Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. August 2016)

Wenn ein in seiner Beschaffenheit veränderter oder übermäßig starker Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss) auftritt, ist ein Termin beim Frauenarzt (Gynäkologen) ratsam. Um erste Hinweise zu erhalten, welche Ursachen der Ausfluss haben kann, erkundigt sich der Arzt zunächst näher nach den Beschwerden und den Begleitumständen – dabei fragt er zum Beispiel:

  • Seit wann besteht der Ausfluss?
  • Wie intensiv ist der Ausfluss und wie sieht er aus?
  • Hat der Ausfluss einen unangenehmen Geruch (z.B. fischig)?
  • Tritt der Ausfluss ständig auf oder nur in bestimmten Situationen?
  • Haben Sie begleitende Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen?
  • Wie sieht die Intimhygiene aus?

Meist folgt dann eine Untersuchung der Scheide mit einem Spekulum: Dabei kontrolliert der Arzt die Scheidenwand und den Gebärmutterhals sowie Farbe, Menge, Art und Geruch des Ausflusses. Außerdem bestimmt er mit einem Teststäbchen den pH-Wert des Scheidensekrets.

Bei einem veränderten Ausfluss aus der Scheide ist es für die Diagnose auch wichtig, nach möglichen Erregern zu suchen. Hierzu nimmt der Arzt einen Abstrich der Scheidenwand und untersucht ihn mikroskopisch. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, besteht die Möglichkeit, eine Erregerkultur anzulegen (d.h. die Erreger in einer geeigneten Umgebung anzuzüchten) und diese im Labor zu untersuchen.

Je nach vermuteter Ursache für den Scheidenausfluss können zur weiteren Diagnose zusätzliche Untersuchungen nötig sein, wie zum Beispiel ein zytologischer Abstrich (d.h. Gewinnung von Zellmaterial, um die Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen), eine Gewebeentnahme (sog. Biopsie) oder eine Kolposkopie – also eine Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem speziellen Endoskop.