Bauchschmerzen: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. März 2016)

Um bei Bauchschmerzen die richtige Diagnose zu ermitteln, ist zunächst die Anamnese – also die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte – wichtig. Der Arzt stellt dazu eine Reihe von Fragen, zum Beispiel:

  • Wann sind die Bauchschmerzen erstmals aufgetreten?
  • Sind die Bauchschmerzen plötzlich gekommen oder bestehen sie schon länger?
  • Wo genau tut es weh?
  • Sind die Bauchschmerzen dauerhaft oder kommen und gehen sie (Kolik)?
  • Gab es ein bestimmtes Ereignis, das den Bauchschmerzen vorausgegangen ist (wie eine Verletzung)?
  • Sind Sie appetitlos?
  • Werden die Bauchschmerzen nach dem Essen oder einer bestimmten Speise (wie fettreiches Essen, Milchprodukte, Obst etc.) stärker?
  • Wann haben Sie zuletzt etwas gegessen und was war das?
  • Wie ist der Stuhlgang (Durchfall, Verstopfung, Farbe) und wann hatten Sie zum letzten Mal Stuhlgang?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Blut im Stuhl, Fieber, Schmerzen im Brustbereich?
  • Treten die Bauchschmerzen auch nachts auf?
  • Wie fühlen Sie sich insgesamt?
  • Haben Sie in der letzten Zeit Gewicht verloren?
  • Trinken Sie regelmäßig Alkohol?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt (wie Magengeschwür, Gallensteine, Herzinfarkt)?
  • Bei Frauen: Wann war Ihre letzte Regelblutung?

Nachdem der Arzt so die möglichen Ursachen für die Bauchschmerzen näher eingegrenzt hat, folgt zur Diagnose eine gründliche körperliche Untersuchung. Hierbei misst der Arzt auch Temperatur, Puls und Blutdruck und verschafft sich einen ersten äußeren Eindruck über den Gesundheitszustand – wie Körperhaltung (krümmt der Betroffene sich vor Bauchschmerzen?) und Gesichtsfarbe. Den schmerzenden Bauch betrachtet der Arzt besonders genau: Ist der Bauch aufgetrieben, sind Vorwölbungen am Bauch (z.B. in der Leiste bei einem Leistenbruch) zu sehen, finden sich Narben von alten Operationen?

Bei der sogenannten Auskultation horcht der Arzt den Bauch mit dem Stethoskop ab. So kann er prüfen, ob die Darmgeräusche normal, vermindert oder verstärkt sind. Bei der sogenannten Palpation, die bei Bauchschmerzen ein wichtiger Teil der Diagnose ist, tastet er den Bauch mit den Händen ab. Dabei fallen eventuelle Verhärtungen auf. Außerdem kann der Arzt feststellen, ob die Bauchschmerzen sich durch Druck auf die Bauchdecke verstärken. Auch das plötzliche Wegziehen der Hände kann Schmerzen verursachen (sog. Loslass-Schmerz) und damit Hinweise auf die Ursache der Bauchschmerzen geben. Bei der anschließenden rektalen Untersuchung tastet der Arzt den Enddarm mit dem Finger ab.

Je nach Ergebnis der vorangegangenen Untersuchungen und je nachdem, ob es sich um akute oder chronische Bauchschmerzen handelt, sind zur endgültigen Diagnose weitere Untersuchungen notwendig. Dazu zählen unter anderem:


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