Erbrechen (Emesis): Was hilft?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Januar 2017)

Bei längerem Erbrechen (Emesis) ist es vor allem wichtig, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust wieder auszugleichen. Das ist schwierig, wenn der Betroffene nichts bei sich behalten kann und jeden getrunkenen Schluck Wasser oder Tee gleich wieder erbricht. In schwerwiegenden Fällen kann eine Infusion notwendig sein: Der Arzt legt einen Zugang über die Vene und hängt einen Tropf mit Flüssigkeit und Elektrolyten an.

Bei leichtem Erbrechen – zum Beispiel im Rahmen eines Magen-Darm-Infekts – sind Infusionen nicht nötig. Es reicht in der Regel aus, dass sich der Patient schont und seinen Magen einige Tage nicht belastet. Dabei helfen Hausmittel wie

  • Fenchel - und Kamillentee,
  • kohlensäurearmes Wasser,
  • Magenschonkost
  • und ausreichend Ruhe.

Darüber hinaus gibt es pflanzliche Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen, die neben Kamille und Fenchel zum Beispiel Kümmel, Pfefferminze oder Ingwer enthalten.

Medikamente gegen Erbrechen

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen bezeichnet man als Antiemetika. Wenn die Mittel nicht im Magen bleiben, können sie auch als Zäpfchen und gegebenenfalls als Infusion verabreicht werden.

Zur Selbstmedikation, zum Beispiel bei der Reisekrankheit, eignen sich sogenannte H1-Antihistaminika (Dimenhydrinat, Diphenhydramin).

Einige Präparate gegen Übelkeit und Erbrechen hingegen sind verschreibungspflichtig. Dazu zählen unter anderem antiemetisch wirksame Psychopharmaka (Neuroleptika), Prokinetika oder Serotonin-Antagonisten (5-HT3-Rezeptor-Antagonisten). Auch sogenannte Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten können dem Erbrechen vorbeugen. Man kombiniert sie mit Serotonin-Antagonisten und Kortisonpräparaten (z.B. Dexamethason ).

Bei Übelkeit und Erbrechen sollte neben den oben genannten symptomatischen Therapie-Maßnahmen aber auch nach den Gründen für die Beschwerden geforscht werden. Vor allem länger andauerndes Erbrechen sowie Bluterbrechen müssen unbedingt untersucht und von einem Arzt behandelt werden.