Brennen beim Wasserlassen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (03. Januar 2017)

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Wer beim Wasserlassen Schmerzen hat, der denkt meist direkt an eine Blasenentzündung. Es stimmt zwar, dass vor allem bei jungen Frauen häufig eine Harnwegsinfektion für das Brennen beim Wasserlassen verantwortlich ist – es gibt aber auch zahlreiche andere Ursachen. Wir verraten Ihnen, welche das sind und was Sie gegen die Schmerzen tun können!

Sämtliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege kommen als Ursache für die Schmerzen und das Brennen beim Wasserlassen infrage – grundsätzlich können also

  • das Nierenbecken­,
  • der Harnleiter,
  • die Harnröhre
  • oder die Harnblase

betroffen sein.

Wenn zum Beispiel Bakterien (wie etwa Escherichia coli) aus dem Darmausgang in die Harnröhre gelangen und in die Harnblase wandern, lösen sie dort eine Blasenentzündung aus. Bei einer Blasenentzündung leiden die Betroffenen neben Schmerzen beim Wasserlassen auch unter ständigem Harndrang und Unterleibsschmerzen

Auch eine Entzündung der Harnröhre kann hinter den Beschwerden stecken – sie wird häufig durch eine Infektion mit Gonokokken oder Chlamydien ausgelöst. Oft macht sich eine Harnröhrenentzündung durch ein Brennen und Jucken in der Harnröhre und einen weißlichen bis grünlichen Ausfluss bemerkbar.

Sowohl bei der Harnröhren- als auch bei der Blasenentzündung werden die Erreger häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen. Da bei Frauen die Harnröhre aus anatomischen Gründen wesentlich kürzer ist und die Krankheitserreger so leichter in die Harnwege vordringen können, leiden sie häufiger an einer Harnwegsinfektion als Männer.  

Wenn keine Blasenentzündung oder eine andere bakterielle Infektion vorliegt, können auch zum Beispiel Steine in der Blase oder Harnröhre oder Verletzungen der Harnröhre (etwa nach dem Geschlechtsverkehr) für die brennenden Schmerzen beim Wasserlassen verantwortlich sein. Bei Männern, die zusätzlich unter Schmerzen an der Eichel und/oder Vorhaut leiden, kommt auch eine Eichel- oder Vorhautentzündung als Ursache infrage. 

Schon gewusst?

Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen bezeichnen Mediziner auch als Algurie. Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern algos für Schmerz und ouron für Harn ab. 

Bei einigen Krankheiten – zum Beispiel bei einer Harnröhren- oder Blasenentzündung – haben die Betroffenen oft nicht nur Schmerzen beim Wasserlassen, sondern dabei auch das Gefühl, gegen einen Widerstand auspressen zu müssen (fachsprachlich: Dysurie). Häufig ist die Dysurie von einer sogenannten Pollakisurie begleitet. Darunter verstehen Mediziner häufiges Wasserlassen von nur kleinen Mengen Urin. Ist die Harnentleerung derart erschwert und schmerzhaft, dass nur noch einzelne Tröpfchen abgegeben werden, spricht man von einer Strangurie.

Was tun?

Was gegen das Brennen beim Wasserlassen hilft, hängt in erster Linie von der zugrunde liegenden Ursache ab. Betroffene müssen beim Arzt deshalb oft eine Urinprobe abgeben, die dann auf bestimmte Bakterien, weiße und rote Blutkörperchen und Eiweiß untersucht wird. Manchmal sind weitere Untersuchungen wie eine Blutuntersuchung oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie) nötig.

Um die Schmerzen zu lindern, können Schmerzmittel (Analgetika) und krampflösende Medikamente (Spasmolytika) helfen. Damit die Beschwerden aber auch dauerhaft verschwinden, muss der Arzt das behandeln, was ursächlich die Schmerzen beim Wasserlassen hervorgerufen hat.

Bei bakteriellen Harnwegsinfekten zum Beispiel verschreibt der Arzt Antibiotika, um die Entzündung einzudämmen. Auch verschiedene Hausmittel können hilfreich sein, wie etwa

  • Erhöhung der Trinkmenge (drei bis vier Liter täglich)
  • Blasentees
  • und lo­kale Wärm­eanw­endung durch Wärmf­lasche.

Sind Blasensteine die Ursache, kann der Arzt diese operativ entfernen. In eher seltenen Fällen ist Blasenkrebs für die Beschwerden beim Wasserlassen verantwortlich. Die Therapie richtet sich dann nach dem jeweiligen Stadium des Tumors.