Flankenschmerzen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (19. Dezember 2016)

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Flankenschmerzen sind Schmerzen, die seitlich am Oberkörper auftreten. Je nach Ursache können sie dumpf, stechend oder krampfartig sein. Manchmal verspürt man die Schmerzen nur auf der rechten oder linken Seite, sie können aber auch beidseitig auftreten. Verschwinden die Flankenschmerzen innerhalb kurzer Zeit nicht von selbst, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Für Flankenschmerzen kommen viele verschiedene Ursachen infrage: Häufig stecken Nierenprobleme oder Erkrankungen der Harnwege dahinter – zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung, eine Harnwegsinfektion oder eine Nierenkolik. Hierbei machen sich die Flankenschmerzen meistens einseitig bemerkbar.

Aber auch Rückenschmerzen, Wirbelsäulenprobleme oder Darmbeschwerden können seitlich ausstrahlen und dort zu Flankenschmerzen führen. Betroffene nehmen dann häufig eine Schonhaltung ein, wodurch die Muskeln oft noch mehr verkrampfen. 

Was sind Flanken? 

Als Flanken bezeichnet man die beiden hinteren seitlichen Bauchregionen. Hier befinden sich unter anderem die beiden Nieren, die Nebennieren, die Milz, die Gallenblase sowie zahlreiche Muskeln, Nerven und Blutgefäße.

Bei einer Entzündung gehen Flankenschmerzen oft mit Symptomen wie Abgeschlagenheit und Fieber einher. Stecken Harnwegsinfekte dahinter, treten zudem Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie häufiger Harndrang auf.

Flankenschmerzen können auch durch eine Verletzung im Rahmen eines Unfalls oder bei Sport mit starkem Körpereinsatz entstehen. Ein Stoß in die entsprechende Region kann einen leichten Bluterguss (Hämatom) verursachen, aber auch zu Schäden an den inneren Organen, etwa den Nieren führen.

Obwohl Flankenschmerzen nicht immer mit schweren organischen Erkrankungen zusammenhängen, ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, der die genauen Ursachen feststellen und gegebenenfalls behandeln kann.

Prinzipiell lassen sich Flankenschmerzen in viszerale und somatische Schmerzen unterteilen. Die Einteilung in diese beiden Schmerzformen kann dem Arzt dabei verhelfen, die Ursache für die Beschwerden zu finden. 

  • Viszerale Schmerzen äußern sich meist als krampfartig oder bohrend. Einige Patienten krümmen sich oder versuchen, durch Bewegung die Schmerzen zu lindern. Viszerale Flankenschmerzen stammen ursprünglich von den inneren Organen und werden typischerweise durch Überdehnung oder Verkrampfung ausgelöst – zum Beispiel bei einer Nierenkolik, Gallensteinen oder Blähungen. 
  • Somatische Flankenschmerzen hingegen sind meist dumpf bis scharf und lassen sich gut lokalisieren. Bei Bewegung sowie beim Husten oder Niesen verschlimmern sie sich, sodass die Betroffenen häufig eine Schonhaltung einnehmen. Somatische Schmerzen signalisieren unter anderem eine lokal fortgeschrittene Entzündung (z.B. eine Blinddarmentzündung oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse) und Muskelverspannungen. 

Was gegen die Flankenschmerzen hilft, hängt in erster Linie von den jeweiligen Ursachen ab. Daher ist eine genaue Beschreibung der Schmerzen und der Umstände, unter denen sie auftreten, entscheidend. Zur Diagnose der Flankenschmerzen führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch, zum Beispiel einen Ultraschall, eine Urinuntersuchung oder er fertigt ein Blutbild an.

Die entsprechende Behandlung der Flankenschmerzen kann sehr unterschiedlich ausfallen. Bei oberflächlichen Verletzungen, Prellungen und Schmerzen durch Rückenprobleme reichen oft Salben und Wärme- oder eine Kältetherapie. Probleme mit den Nieren erfordern allerdings oft eine Behandlung mit Medikamenten. In manchen Fällen ist auch eine Operation notwendig.


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