Frieren (Kälteempfindlichkeit)

Frieren (Kälteempfindlichkeit)

Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Frieren (Kälteempfindlichkeit): Definition

Frieren (Kälteempfindlichkeit) ist eine normale Reaktion des Körpers auf eine kalte Umgebungstemperatur. Es kann aber auch als Begleiterscheinung von Infekten, Durchblutungsstörungen und hormonellen Störungen auftreten.

Im Gehirn, genauer gesagt im Bereich des sogenannten Hypothalamus, befindet sich das Temperaturzentrum. Es steuert die Wärme- und Kälteregulation sowie das Wärme- und Kälteempfinden. Das Frieren bei Kälte hat eine spezielle Schutzfunktion: Auf diese Weise verhindert der Körper, dass die Körpertemperatur zu stark abfällt.

Beim Frieren laufen im Körper folgende Vorgänge ab:

Eine der Außentemperatur unangemessene Kälteempfindlichkeit kann aber auch Hinweis auf eine Erkrankung sein. So tritt Frieren häufig bei grippalen Infekten mit Fieber, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Auszehrung mit Untergewicht (z.B. bei Magersucht oder infolge von Krebserkrankungen), Durchblutungsstörungen oder Hormonumstellungen (etwa in den Wechseljahren) auf.

Frieren (Kälteempfindlichkeit): Ursachen

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Für Frieren (Kälteempfindlichkeit) gibt es verschiedene Ursachen. Wie stark jemand bei einer bestimmten Umgebungstemperatur friert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Grund dafür ist zum Beispiel die Dicke des Unterhautfettgewebes. Dieses isoliert die inneren Organe und schützt sie somit unter anderem vor Wärmeverlust. Damit frieren dünne Menschen häufig schneller als diejenigen, die etwas mehr Unterhautfettgewebe besitzen. Auch bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit reagiert man empfindlicher auf Kälte. Diese Erscheinungen sind aber in der Regel normal und nicht behandlungsbedürftig.

Bei vermehrtem Frieren kommen auch Erkrankungen als Ursachen infrage, zum Beispiel eine Erkältung, eine Grippe oder andere Infekte. Typisch sind dann Fieber mit Schüttelfrost und das Gefühl, am ganzen Körper zu frieren.

Grundsätzlich steigt die Kälteempfindlichkeit, wenn die Durchblutung sinkt. Deshalb kann Frieren auch im Rahmen von Durchblutungsstörungen auftreten. Eine Durchblutungsstörung kann sich unter anderem durch kalte Hände, kalte Füße und Blässe anzeigen. Das ist der Grund, warum Menschen mit einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie) häufiger frieren.

Schilddrüsenunterfunktionen (Hypothyreose) sind bei Frieren ebenfalls häufige Ursachen. Weil bei dieser Erkrankung Schilddrüsenhormone fehlen, laufen viele Stoffwechselprozesse langsamer ab und es wird weniger Körperwärme gebildet. Selten geht eine Kälteempfindlichkeit auf Erkrankungen im Temperaturzentrum des Gehirns zurück.

Menschen, die krankheitsbedingt untergewichtig sind oder unter Magersucht (Anorexie) leiden, frieren – bedingt durch ihr geringes Unterhautfettgewebe – mehr als Normalgewichtige. Viele Frauen frieren auch in denWechseljahren – Ursachen sind hier die Hormonumstellungen. Dadurch treten häufig abwechselnd Kälteempfinden und Hitzewallungen auf.

Frieren (Kälteempfindlichkeit): Diagnose

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Frieren (Kälteempfindlichkeit) ist keine typische medizinische Diagnose, sondern eher ein Symptom. Wer jedoch häufig und stark unter Frieren leidet, kann sich bei seinem Hausarzt untersuchen lassen. Der Arzt erfragt zunächst, ob noch weitere Beschwerden vorliegen. Das ist wichtig, da Frieren als einzige Diagnose sehr selten vorkommt. Meist tritt eine Kälteempfindlichkeit im Rahmen einer Erkrankung auf.

Eine gründliche körperliche Untersuchung sowie Bluttests (z.B. auf Schilddrüsenwerte) helfen meist schon weiter, um bei Frieren die richtige Diagnose zu finden. Besteht der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung (wie Schilddrüsenunterfunktion, Durchblutungsstörungen etc.) sind weitere Untersuchungen nötig. Liegen der Kälteempfindlichkeit grippale Infekte zugrunde, kann der Arzt dies meist schon anhand der typischen Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber und Abgeschlagenheit erkennen.

Frieren (Kälteempfindlichkeit): Therapie

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Gegen das Frieren (Kälteempfindlichkeit) gibt es keine spezielle Therapie. Es ist vielmehr wichtig, die Grunderkrankung, die hinter dem Symptom Frieren steckt, zu behandeln. So ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion beispielsweise die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen notwendig. Gegen einen zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) als Ursache für kalte Hände und Füße helfen spezielle Mittel aus der Apotheke, die den Blutdruck sanft erhöhen. Bei schwerwiegenenden Durchblutungsstörungen ist es jedoch wichtig, dass ein Arzt die Beschwerden abklärt.

Wenn Sie unter Kälteempfindlichkeit leiden, sollten Sie versuchen, sich mit warmer Kleidung, Decken, heißen Getränken (z.B. Tee) und einer warmen Umgebungstemperatur zu erwärmen. Bewegung (Sport), Sauna, Wechselduschen und Bürstenmassagen sind Maßnahmen, mit denen Sie Ihren Stoffwechsel ankurbeln und dem Frieren entgegenwirken können.

Bei Erkältungen und Infekten verschwindet das Frieren, wenn die Krankheit ausgestanden ist. Eine Therapie richtet sich hierbei nach der genauen Ursache des grippalen Infekts (z.B. Viren oder Bakterien).

Weitere Informationen

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Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012

Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 263. Auflage. De Gruyter, Berlin 2011

Baenkler, H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2009

Stand: 16. Februar 2012

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