Exophthalmus (Vorwölbung des Augapfels)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. August 2016)

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Unter einem Exophthalmus versteht man eine krankhafte Vorwölbung des Augapfels. Dabei treten entweder sowohl der linke als auch der rechte Augapfel oder nur einer der beiden Augäpfel aus der Augenhöhle (Orbita) hervor. 

Ein Exophthalmus behindert den Augapfel in seiner Beweglichkeit. Tritt der Augapfel sehr stark aus der Augenhöhle hervor, ist es auch möglich, dass der Betroffene das Lid nicht mehr vollständig schließen kann. Mögliche Begleitbeschwerden, die aufgrund eines Exophthalmus auftreten können, sind zum Beispiel:

  • Doppelbilder: Sie können entstehen, wenn der hervorstehende Augapfel die Muskeln, die den Augapfel bewegen, sowie die zugehörigen Nerven beeinträchtigt.
  • Schwellung der Bindehaut (Chemosis)
  • Austrocknung der Hornhaut (Xerophthalmie)
  • Entzündungen am Auge (z.B. Bindehautentzündung)

Neben diesen Beschwerden treten häufig auch Schmerzen auf.

Eine Vorwölbung des Augapfels kann verschiedene Ursachen haben. So können zum Beispiel Verletzungen, Geschwulste oder Abszesse den Augapfel aus der Augenhöhle hervortreten lassen. Auch hormonelle Erkrankungen sind mögliche Ursachen eines Exophthalmus, zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen wie der Morbus Basedow. Dann sprechen Mediziner von einer endokrinen (hormonell bedingten) Orbitopathie (Erkrankung des Inhalts der Augenhöhle), die sich in sechs Schweregrade unterteilt:

  • Grad I: Oberlid zieht sich zurück, Augenbewegungen sind eingeschränkt
  • Grad II: angeschwollene Augenlider und Bindehaut, Lichtempfindlichkeit
  • Grad III: Exophthalmus: auffällige Vorwölbung des Augapfels
  • Grad IV: Sehen von unscharfen Bildern oder Doppelbildern
  • Grad V: Augapfel trocknet aus, Trübungen und Oberflächenzerstörung der Hornhaut
  • Grad VI: Sehausfälle bis Sehverlust aufgrund einer Schädigung des Sehnervs

Exophthalmus: Man sieht die Schauspielerin Maggie Smith. © Getty Images

Die Schauspielerin Maggie Smith (bekannt aus u.a. Downton Abbey) erhielt 1988 die Diagnose Morbus Basedow und unterzog sich später wegen ihrer vorgewölbten Augen einer Augen-OP.

Bei einer Vorwölbung des Augapfels richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache. In eine andere Grundkrankheit wie etwa eine Schilddrüsenerkrankung die Ursache dafür, dass sich der Augapfel vorwölbt, besteht die Therapie vor allem in der Behandlung der Schilddrüsenerkrankung. Im Falle eines Abszesses oder eine Entzündung im Bereich der Augenhöhle (Phlegmone) verschreibt der Arzt unter Umständen Antibiotika. Manchmal ist es auch nötig, einen Abszess chirurgisch zu öffnen und zu entleeren. Bedingen Tumoren die Vorwölbung des Augapfels, entfernt der Arzt diese meist operativ.


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