, mehr Platz im Gewebe zu schaffen und die gedrückten Nerven, Muskeln und Blutgefäße operativ zu entlasten.

Ein Fersensporn (dornartige, verknöcherte Ausziehung an der Ferse) wird ebenfalls häufig operativ entfernt, wenn er starke Beschwerden verursacht. Gelenkschäden operiert der Arzt heutzutage nach Möglichkeit schonend im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

Unterstützend können bei Fußschmerzen weitere Maßnahmen sinnvoll sein:

Manchmal ist es bei Fußschmerzen besser, den betroffenen Fuß vorübergehend zu schonen oder zum Beispiel mit einer Gehhilfe zu entlasten; in anderen Fällen ist es wichtiger, dass er beweglich bleibt. Auch ob Wärme oder Kühlung die Schmerzen lindern können, ist je nach Ursache unterschiedlich. Diese Maßnahmen sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Generell gilt: Achten Sie immer auf genau passendes Schuhwerk, das Ihre Füße nicht zu sehr einengt und Sie vor allem beim Sport und auf Wanderungen vorm Umknicken schützt. So vermeiden Sie Verletzungen, Fehlstellungen und dadurch verursachte Fußschmerzen.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Fußschmerzen":

Quellen:

Fersensporn. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Crevenna, R.: Kompendium Physikalische Medizin und Rehabilitation. Springer, Berlin 2017

Imhoff, A.B., Baumgartner, R., Linke R.D: Checkliste Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2014

Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013

Largiader, F., Saeger, H.-D., Keel, M.J.B.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012

Nürnberger, H., Hasse, F.-M., Pommer, A.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

Stand: 30. Januar 2017

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