Druck auf den Ohren (Ohrendruck): Diagnose

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (09. Februar 2017)

Um herauszufinden, was die Ursache für länger andauernden Druck auf den Ohren (Ohrendruck) ist, kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt verschiedene Untersuchungen vornehmen.

Mithilfe einer Ohrenspiegelung (Otoskopie) kann er zum Beispiel Veränderungen am Trommelfell feststellen. Unter Umständen erfolgt die Ohrenspiegelung auch kombiniert mit dem Valsalva-Manöver, bei dem der Patient mit geschlossenem Mund und zugehaltener Nase ausatmet und Luft in die Ohrtrompete drückt. Funktioniert der Druckausgleich durch das Valsalva-Manöver, kann der Arzt dies anhand des vorgewölbten Trommelfells erkennen.

Druck auf den Ohren: Eine HNO-Ärztin untersucht das Ohr einer Frau. © Jupiterimages/iStockphoto

Bleibt der Druck im Ohr längere Zeit bestehen, sollte man einen Arzt zurate ziehen.

Eine andere Methode, mit der man die Funktion der Ohrtrompete testen kann, ist die sogenannte pneumatische Otoskopie. Dabei benutzt der Arzt ein spezielles Otoskop, das den äußeren Gehörgang luftdicht abschließt, und führt über einen angeschlossenen Ballon Luft in den Gehörgang ein, die danach wieder abgelassen wird. Der Arzt beobachtet währenddessen, wie das Trommelfell auf die erzeugten Druckverhältnisse reagiert beziehungsweise ob es sich bewegt.

Eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) bringt Aufschluss über mögliche Entzündungsvorgänge im Bereich der Nase und ermöglicht es, die Öffnung der Ohrtrompete zu begutachten.

Die Eigenschaften von Trommelfell und Mittelohr lassen sich außerdem zusätzlich mit der sogenannten Tympanometrie prüfen. Dabei misst der Arzt mit einer kleine Sonde im äußeren Gehörgang den Druck im Mittelohr im Vergleich zum Außendruck.

Mit einem Hörtest lässt sich zudem abklären, ob möglicherweise Hörprobleme bestehen.

Liegen die Ursachen für den Ohrendruck nicht im Ohr, sondern möglicherweise im Bereich der Kiefergelenke oder der Gaumen- und Kiefermuskulatur, werden in der Regel weitere Fachbereiche (z.B. Zahnarzt mit Schwerpunkt Funktionsdiagnostik) zur Diagnose hinzugezogen.